Traumlose für Haas und Kiefer: Anke Huber trifft auf Kristie Boogert
zuletzt aktualisiert: 14.01.2000Melbourne (dpa). Deutschlands Topspieler Nicolas Kiefer und Thomas Haas stehen bei den Australian Open alle Türen zum Erfolg offen. Bei der Auslosung für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres vom 17. bis 30. Januar in Melbourne schüttete die Glücksfee ihr Füllhorn über die beiden aus - jetzt muss das deutsche Duo "nur" noch die Gunst der Stunde nutzen. Der an Nummer vier gesetzte Kiefer (Holzminden) trifft in Runde eins auf den Argentinier Guillermo Canas, Haas (Hamburg) startet gegen einen Qualifikanten. Gegen die Topfavoriten wie die US-Amerikaner Andre Agassi und Pete Sampras oder Lokalmatador Mark Philippoussis könnte sie erst im Endspiel treffen.
Kiefer wärmte sich einen Tag nach seiner umstrittenen Daviscup- Absage allerdings nicht gerade ideal für das Turnier im Melbourne Park auf. Er verlor am früheren Austragungsort der Australian Open im altehrwürdigen Kooyong-Stadion 4:6, 6:7 (4:7) gegen Richard Krajicek (Niederlande). Auf demselben Center Court bewies Philippoussis, dass in seiner Heimatstadt diesmal mit ihm zu rechnen sein wird. Er gewann 7:6 (7:4), 7:6 (7:5) gegen Sampras und steht am Samstag im Endspiel gegen Andre Agassi. Australian-Open-Titelverteidiger Jewgeni Kafelnikow, der als einziger Topmann vor dem Finale auf Kiefer oder Haas treffen könnte, ist weiterhin völlig von der Rolle. Der Russe verlor beim 6:7 (6:8), 3:6 gegen Wayne Ferreira (Südafrika) auch sein drittes Match in Kooyong.
Von den deutschen Damen ist diesmal in Melbourne nur Anke Huber (Karlsdorf) gesetzt. Die Finalistin von 1996 startet gegen Kristie Boogert (Niederlande). Die Endspielgegnerinnen des Vorjahres standen sich am Freitag in Sydney im Halbfinale gegenüber. Im neuen Olympiastadion setzte sich die Französin Amelie Mauresmo überraschend 7:5, 6:3 gegen die Weltranglisten-Erste Martina Hingis durch. Mauresmo, 1999 in Melbourne von der Schweizerin als "halber Mann" geschmäht, zeigte eine blendende Vorstellung. Hingis muss sich in Melbourne trotz gegenwärtiger Temperaturen um 35 Grad schon in Runde eins gegen Wimbledon-Halbfinalistin Mirjana Lucic (Kroatien) warm anziehen.
Die Weltranglisten-Zehnte kann sich im Finale einer letzten ernsten Formüberprüfung unterziehen und ihre Gegnerin Lügen strafen. Dort spielt sie gegen die Weltranglisten-Zweite Lindsay Davenport (USA), die gesagt hatte, nur sie selbst, Hingis und Serena Williams hätten echte Chancen auf den Titel in Melbourne. Sydney- Titelverteidigerin Davenport war durch ein 6:3, 6:2 über Anna Kurnikowa (Russland) ins Endspiel gekommen.
Bei den Herren setzte der australische Teenager Lleyton Hewitt seine Siegesserie fort. Nach dem Turniererfolg von Adelaide vom vergangenen Sonntag gewann er im Halbfinale gegen Alex Corretja (Spanien) mit 6:4, 6:4 bereits sein neuntes Match hintereinander und ist damit eindeutig der Mann des Jahres 2000. Sein Endspielgegner ist Landsmann Jason Stoltenberg, der Ivan Llubicic (Kroatien) 6:4, 6:2 schlug.
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