Aufregung um Hewitt: Anke Huber verliert bei ihren letzten US Open
zuletzt aktualisiert: 01.09.2001 - 22:35New York (rpo). Anke Huber hat sich mit einer Niederlage von ihren letzten US Open verabschiedet. Die 26-Jährige verlor in der dritten Runde 3:6, 5:7 gegen die russische Weltranglisten-Elfte Elena Dementiewa. "Meine Vorhand hat mich einfach im Stich gelassen. Die Fehlerquote war gegen solch eine Gegnerin zu hoch", sagte Anke Huber im Anschluss an die Partie.
Die deutschen Tennis-Spielerinnen sind nach dem Aus ihrer Nummer eins damit bereits nach dem sechsten Turniertag nur noch Zaungäste in Flushing Meadows. Zehn von ihnen hatten am Montag den Wettbewerb um den letzten Grand-Slam-Titel des Jahres aufgenommen.
Unter der sengenden Mittagssonne in New York konnte Anke Huber gegen ihre 19 Jahre alte Kontrahentin nicht an den in Wimbledon in 37. Minuten errungenen Erfolg anknüpfen. Mit zu vielen vergebenen Chancen verpasste die 17. der Weltrangliste eine Revanche gegen den Nachwuchsstar, der ihr im Vorjahr im Viertelfinale der US Open das Stoppzeichen gesetzt hatte. Beim Stand von 3:5 im ersten Satz vergab Anke Huber zwei Möglichkeiten zum Rebreak gegen Elena Dementiewa, die nach einer Fersenverletzung in diesem Jahr längst nicht in Bestform agiert. Ein fast nur mit eigenen Fehlern verschuldeter Aufschlagverlust zum 5:6 im zweiten Satz besiegelte für Anke Huber praktisch schon das Aus in dem 70 Minuten langen Match.
Mit großen Schritten nähert sich dagegen Thomas Haas dem exklusiven Zirkel der besten Tennisprofis, die in New York noch immer fast vollständig vertreten sind. Von den besten zehn Männern hat sich bisher nur der Franzose Sebastien Grosjean verabschiedet. Bei den Frauen sind alle Top-Ten-Spielerinnen noch dabei. French-Open- Finalisten Kim Clijsters gewann am Samstag 6:3, 7:5 gegen die Slowakin Henrieta Nagyova. Die Belgierin wäre im Achtelfinale Gegnerin von Anke Huber gewesen.
Haas würde mit einem Sieg gegen den Tschechen Jiri Novak bei seiner sechsten Teilnahme zum zweiten Mal nach 1999 das Achtelfinale erreichen. Damit würde der letzte von sechs deutschen Spielern in Flushing Meadows sein dort bestes Resultat einstellen. Dem 23- Jährigen half gegen Felix Mantilla auch seine größere Routine. "Vor vier, fünf Jahren hätte ich den vierten Satz nach so einem Tiebreak vielleicht 0:6 verloren und mich auf den fünften konzentriert", sagte Haas nach dem 6:1, 6:0, 6:7 (5:7), 6:3 gegen den Spanier.
Vor allem auf sein Service kann sich der Hamburger derzeit verlassen. Nach 43 von 44 ersten Aufschlägen machte der Hamburger den Punkt. Damit besitzt er auch eine gute Chance gegen Novak, dem er im bisher einzigen Duell im Mai 1999 auf Sand in Rom unterlegen war. Sollte Haas sich gegen Novak durchsetzen, könnte er im Achtelfinale auf den australischen Jungstar Lleyton Hewitt treffen. Der Halbfinalist des Vorjahres sorgte in einem dramatischen Match gegen den Amerikaner James Blake für zusätzliche Aufregung.
Hitzkopf Hewitt wehrte sich nach dem 6:4, 3:6, 2:6, 6:3, 6:0 dagegen, dass ihm Rassismus im Duell mit seinem farbigen Kontrahenten unterstellt wurde. Der 20-Jährige hatte nach zwei Fußfehler- Entscheidungen im dritten Satz den Schiedsrichter aufgefordert, einen ebenfalls dunkelhäutigen Linienrichter auszutauschen. Wegen seiner angeblichen Benachteiligung spielte er offenbar auf die gleiche Hautfarbe des Linienrichters und der von Blake an. "Schauen Sie ihn an, schauen Sie James an, und sagen Sie mir, worin die Ähnlichkeit besteht", äußerte Hewitt. "Das hat doch nichts mit Rassismus zu tun", beteuerte er später.
Blake, der sich wegen Erschöpfung vom Ende des vierten Satzes an nicht mehr richtig bewegen konnte, nahm seinen Kontrahenten in Schutz: "Er hat die Grenze nicht überschritten." Ein Teil der 10 000 Zuschauer im Louis-Armstrong-Stadium buhte Hewitt dennoch aus, auch weil er sich in der entscheidenden Phase selbst anfeuerte. Der Internationale Tennis-Verband (ITF) will den Vorfall untersuchen.
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