Glass im Fedcup-Hoch: Anna und Anke eine Runde weiter
zuletzt aktualisiert: 03.05.2000 - 18:48Hamburg (dpa). Anke Huber und Andrea Glass haben die Fedcup- Euphorie bis an den Rothenbaum gerettet. Drei Tage nach dem entronnenen Abstieg in Bari zogen beide allerdings mühevoll als einzige deutsche Tennisspielerinnen in die zweite Runde des mit 535 000 Dollar dotierten Sandplatz-Tennisturniers in Hamburg ein. Die Karlsdorferin bezwang am Mittwoch die Tschechin Denisa Chladkova mit 6:3, 4:6, 6:0 und meinte: «Ich bin unheimlich erleichtert, das Auftaktmatch gewonnen zu haben. Jetzt kann ich beruhigter nach vorne blicken.» Andrea Glass setzte sich nach ebenso hartem Kampf und ärgerlichem Durchhänger im zweiten Satz mit 6:3, 1:6, 6:4 gegen Anne Kremer aus Luxemburg durch.
Ein entzückendes Debüt hatte zuvor Anna Kurnikowa geboten. Zu ihrem ersten Match in Hamburg waren trotz Mittagszeit 5 000 Zuschauer auf den Center Court gekommen. Und die waren beim 6:3, 6:2-Sieg der Russin gegen Anna Smaschnowa aus Israel nicht nur angetan vom Äußeren der zur «schönsten Spielerin auf der WTA-Tour» ernannten Russin, sondern auch von ihren Tennis-Fortschritten. «Sie hat sich einiges vorgenommen», sagte ihr Trainer Eric van Harpen. In der zweiten Runde wartet in der Französin Sarah Pitkowski nun eine weitere lösbare Aufgabe auf die Nummer 13 der Weltrangliste, die gerne länger bleiben würde. «Es gefällt mir hier in Hamburg», bekannte Anna Kurnikowa.
Mit dem frischen Selbstvertrauen des Fedcups und des Turniersiegs in Estoril startete Anke Huber mit einem Break in die Partie gegen die ihr bislang unbekannte Denisa Chladkova. Nach den spannenden und meist langen Ballwechseln im Kurnikowa-Match mussten sich die Zuschauer nun aber eher mit Hausmannskost begnügen. Die Zahl der vermeidbaren Fehler war auf beiden Seiten hoch. Wie so oft im ersten Turnierspiel fand die 25 Jahre alte und beste deutsche Spielerin nicht in ihren Rhythmus.
Der erste Satz war dennoch Formsache und nach 39 Minuten sicher unter Dach und Fach gebracht. Auch danach schien sich die Weltranglisten-14. nicht beirren zu lassen. Doch als sie den Sack hätte zumachen sollen, leistete sie sich eine unverständliche Schwäche und musste in den dritten Durchgang. Von ihrer beeindruckenden Leistung im Fedcup-Match gegen Conchita Martinez, das Kapitän Markus Schur als «Weltklasse» einstufte, war die Rothenbaum- Halbfinalistin der Jahre 1992 und 1995 zwar auch da noch einiges entfernt. Aber mit der geballten Kraft ihrer Routine ließ sie der Weltranglisten-41. aus Tschechin nun keine Chance mehr.
«Das erste Match ist meist das schwerste», weiß Anke Huber. Und deshalb ist der Traum vom ersten Titel in der Hansestadt trotz der starken Konkurrenz von Martina Hingis (Schweiz), die ihr Auftaktmatch trotz Fuß-Problemen locker mit 6:4, 6:1 gegen die Österreicherin Sylvia Plischke gewann, oder die an diesem Donnerstag gegen Irina Spirlea aus Rumänien ins Geschehen eingreifende Vorjahressiegerin Venus Williams (USA) nicht vollkommen illusorisch.
Der nächste Prüfstein auf diesem Weg wird am Donnerstag (14.00 Uhr) auf dem Center Court die Belgierin Sabine Appelmans sein. Huber: «Sie ist als Linkshänderin immer gefährlich und schlägt gut auf. Ich werde versuchen, aggressiver zu spielen.» Andrea Glass trifft zur selben Zeit auf Platz eins auf die Russin Tajana Panowa.
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