Alle Sport-Artikel vom 1. Januar 2004
Rechteinhaber Infront verlängert nicht

Bundesliga sucht Abnehmer

München (rpo). Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) muss sich nach einem neuen Rechtevermarkter umsehen. Nachdem der Schweizer Vertragspartner Infront mit Günther Netzer die Option auf eine Vertragsverlängerung verstreichen ließ, kann bei den Profi-Clubs nun von Planungssicherheit keine Rede mehr sein. Die Fußball-Bundesliga geht damit in finanzieller Ungewissheit ins neue Jahr. Infront wird ihren Vermarktungsvertrag mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorerst nicht über das Saisonende hinaus verlängern. Eine entsprechende Option, wonach das Schweizer Unternehmen mit Sitz in Zug für 295 Millionen Euro in der nächsten und 300 Millionen Euro in der übernächsten Spielzeit hätte am Ball bleiben können, verstrich nach DFL-Angaben zum Jahresende. "Damit endet das bestehende Vertragsverhältnis mit Ablauf der laufenden Spielzeit 2003/2004. Es ist jetzt Aufgabe der DFL, unverzüglich Verhandlungen mit den Nachfragern aufzunehmen", erklärte Ligaverbands-Präsident Werner Hackmann in einer Pressemitteilung. "Die bis zuletzt geführten Gespräche konnten trotz aller Bemühungen nicht zum Abschluss gebracht werden, obwohl Bewegung in die Verhandlungen gekommen war", fügte Wilfried Straub als Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung hinzu. Für die DFL ist der Weg nun frei für die Eigenvermarktung, nachdem Infront zuletzt für pauschal 280 Millionen Euro jährlich sämtliche TV-Rechte erworben hatte. Unter anderem muss nun mit dem Pay-TV-Sender Premiere, aber auch mit dem DSF über einen direkten Vertrag zwischen Liga und Sender verhandelt werden. Der Kontrakt mit der ARD ist dagegen von dem Infront-Ausstieg unberührt, da die DFL in diesen einsteigt. Zuletzt hatte Infront unter anderem die Fernseh-Verträge mit Premiere (150 Millionen Euro pro Saison), der ARD (65 Mio.) dem DSF (12 Mio.) und dem ZDF (10 Mio.) ausgehandelt. Durch direkte Verträge erhofft sich die Liga Steigerungen, zumal sowohl bei Premiere als auch beim DSF nach verlustreichen Jahren die Gewinnzone in Sicht ist. Beim DSF bleibt man trotz der jüngsten Entwicklungen gelassen. "Wir sind seit über zehn Jahren ein zuverlässiger und erfolgreicher Partner - und zwar sowohl mit der ersten als auch mit der zweiten Liga", erklärte DSF-Geschäftsführer Rainer Hüther in einer ersten Reaktion: "Wir haben vorgebaut und betrachten das Thema mit Gelassenheit." Wie mit allen anderen TV-Anbietern und Rechte-Händlern will die DFL aber auch mit dem Netzer-Unternehmen und dessen Tochter Buli GmbH möglicherweise erneut verhandeln. "Im Rahmen der jetzt zu führenden Gespräche werden auch die mit der Infront Buli GmbH wieder aufgenommen", stellte die DFL ausdrücklich fest. Zuletzt war außerdem der Aufbau eines eigenen Liga-Kanals immer wieder genannt, aber letztlich als zu teuer und zu risikoreich eingestuft worden. Die 36 Profi-Klubs, die sich auf einer Vollversammlung voraussichtlich Ende Januar oder Anfang Februar erneut treffen wollen, streben im Fernseh-Bereich weiterhin die Zentralvermarktung an. Nach Darstellung der DFL hatte Infront zuletzt 272,5 bzw. 277,5 Millionen Euro für die beiden Spielzeiten bis 2006 geboten - was die Liga-Vollversammlung einstimmig abgelehnt hatte. mehr

