Qualifikant Christian Vinck stand dicht vor der Sensation: Anke Huber erreicht sicher das Achtelfinale
zuletzt aktualisiert: 30.06.2000 - 22:16London/München (dpa). Steffi Graf hat Andre Agassi in Wimbledon Glück gebracht. Als Anke Huber im Tennis-Mekka erstmals seit fünf Jahren den Sprung ins Achtelfinale gegen Martina Hingis (Schweiz) geschafft hatte, zog Agassi den Kopf noch aus der Schlinge und gewann einen eigentlich schon verlorenen Tennis-Thriller noch mit 6:4, 2:6, 7:6 (7:3), 2:6, 10:8 gegen seinen Landmann Todd Martin.
Im bisher besten Spiel der 114. All England Championships half Agassi offenbar das kräftige Daumendrücken der siebenmaligen Siegerin. Auf dem Sitz neben Popstar Cliff Richard litt die Brühlerin mit ihrem Herzbuben, denn auf dem Centre Court lag Agassi in der Neuauflage des letztjährigen US-Open-Finales im fünften Satz schon 2:5 zurück. Dann wehrte der 30-Jährige zwei Matchbälle ab und gewann die am Vortag wegen Regens abgebrochen Drittrunden-Begegnung doch noch.
Nach seiner Wimbledon-Pleite muss sich Nicolas Kiefer einen neuen Trainer suchen. Anke Huber dagegen ist mit ihrem neu verpflichteten Entdecker Boris Breskvar nach fünf Jahren wieder beim wichtigsten Tennis-Turnier der Welt auch in der zweiten Woche noch im Geschäft. "Man kann sagen, ich habe die Pflicht erfüllt", sagte die beste deutsche Tennisspielerin. Durch den 6:2, 6:3-Erfolg über die Slowenin Tina Pisnik hat sich die Weltranglisten-Elfte auch zurück in die Top Ten geschlagen.
Auf einem kleinen Nebenplatz war die Karlsdorferin am Tag vor dem Auftritt eines deutschen Männer-Quartetts an diesem Samstag mit Thomas Haas an der Spitze nur 50 Minuten im Einsatz. "Zwei Mal hatte ich Probleme mit den Aufschlagspielen. Ich bin zufrieden", sagte die 25-Jährige vor dem Kräftemessen mit Martina Hingis, einer der Titel- Favoritinnen. "Ich freue mich darauf, kann es locker angehen. Sie spielt zwar auf allen Belägen gut, aber es ist besser für mich, wenn der Untergrund schneller ist."
Die Farbe Grün ist trotz der niederschmetternden Bilanz von 1:10 Anke Hubers Hoffnungsschimmer. Denn auf Rasen hat sie gegen die Weltranglisten-Erste, die Silvija Talaja (Kroatien) mit 6:2, 6:2 ausschaltete, noch nie gespielt.
Qualifikant Christian Vinck hat in Wimbledon nur knapp eine große Überraschung verpasst. Der 24-Jährige aus München unterlag auf dem Centre Court dem Schweden Thomas Enqvist (Foto) nach tapferer Gegenwehr 3:6, 7:6 (7:4), 6:2, 3:6, 3:6. Dennoch feierte er mit dem Vordringen in die dritte Runde des wichtigsten Grand-Slam-Turniers den größten Erfolg seiner Karriere. In der Runde der letzten 16 trifft Enqvist nun auf den US-Amerikaner Michael Gambill.
Vinck ist damit als erster des deutschen Quintetts ausgeschieden, das mit dem Erreichen der dritten Runde für einen historischen Erfolg auf dem "heiligen Rasen" an der Church Road gesorgt hatte. Tommy Haas, Rainer Schüttler, David Prinosil und Alexander Popp bestreiten ihre Matches am Samstag.
Der in Florida lebende Haas und der Amberger Prinosil haben gegen Marc Rosset (Schweiz) und Martin Damm (Tschechien) die vermeintlich leichteren Aufgaben zu lösen, als Schüttler und Popp. Auf den Bad Homburger und den Münchner warten mit dem zweimaligen US-Open-Sieger Patrick Rafter (Australien) und French-Open-Gewinner Gustavo Kuerten (Brasilien) hochkarätige Gegenspieler in Runde drei.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











