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Gent
Andy Murray überragt beim Davis-Cup-Triumph der Briten

Briten bekommen Davis Cup im Funkenregen
Briten bekommen Davis Cup im Funkenregen FOTO: ap, PDJ
Gent. Nachdem er seinen Landsleuten praktisch im Alleingang den Traum vom ersten Davis-Cup-Titel seit 79 Jahren erfüllt hatte, ließ sich Andy Murray auf die rote Asche des Flanders Expo von Gent fallen. Mit drei Siegen an drei Tagen holte der Weltranglisten-Zweite den Riesen-Pokal für den Erfolg im erstmals 1900 ausgetragenen Mannschaftswettbewerb in die Heimat. Gestern gewann Murray das Spitzeneinzel gegen den Belgier David Goffin mit 6:3, 7:5, 6:3 und holte damit den entscheidenden dritten Punkt zum 3:1 für die Gäste. Das letzte Einzel wurde nicht mehr gespielt. Für die Briten war es der zehnte Triumph. Belgien wartet auch nach dem zweiten Finale seit 1904 auf einen Erfolg.

"Ich kann noch gar nicht glauben, was wir erreicht haben", sagte Murray. "Ich zeige irgendwie immer mein bestes Tennis, wenn ich für mein Land spiele", sagte der Matchwinner. Premierminister David Cameron, am Sonntag zu Beratungen im 60 Kilometer entfernten Brüssel, gratulierte umgehend. "Der erste Titel seit 79 Jahren. Absolut aufregend für jeden in unserem Land", sagte Cameron unter anderem. "Großartiger Andy Murray", twitterte der Wahl-Londoner Boris Becker, der mit Deutschland zweimal den Davis Cup gewann. "Ihr Jungs habt heute Geschichte geschrieben." Schließlich stammt der letzte britische Davis-Cup-Sieg aus dem Jahr 1936.

Am Freitag hatte Goffin die Belgier in einem Fünfsatz-Krimi gegen Kyle Edmund in Führung gebracht, ehe Murray mit einem klaren Erfolg in drei Sätzen gegen Ruben Bemelmans für den Ausgleich gesorgt hatte. Die Vorentscheidung fiel am Samstag im Doppel, das Murray an der Seite seines älteren Bruders Jamie in vier Sätzen gegen Goffin und Steve Darcis gewann.

Für Murray war es der größte Erfolg seit seinem Triumph in Wimbledon 2013. Danach hatte er ein Vierteljahr wegen einer Operation am Rücken pausieren müssen und 2014 und 2015 die ganz großen Erfolge verpasst. Dem Davis Cup hatte der 28-Jährige vieles untergeordnet. Zuletzt hatte er sich beim Saisonfinale in London etwas geschont und war nach einem Sieg und zwei Niederlagen nach der Gruppenphase ausgeschieden. Schon vor dem letzten Turnier der Saison hatte er auf Sand trainiert, obwohl das Event in London auf Hartplatz ausgetragen wurde. Doch Murray wollte optimal für das Endspiel auf Asche im Davis Cup gerüstet sein.

Gegen Goffin zeigte Murray eine starke Vorstellung. Nach 2:54 Stunden verwandelte er seinen zweiten Matchball mit einem Weltklasse-Lob. Seine Teamkollegen wussten danach, bei wem sie sich zu bedanken hatten, und hoben Murray gemeinsam in die Luft.

In allen elf Davis-Cup-Partien im Einzel und Doppel verließ Murray als Sieger den Platz. Das hatte nur der Kroate Ivan Ljubicic (2005) geschafft. Der letzte Profi, der in einem Finale drei Punkte holte, war Pete Sampras (USA) im Jahr 1995.

(dpa)
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