Der MSV-Chef erholt sich in der Schweiz

Alles Chefsache

Duisburg (RP). Walter Hellmich genießt die Tage um den Jahreswechsel im Schnee. Der MSV-Chef fährt mit seiner Ehefrau Ski im hübschen Schweizer Bergdorf Saas Fe. Als RP-Redakteur Bernd Bemmann ihn  am Montag Abend erreichte, kam der 58-Jährige gerade von der Piste. Erholen Sie sich gut? Das muss ich doch, schließlich war das letzte Jahr anstrengend, und das in vielfältiger Form. Im Einzelnen bitte. Naja, man muss sehen, dass die Geschäfte laufen, dass die Firmen intakt bleiben, dass die Mitarbeiter einen sicheren Arbeitsplatz haben, das alles ist heutzutage nicht gerade leicht. Der Stadionbau mit seinen Unwägbarkeiten und immensen Anstrengungen, dazu der offenbar geglückte Versuch, den Verein wieder auf sicherere Beine zu stellen, das alles war ziemlich viel auf einmal und hat viel Kraft gekostet. Jetzt tanke ich auf. Ihr rein sportlicher Ausblick auf 2004? Um Klartext zu reden: Wir haben die wirklich nicht so tolle Ausgangsposition selbst verschuldet. Es gilt, den Schaden zu reparieren. Aufgeben gilt nicht. Es wäre doch das Schlimmste, wenn wir jetzt sagen würden, okay, das war's, die Saison haken wir ab. Das tun wir nicht. Es sind immerhin noch 17 Spiele zu bestreiten. Wir dürfen unsere Ziele nicht aufgeben. Noch sind wir im Geschäft, auch wenn ich mir die Tabellensituation anders vorgestellt habe, nämlich besser. Haben Sie sich in der Mannschaft getäuscht, haben Sie geglaubt, dass sie nach dem Personalschnitt stärker sein würde? Ich habe vor einiger Zeit gesagt, dass wir vor Wochen der Wahrheit stehen. In diesen Wochen der Wahrheit ist manches daneben gegangen. Das muss ausgeglichen werden. Ich glaube immer noch daran, dass die Jungs das Zeug haben, wesentlich besser zu sein als der aktuelle Tabellenstand. Sie bauen ein neues Stadion, die Mannschaft offenbart Heimschwäche - das passt noch nicht zusammen. Klar, die fünf zurück liegenden Heimspiele bei einem mageren Gewinn von nur zwei Punkten schmerzen. Das war ein Rückschlag, das muss anders werden. Wir müssen zurück zur Heimstärke. Mit neuem Personal? Ja, wir arbeiten daran. Dem schwedischen Abwehrspieler Johan Andersson geht ein guter Ruf voraus. Er ist ja seit Jahren Stammspieler in Hammarby. Wenn Norbert Meier glaubt, dass er eine echte Verstärkung sein kann, dann nehmen wir ihn. Wir stehen zudem mit etlichen Spielern in Kontakt. Auch zu Dirk Lottner? Das ist offen, das wird schwierig, und da wird sich vor dem 5. oder 6. Januar nichts entscheiden. Es gibt Kontakte, aber noch keine direkte Verbindung. Ich habe mit dem Mann noch nicht gesprochen. Das Thema neue Spieler ist Chefsache? Alles ist Chefsache. Freilich, ich muss mich auf den Sachverstand meiner Männer verlassen, denen ich vertraue. Für alles andere muss ich doch den Kopf hinhalten. Zum Jahresabschluss: War es ein gutes Jahr für Sie? Ja, ich bin zufrieden, persönlich und beruflich. Wir konnten sogar Arbeitsplätze schaffen und haben, so glaube ich, wichtige Akzente für Duisburg gesetzt. Ich denke da ans Medical Center oder Infineon, das absolut Größte ist natürlich die neue Arena. Wenn ich daran denke, dass der Ministerpräsident vor einem Jahr erklärte, es könne keine Landesbürgschaft geben und wenn ich heute sehe, wie das Stadion wächst, dann kommt mir das schon gigantisch vor. Mein Bestreben wird es auch in 2004 sein, für Duisburg Positives zu bewirken." Das Gespräch führte Bernd Bemmann. mehr

