Turniersieg in Sopot: Anke Huber macht das Dutzend voll
zuletzt aktualisiert: 23.07.2000 - 14:38Hamburg/Sopot (dpa). Anke Huber hat das Dutzend voll gemacht. Mit ihrem zwölften Karriere-Erfolg ist die 25-Jährige auf dem Weg zurück zur alten Stärke einen großen Schritt voran gekommen. Die Weltranglisten-Zehnte besiegte am Sonntag im Finale des Tennis- Turniers im polnischen Ostseebad Sopot die Spanierin Gala Leon-Garcia mit 7:6 (7:4), 6:3.
In ihrem 21. Karriere-Endspiel trumpfte die Karlsdorferin bemerkenswert nervenstark auf und holte im ersten Satz sogar einen 2:5-Rückstand auf. Schon im Halbfinale des mit 170 000 Dollar dotierten Sandplatz-Turniers in dem Badeort in der Nähe von Danzig hatte sich die frühere Weltranglisten-Vierte am Vortag sicher mit 6:3, 6:2 gegen die Russin Anastasia Myskina durchgesetzt. Selbst drei Regenpausen konnten sie nicht aus dem Konzept bringen.
Der zweite Saison-Erfolg kam etwas überraschend, denn Anke Hubers alter, neuer Trainer Boris Breskvar war erstmals seit der Wiederaufnahme der Zusammenarbeit im Februar nicht an ihrer Seite. Während ihr Entdecker und Förderer als Kapitän der slowenischen Daviscup-Auswahl zwei Autostunden entfernt in Stettin im Aufstiegsmatch gegen Polen im Einsatz war, nutzte sein Schützling einmal mehr die Gunst der Stunde. Die hinter der Weltranglisten- Sechsten Conchita Martinez (Spanien) an Nummer zwei gesetzte Deutsche besiegte bei dem so genannten Tier II-Turnier mit Tathiana Garbin (Italien), Kveta Hrdlickova (Tschechien), Anastasia Myskina und der Weltranglisten-36. Gala Leon-Garcia zwar keine prominenten Spielerinnen, doch sie gab bei ihrem Turniersieg keinen einzigen Satz ab. Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte sie solche Spiele noch verloren.
Erst seit Breskvar zurückgekehrt ist, läuft es wieder wie geschmiert. "Ich brauche manchmal jemanden, der mich antreibt. Aber er muss nicht mehr so treiben wie früher", sagte sie über ihn. Und er über sie: "Anke unterschätzte sich total, und das war ein absoluter Quatsch. Sie hat doch wirklich geglaubt, dass sie schon im Herbst ihrer Karriere angekommen ist."
Als Breskvar im Februar anfing, war Anke Huber die Nummer 20 der Welt, nun gehört sie wieder zu den Top Ten. Im April gab es für die 25-Jährige in Estoril den ersten Turniersieg seit vier Jahren, den sie nun in Sopot bestätigte. Erst zum dritten Mal in ihrer Karriere hat sie in einer Saison zwei Turniere gewinnen können. 1996 und 1994 war sie mit jeweils drei Erfolgen noch erfolgreicher.
Nun will Anke Huber noch mehr: Die nach dem Rücktritt von Steffi Graf beste deutsche Tennisspielerin wird schon am Dienstag weiter nach Los Angeles fliegen. Bei dem am 31. Juli in San Diego beginnenden Hartplatzturnier startet sie ihre Vorbereitung auf die US Open (28. August bis 10. September). Ihr Coach ist dann wieder an ihrer Seite. Nach New York wird sich auch entscheiden, ob der Trainer und die Spielerin weiter zusammen bleiben werden. Im Moment deutet alles darauf hin, dass Breskvar weiter Huber stark machen soll.
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