US-Behörden verlangen Auslieferung: Anklage im Eiskunstlauf- Skandal erhoben
zuletzt aktualisiert: 22.08.2002 - 13:30New York (rpo). Gegen den russischen Mafia-Boss Alimsan Tochtaschunow ist im Zuge des Eiskunstlauf-Skandals von Salt Lake City nun von einem ein US-Gericht formal Anklage wegen Bestechung und Betruges erhoben worden.
Dem gebürtigen Usbeken wird vorgeworfen, die olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbe in der Mormonenstadt kriminell beeinflusst zu haben. Er war bereits am 31. Juli in Venedig festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Behörden der USA haben einen Auslieferungsantrag an Italien geschickt.
Die US-Bundespolizei FBI hatte im Zuge ihrer Ermittlungen gegen den weltweit gesuchten Kriminellen während der Olympischen Spiele im Februar Telefongespräche zwischen Tochtaschunow und dem französischen Eissport-Präsidenten Didier Gailhaguet abgehört. In diesen Telefonaten ging es um eine Million Dollar, die der Russe dem französischen Eishockey-Team zur Verfügung stellen wollte.
Als Gegenleistung sollte die französische Preisrichterin Marie-Reine Le Gougne bei der Paarlauf-Entscheidung zugunsten der Russen Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse und gegen die Kanadier Jamie Sale/David Pelletier stimmen. Als "Zugabe" versprach Tochtaschunow russische Unterstützung für die französischen Eistänzer Marina Anissina und Gwendal Peizerat. Gailhaguet stimmte dem Deal zu, Le Gougne wertete zugunsten der Russen und löste damit den größten Skandal in der Geschichte des Eiskunstlaufens aus.
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