Am 18. Januar Finale in Senegals Hauptstadt

Paris-Dakar: Frauen mit Auftakt nach Plan

Clermont-Ferrand (rpo). Bei der 26. Auflage der Rallye Paris-Dakar ruhen die deutschen Hoffnungen auf den Damen: Andrea Mayer und Jutta Kleinschmidt bewiesen zum Prolog in der französischen Auvergne erstmals ihr Können. Bei Schnee und Kälte begann die Dakar-Rallye für die beiden Wüsten-Ladies planmäßig. Auf dem 1,5 km langen Prolog, einem Rundkurs bei Clermont-Ferrand, belegte Andrea Mayer (Kaufbeuren) im Mitsubishi Pajero in 1:46,56 Minuten einen ausgezeichneten sechsten Rang. VW-Pilotin Kleinschmidt (Köln), die den berühmt-berüchtigten Wüsten-Marathon 2001 als erste Deutsche und als erste Frau gewann, fuhr in 1:54,75 auf Platz 13. Erster Spitzenreiter war der Japaner Kenjiro Shinozuka (Nissan) in 1:41,62 Minuten. Dahinter folgten der Südafrikaner Giniel de Villiers im Nissan (1:42,15) und Italiens Mitsubishi-Pilot Miki Biasion (1:42,26). In Afrika wird's ernst "Der Auftakt war wegen des tiefen Bodens nicht ganz einfach. Mit meiner Platzierung bin ich zwar ganz zufrieden, allerdings ist mir der Zeitabstand auf Shinozuka zu groß. Die eigentliche Rallye aber beginnt erst in Afrika", sagte Jutta Kleinschmidt. Größere Freude gab es im Lager von Andrea Mayer: "Das war ein gelungener Start. Die riesige Zuschauerkulisse hat mich begeistert. Meine Aufgabe im Team ist klar definiert: Ich fahre das vierte Auto, habe die Ersatzteile für die anderen dabei und muss anhalten, wenn ich Hilfe leisten muss." Am Neujahrstag machte die Wüstenrallye zum ersten Mal seit 1991 in der Region Auvergne Station. Rund 5000 Zuschauer jubelten den 142 Autos, 195 Motorrädern und 63 Lastwagen auf dem ersten von insgesamt 17. Wegstücken zu. Am 18. Januar wird die Motor-Karawane nach mehr als 11.000 Kilometern in Senegals Hauptstadt ankommen. Nach dem Prolog ging es auf einer 395 Kilometer langen Strecke über die Autobahn weiter Richtung Narbonne. Die 2. Etappe führt am 2. Januar über eine 25 Kilometer lange Spezialprüfung von Narbonne nach Castellon. mehr

