WTA-Turnier in Berlin: Hingis mit Mühe im Halbfinale: Anke Huber unterliegt Amanda Coetzer im Viertelfinale
zuletzt aktualisiert: 12.05.2000 - 19:06Berlin (dpa). Auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist Anke Huber von Amanda Coetzer gestoppt worden. Im Viertelfinale der German Open in Berlin musste die deutsche Nummer eins am Freitag eine 4:6, 4:6- Niederlage hinnehmen. Die Karlsdorferin trauerte nicht nur dem verpassten Halbfinale nach, sondern auch der verfehlten Rückkehr in die Top Ten der Tennis-Weltrangliste.
Mit einem Sieg hätte sich die 25-jährige Weltranglisten-Zwölfte erstmals seit Oktober 1997 wieder zu den zehn besten Tennis-Spielerinnen der Welt zählen dürfen. Doch nun gehen die German Open 2000 am Wochenende ohne deutsche Beteiligung zu Ende.
Dafür ist Martina Hingis drauf und dran, ihren Titel zu verteidigen. Die Weltranglisten-Erste schlug die Französin Sandrine Testud in einem dramatischen Spiel mit 7:5, 5:7, 6:2 allerdings erst in drei Sätzen. Im Halbfinale am Samstag trifft die Schweizerin auf Conchita Martinez aus Spanien. Amanda Coetzer muss entweder gegen die Russin Jelena Dementjewa oder ihre Landsfrau Joannette Kruger antreten.
Vor ihrem Match hatte sich Martina Hingis bei Anke Huber angeschaut, wie man nicht spielen sollte. Im ersten Sandplatz-Duell mit der Südafrikanerin musste die Karlsdorferin ein frühes Break zum 1:2 hinnehmen. Danach ließ sie sich zu oft auf Grundliniengeplänkel ein, bei dem die nur 1,58 Meter große, wieselflinke Amanda Coetzer jeden Ball zurückbrachte. Auf das wirksame Mittel ihrer Stopps griff Anke Huber zu selten zurück und verlor insgesamt fünf Mal ihr Aufschlagspiel. "Sie war zu konservativ und viel defensiver als sonst gegen mich", staunte die Südafrikanerin, der im sechsten Vergleich mit der Deutschen erst der zweite Sieg gelang.
Gegen zwei Matchbälle wehrte sich Huber noch verzweifelt, gegen den dritten nach 1:19 Stunden war sie machtlos. "Ich bin enttäuscht, weil ich nicht das gespielt habe, was ich mir vorgenommen hatte. Aber insgesamt kann ich mit den letzten Wochen schon zufrieden sein", sagte die Verliererin mit Blick auf den Turniersieg in Estoril und das Halbfinale von Hamburg. Für einen Erfolg über Amanda Coetzer reichte es nicht. "Wenn ich nicht optimal spiele, kann ich gegen sie nicht gewinnen", sagte Anke Huber. Ihre Bezwingerin steht nach 1997 zum zweiten Mal im Berliner Halbfinale. Vor drei Jahren hatte sie für Aufsehen gesorgt, als sie Steffi Graf im Viertelfinale mit 6:0, 6:1 abfertigte und der Deutschen mit die schlimmste Niederlage ihrer Karriere zufügte.
Als erste Spielerin hatte sich am Freitag Conchita Martinez für die Vorschlussrunde qualifiziert. Im spanischen Viertelfinale schlug sie Gala Leon Garcia 6:4, 6:2. Die Berlin-Siegerin von 1998 und derzeit Achte der Weltrangliste rang den nimmermüden "Sandläufer" aus Barcelona mit abgeklärtem Spiel nieder. Martinez hatte nach einem Freilos erst anderthalb Matches in den Beinen, weil die Österreicherin Sylvia Plischke in der zweiten Runde verletzt aufgegeben hatte. Leon Garcia nahm trotz der Niederlage die Sympathien der Zuschauer mit. Das Energiebündel sorgte in allen Spielen für Stimmung. "Vamos a la playa" hatte sie nach ihrem Sieg gegen Anna Kurnikowa in Feierlaune verkündet - für den Strand hat sie jetzt viel Zeit.
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