WTA-Turnier in Estoril: Anke Huber: "Ich bin total happy"
zuletzt aktualisiert: 17.04.2000 - 12:29Hamburg/Estoril (dpa). "Ich bin total happy." Der Jubel von Anke Huber war überschäumend. Mit einem 6:2, 1:6, 7:5-Sieg im Finale von Estoril über die Französin Nathalie Dechy feierte die 25-jährige Karlsdorferin am Sonntag ihren ersten Turniersieg seit 1996 in Luxemburg.
Ende einer langen Fruststrecke. "Es ist schön, wieder das Gefühl des Siegens zu erleben, total super." Nach diesem vielversprechenden Sandplatz-Auftakt darf Anke Huber wieder auf einen "Zweiten Frühling" hoffen. Und mit ihr das deutsche Fedcup-Team.
Vom 24. bis 30. April will das deutsche Team in Italien gegen Spanien, Kroatien und Gastgeber Italien im Jahr eins ohne Steffi Graf als Gruppensieger den Einzug in das Finale im November in den USA schaffen. Der Sieg von Estoril war für Anke Huber als alte und neue Hoffnungsträgerin deshalb doppelt wichtig: "Das gibt Selbstvertrauen. Und das brauche ich nach dem langen Tief mit vielen Niederlagen."
Mit ihrem alten Trainer Boris Breskvar ist ihr ein beachtlicher Neubeginn gelungen. Die Karlsdorferin, die ihr letztes Finale 1997 bei den Canadian Open erreicht hatte, scheint mit Breskvar, der sie als 16-Jährige in die Weltspitze führte, auf dem Weg zurück zu alter Stärke zu sein. Die ehemalige Nummer vier der Weltrangliste, die sich in der am Montag veröffentlichten Liste vom 16. auf den 15. Rang verbesserte, strebt wieder nach oben.
Kurzfristige Zusage
Dabei hatte Anke Huber nach dem frühen Ausscheiden in Key Biscayne in Estoril gar nicht aufschlagen wollen. Zu tief saß der Frust. Erst kurzfristig entschied sie sich um. Der Wunsch nach Spielpraxis war doch größer als die Angst vor der nächste Pleite. Sie hat gewonnen. Auch wenn sie wieder durch ein Wellental ging.
Anke Huber, die Ende Januar die Konsequenzen aus ihren zuletzt enttäuschenden Leistungen gezogen hatte und zu ihrem Entdecker Breskvar zurückgekehrt war, nutzte in den "Regenspielen" von Estoril die Gunst der Stunde. Nachdem sie die fünfte Erstrunden-Pleite der Saison beim Drei-Satz-Sieg über die zehn Jahre jüngere Qualifikantin Lina Krasnorutskaja (Russland) nach Abwehr eines Matchballes um Haaresbreite vermeiden konnte, steigerte sie sich von Spiel zu Spiel. Estoril brachte am Ende den elften Turniersieg seit 1990.
Jetzt muss Anke Huber im Fedcup ihre Leistung gegen Weltklasse bestätigen. Am Montag kehrte sie erst einmal in ihre Wahlheimat Salzburg zurück. Dort will sie bis zum Fedcup in Ruhe trainieren.
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