Skispringer Georg Späth im Interview

Späth und Uhrmann sorgen für Furore

Düsseldorf (rpo).  Nach dem Neujahrsspringen der Vierschanzentournee ist die Hierarchie in der deutschen Skispringermannschaft endgültig auf den Kopf gestellt. Wie aus dem Mannschaftsspringer ein Kandidat für die Spitzenplätze werden konnte, erklärt der Dritte aus Garmisch, Georg Spaeth, im Interview. sid: "Georg Späth, den ersten Podestplatz Ihrer Karriere haben Sie ausgerechnet beim Neujahrsspringen errungen. Haben Sie damit gerechnet?" Georg Späth: "Einfach Wahnsinn. Das ist mein größter Tag. Auf dem Siegerpodest zu stehen, ist schon ein tolles Gefühl. Nach Oberstdorf habe ich gedacht, dass das schon extrem gut war, und jetzt ist es noch besser geworden. Eigentlich ist es fast nicht zu glauben." sid: "Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie als Vorletzter im zweiten Durchgang an den Ablauf mussten?" Späth: "Das war schon eine spezielle Situation, aber ich hatte gedacht, dass ich nervöser bin. Mit den guten Sprüngen bei der Tournee ist auch bei mir die Sicherheit gekommen. Ich habe eigentlich noch keinen schlechten Sprung gemacht, und da hat man einfach jede Menge Selbstvertrauen." sid: "Michael Uhrmann und Sie haben die Hierarchie im deutschen Team komplett durcheinander gewirbelt ..." Späth: "Das ist schon komisch. Man sagt immer, wir sind die zweite Garde. Uns tut diese Situation unheimlich gut. Schöner wäre es natürlich, wenn Sven Hannawald und Martin Schmitt auch besser wären." sid: "Welche Ziele haben Sie für die Gesamtwertung?" Späth: "Darüber habe ich noch gar nicht richtig nachgedacht. Ich bin erst mal froh und genieße die neue Situation. An einen Podestplatz will ich gar nicht denken. Ich mache weiter meine Sprünge und versuche, ruhig zu bleiben. Dann kommt alles von selbst. " mehr

Sigurd Pettersen gewinnt auch in Garmisch

Garmisch: Deutsche Nobodys begeistern

Garmisch-Partenkirchen (rpo). Beim Skispringen in Garmisch-Partenkirchen hat Georg Späth mit einem dritten Platz die Formkrisen von Sven Hannawald und Martin Schmitt vergessen lassen. Dem Norweger Sigurd Pettersen ist indes nach seinem zweiten Erfolg der Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee kaum noch zu nehmen. Mit seinem Überraschungs-Sprung auf den dritten Platz hat ausgerechnet Nobody Georg Späth die Krise der deutschen Skispringer vorerst beendet und den am Neujahrstag auf Rang neun abgerutschten Sven Hannawald als Vorflieger glänzend vertreten. Drei Tage nach seinem Triumph von Oberstdorf gewann der Norweger Sigurd Pettersen in Garmisch-Partenkirchen auch das Neujahrsspringen der 52. Vierschanzentournee und jagt nun den Jahrhundert-Rekord von 2001, als Hannawald als Erster bei allen vier Konkurrenzen des Skispringer-Grand-Slams vorne lag. "Das ist das Genialste, was ich in meinem Sportlerleben bisher erlebt habe. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", sagte Georg Späth, der zum ersten Mal in seiner Karriere nach einem Weltcup auf dem Siegerpodest stand und dafür insgesamt 16.000 Euro Prämien kassierte: "Ich wusste, dass ich ganz vorne mitmischen kann, denn ich habe hier keinen einzigen schlechten Sprung gemacht. Ist trotzdem komisch, dass ich jetzt besser bin als Sven Hannawald. Eigentlich bin ich doch die zweite Garde." Einen halben Weitenmeter Pettersen lag beim ersten Norweger-Sieg am Neujahrstag seit zehn Jahren (Espen Bredesen 1994) am Ende nur sieben Zehntelpunkte oder einen halben Weitenmeter vor dem Österreicher Martin Höllwarth, der sich bei Halbzeit der Tournee mit 522,2 Gesamtpunkten als ärgster Verfolger des Norwegers (549,0) positionierte. Die diesmal starke deutsche Mannschaftsleistung komplettierten Michael Uhrmann (Rastbüchl) und Maximilian Mechler (Isny) auf den Rängen sieben und zwölf. Martin Schmitt (Furtwangen) wurde nur 22. Späth (510,0) und Uhrmann (506,5) liegen in der Gesamtwertung auf den Rängen drei und vier. Pettersen übernahm mit 406 Punkten auch das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtweltcup und zeigte sich zu weiteren Großtaten bereit: "Garmisch war meine Wackelschanze, jetzt kann ich noch zweimal gewinnen." Dazu besteht in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) noch Gelegenheit. 40.000 Euro hat Pettersen schon kassiert, der japanische Geländewagen als Zusatz-Prämie für den Gesamtsieg ist greifbar nahe. Superleistung keine Sensation "Für mich ist die Superleistung von Georg keine Sensation mehr. Er hat eine stabil gute Form und hätte hier sicher gewonnen, wenn er im Finale technisch besser gesprungen wäre", meinte Bundestrainer Wolfgang Steiert und lobte auch seinen an sich zweifelnden Musterschüler Hannawald: "Svens Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Was er hier an den zwei Tagen vorher abgeliefert hat, war weit unter normal. Aber er ist nicht abgestürzt." Hannawald selbst war mit dem Top-Ten-Platz am Ende ganz zufrieden, von seiner derzeitigen Form aber bitter enttäuscht: "Ich habe schon mehr Freude am Springen gehabt. Die Fragezeichen bei mir werden von Sprung zu Sprung größer. Irgendwas passt nicht. Ich bin sprachlos und habe keine Ahnung, warum das alles so in die Hose geht. Der Finalsprung war wenigstens ein kleiner Schritt nach vorn. Ich darf mich jetzt nur nicht total verhaspeln." Vorjahrespleite unbedingt vergessen machen Die Pleite des Vorjahres, als Hannawald auf der von der deutschen Mannschaft ungeliebten Uralt-Schanze trotz Sturz und Platz zwölf noch bester DSV-Springer war, wollte Steiert unbedingt vergessen machen. Der Coach zog mit der Mannschaft wieder vom abgeschiedenen Teamquartier der letzten Jahre am Eibsee direkt in den Silvester-Trubel von Garmisch-Partenkirchen. Seine Männer labten sich am abendlichen Büffet bei Hirschrücken und Passionsfrucht und versuchten sich komplett in interner Runde mit einer Neujahrs-Ansprache. Bis auf Sven Hannawald, der sich als Redner von seiner Freundin Suska vertreten ließ. Hannawald war nach seinem bei der Vierschanzentournee schon traditionellen Qualifikations-Boykott für das Prestige-Springen auf den letzten Startplatz gesetzt und musste deshalb im nach dem K.o. -System ausgetragenen ersten Durchgang gegen den im Training überragenden Janne Ahonen (am Ende Vierter) antreten. Die RTL-Superstars bemühten sich zwar noch kurz vor dem Springen im Schanzenauslauf, ein Wunder herbeizusingen, aber mehr als 114,5 Meter waren für "Hanni" nicht drin, die Aussichten auf den zweiten Sieg in Garmisch-Partenkirchen nach 2002 dahin. Im Finale gelangen wenigstens 116 Meter und eine Verbesserung um drei Ränge. Alles ging wie von selbst Dagegen ging für Späth, der nach dem ersten Durchgang nur drei Punkte hinter Topfavorit Pettersen sogar auf Rang zwei lag, "von Anfang an alles wie von selbst. Bei mir ist derzeit einfach jeder Sprung wie der andere. Ich springe los und weiß, dass es klappt." Während Steiert auch angesichts des aussichtsreichen sechsten Platzes von Michael Uhrmann vor dem Finale die Devise: "Jetzt springen wir um den Sieg mit" ausgab, meinte sein Vorgänger Reinhard Heß als Zaungast: "Ich würde mir wünschen, dass Georg Späth dokumentiert, dass er zum Siegspringer gereift ist." Das klappte am Ende nicht ganz, weil Späth seinen Finalsprung nicht perfekt zu Tal brachte und zwei Weitenmeter hinter Pettersen (120,5) blieb: "Das war doch eine größere Herausforderung, obwohl ich nicht übermäßig nervös war." Ein Kompliment kam von Zimmer-Kumpel und Tournee-Rivale Michael Uhrmann: "Der Georg ist so ein Super-Typ, wenn ich es einem gönne, dann ihm." mehr

79. Silvesterlauf in Sao Paulo

Legendärer Silvesterlauf in Rio

Sao Paulo (rpo). Der Brasilianer Marilson Gomes dos Santos hat den legendären "Sao Silvestre" in Sao Paulo gewonnen. Bemerkenswert dabei, dass damit die Siegesserie der sonst so unbezwingbaren Afrikaner endete. Der 10.000-m-Zweite der panamerikanischen Spiele verwies über 15 Kilometer bei 32 Grad im Schatten in 43:48 Minuten seinen Landsmann Romulo Wagner (43:57) sowie die favorisierte Konkurrenz aus Kenia auf die Plätze. "Ich wollte unbedingt gewinnen", sagte der traditionell mit dem Siegeslorbeer bekränzte dos Santos mit stolzgeschwellter Brust: "Keiner hätte mich schlagen können." New-York-Marathongewinner Martin Lel (43:58) und Vorjahressieger Robert Cheruiyot (44:17) belegten bei der 79. Auflage des ältesten Silvesterlaufs der Welt die Ränge drei und vier. Neunmal in den vergangenen zwölf Jahren hatten Afrikaner gewonnen, letztmals 1997 ein Brasilianer. Bei den Frauen feierte die Kenianerin Margaret Okayo einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. In 51:23 Minuten lag die New-York-Marathonsiegerin mit 1:12 Minuten Vorsprung vor Deborah Mengich (ebenfalls Kenia) und der Brasilianerin Marcia Narloch (52: 49). Rund 15.000 Sportler aus aller Welt wurden bei dem 1925 erstmals ausgetragenen Straßenlauf-Klassiker von vielen Tausend Zuschauern entlang der Prachtboulevards in Südamerikas größter Stadt frenetisch angefeuert. Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten findet der Lauf jedoch am Nachmittag statt. mehr

Formel-1 Weltmeister feiert Samstag den 35. Geburtstag

Schumi "motiviert wie nie"

Neuss/Trysil (rpo). Nach dem historischen Triumph rieten viele Michael Schumacher dazu, auf dem Gipfel der Karriere abzutreten. Der Kerpener hat nun im Winterurlaub in Norwegen neue Kraft getankt und brennt darauf, alle Skeptikern trotz seiner bald 35 Lenze zu widerlegen. Er tankt im hohen Norden Kraft für die neue Saison und fühlt sich auch mit 35 noch nicht zu alt für Rekorde. Am 3. Januar feiert der sechsmalige Formel-1Weltmeister Michael Schumacher Geburtstag, ehe er ab Mitte Januar zu Testfahrten in sein rotes Dienstfahrzeug zurückkehrt - motiviert wie nie und besser denn je. Davor liegt für Schumacher die schon traditionelle Verschnaufpause im norwegischen Trysil. Seit Jahren feiert er dort in einer Skihütte mit Ehefrau Corinna, Tochter Gina Maria und Söhnchen Mick Weihnachten, Silvester und den eigenen Ehrentag. "Zu seinem Geburtstag kommen immer wieder Gäste. Jean Todt war in den vergangenen Jahren mal da, sein Bruder Ralf, der Vater oder Jos Verstappen, sein bester Freund im Fahrerfeld", erzählt Schumachers Pressesprecherin Sabine Kehm. So sind Geburtstagsfeiern auf der Rennstrecke selbst im Hause Schumacher selten. "Wenn es früher Anfang Januar mal ein Kartrennen gab, dann ist Michael wohl an seinem Geburtstag auf der Rennstrecke gewesen, sonst aber nicht", sagt Sabine Kehm. Wenn alles klappt, geht der Champion diesmal schon zu Saisonbeginn am 7. März in Melbourne mit einem neuen Arbeitsgerät auf die Piste. "Das steht für uns fest", versicherte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo in einem Interview mit dem kicker. Dort kündigte auch Ferrari-Technikchef Ross Brawn an: "Michael ist noch mehr motiviert als je zuvor - 2004 werden wir den besten Schumi aller Zeiten erleben." Auch zwölf Jahre nach seinem ersten Grand-Prix-Sieg am 30. August 1992 in Spa hat Michael Schumacher also noch viel vor, obwohl oder vielleicht gerade weil er inzwischen der zweitälteste Fahrer im Feld hinter dem 37 Jahre alten Toyota-Piloten Olivier Panis ist. Zu alt fühlt sich der "Rote Riese" aber nicht, schließlich fehlen ihm nur noch drei Bestmarken, dann hält Schumacher so ziemlich alle denkbaren Formel-1-Rekorde. Neue Höchstmarken im Visier Nur der Italiener Alberto Ascari hatte von 1952 bis 1953 mit neun Siegen in Serie einen besseren Lauf als Schumacher (sechs Siege in Folge) und nur Ayrton Senna liegt mit 65 Pole Positionen noch vor dem Kerpener (55). Ganz automatisch nähert sich der Deutsche auch dem Italiener Riccardo Patrese, der mit 256 Starts die meisten Grand-Prix-Rennen bestritten hat. Schumacher liegt derzeit bei 194 Einsätzen und fühlt sich nach Angaben seiner Pressesprecherin "jünger als er offiziell ist". Auch deshalb dementiert der Champion wohl immer wieder die Gerüchte um das Karriereende. Bis Ende 2006 steht er noch bei Ferrari unter Vertrag, und den will "Europas Sportler des Jahres" in jedem Fall erfüllen. mehr

Goalie Olaf Kölzig muss pausieren

NHL: Sturm weiter auf Playoff-Kurs

Buffalo (rpo). In der nordamerikanischen Profiliga haben die deutschen Spieler mit ihren Clubs mal wieder Erfolge feiern können. Während Marco Sturm mit den San Jose Sharks trotz eines nur knappen Siegs weiter auf Playoff-Kurs bleibt, glänzte Jochen Hecht bei den Sabres mit zwei Vorlagen. Bei den Columbus Blue Jackets gewannen die Sharks zwar nur 1:0, schraubten ihr Konto aber auf 44 Zähler und sind damit weiter Spitzenreiter in der Pacific Division. Den Treffer des Tages für San Jose, bei denen Christian Ehrhoff nur auf der Bank saß, erzielte knapp fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit Alyn McCauley. Gleich acht Tore sahen die 16.310 Zuschauer in Buffalo beim 7: 1-Erfolg der Sabres mit dem deutschen Nationalstürmer Jochen Hecht über die Washington Capitals. Der frühere Mannheimer gab beim 15. Saisonsieg seines Klubs zwei Vorlagen, musste aber auf das deutsche Duell mit Torhüter Olaf Kölzig verzichten. Der blieb bei den Capitals außen vor und wurde durch Maxime Ouellet ersetzt, der in seinem fünften NHL-Spiel lediglich 35 von 42 Schüssen hielt. Damit warten die "Caps" weiterhin auf den 1000. Sieg ihrer Vereinsgeschichte und können die Playoffs mit 26 Zählern wohl ebenso abschreiben wie die Sabres (34). mehr

"Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe"

Schanzen-Streit: Schmitt bekräftigt Kritik

Garmisch-Partenkirchen (rpo). Das Neujahrspringen in Garmisch-Partenkirchen ist das wohl berühmteste Springen der Welt. Mit seiner deutlichen Kritik an der Schanze hat der viermalige Weltmeister Martin Schmitt heftige Reaktionen auf sich gezogen. Und dennoch, er bleibt dabei. Schmitt will sich im Streit um die Uralt-Schanze in Garmisch-Partenkirchen nicht für seine Abriss-Forderung entschuldigen. "Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe, schließlich habe ich diese Meinung schon seit Jahren. Die Organisatoren geben sich alle Mühe, aber große Springen sollten auf großen Schanzen stattfinden. Diese hier ist veraltet", sagte der viermalige Weltmeister am Rande des Neujahrsspringens dem sid. Die Organisatoren des wohl berühmtesten Skispringens der Welt hatten zuvor eine Entschuldigung von Schmitt gefordert. Gleichzeitig bestätigte OK-Präsident Toni Guggemoos, dass es bereits Pläne für einen Abriss des aus dem Jahr 1950 stammenden Anlaufturms und einen Neubau einer Schanze gebe. Das Konzept könnte in drei bis fünf Jahren umgesetzt werden und würde etwa fünf Millionen Euro kosten. Skisprungchef Walter Hofer bestätigte, dass auch die derzeitige Anlage zu 100 Prozent den Richtlininen des Internationalen Skiverbandes (FIS) entspreche. "Schmitt hat Frust, weil es bei ihm nicht läuft" Rückendeckung bekommt der deutsche Teamkapitän von seinem Bundestrainer Wolfgang Steiert ("Ich kann Martin nur voll zustimmen") und dem ehemaligen Tourneesieger Dieter Thoma: "Die haben einen Anlaufturm aus dem 2. Weltkrieg oder kurz danach. Man sollte sich wirklich überlegen, wie man die Lage für alle verbessert." Hansjörg Rieß kann die herbe Kritik als Pressesprecher des Organisationskomitees nicht nachvollziehen und schießt zurück. "Schmitt hat Frust, weil es bei ihm nicht läuft. Aber er sollte seinen Frust nicht an anderen auslassen", sagte Rieß dem Münchner Merkur. Letzte Schanze, die umbebautwerden muss Die Schanze im Ortsteil Partenkirchen ist die letzte der vier Tourneeschanzen, die noch nicht umgebaut wurde. In Oberstdorf wurde am vergangenen Samstag die für 16,6 Millionen Euro umgebaute Allgäu-Arena eingeweiht. Auch der Bakken für das Abschlusspringen in Bischofshofen (6. Januar) wurde in diesem Sommer für 3,5 Millionen Euro umgebaut. Die Schanze für das Innsbrucker Springen (4. Januar) wurde ebenfalls abgerissen und komplett neu konzipiert. mehr

Rehagel beliebter als der Regierungschef

Griechenland: Rehagel ist "Gesicht des Jahres"

Athen (rpo). Die Erfolgsstory des deutschen Fussball-Nationaltrainers Otto Rehhagel ist um ein Kapitel reicher. Von den Lesern der mit Abstand auflagenstärksten Athener Tageszeitung "Ta Nea" wurde er zum "Gesicht des Jahres 2003" gekürt. Er verwies selbst den griechischen Regierungschef auf Platz zwei. Rehagel ist unter Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft und Kunst zum "Gesicht des Jahres 2003" gewählt worden. Der 65 Jahre alte Fussball-Lehrer erhielt 2689 (14,70 Prozent) der insgesamt 18.298 Stimmen. Damit verwies Rehhagel den sozialistischen Regierungschef Kostas Simitis (7,24 Prozent), Kunstturner Demosthenes Tambakos (4, 91), 400-m-Hürdenläufer Perikles Iakovakis (4,79) sowie den konservativen Oppositionsführer Kostas Karamanlis (4,31) auf die Plätze zwei bis fünf. Der Athener Erzbischof Christodoulos folgt mit 4,15 Prozent als Sechster. Der weltweit renommierte Komponist Mikis Theodorakis landete auf Platz neun (3,59). Rehhagels Team für EM-Endrunde qualifiziert Rehhagels Team hatte sich am 11. Oktober durch einen 1:0-Sieg gegen Nordirland erstmals seit 1980 wieder für eine EM-Endrunde qualifiziert. Die aktuell auf dem 30. Weltranglistenplatz notierten Griechen kassierten ihre bis dato letzte Niederlage am 13. Oktober 2002 beim EM-Qualifikations-Spiel in der Ukraine (0:2). Rehhagel gab seinen Einstand als griechischer Nationaltrainer am 5. September 2001 bei der WM-Qualifikation in Finnland (1:5). Mitte November 2003 hat der griechische Verband den Vertrag mit seinem Erfolgscoach bis zur WM 2006 in Deutschland verlängert. mehr