65. Tour de Suisse: Armstrong gewinnt Prolog
zuletzt aktualisiert: 19.06.2001 - 19:33Rust (rpo). Die indirekten Dopinganschuldigungen von Willy Voet haben Lance Armstrong nicht aus der Bahn geworfen. Das bewies der US-Amerikaner zum Auftakt der 65. Tour de Suisse. Nach 7,9 Kilometern in 9:44,22 Minuten durfte sich Armstrong als Lohn für die hervorragende Arbeit das Goldtrikot des Spitzenreiters überziehen.
Zweiter mit nur fünf Sekunden Rückstand wurde Laurent Jalabert. Der französische Kapitän des dänischen CSC-Rennstalls vom früheren Tour-Sieger Bjarne Riis (Dänemark) konnte als einziger Fahrer die Phalanx der stark auftrumpfenden Profis des US-Postal-Teams um Kapitän Armstrong Paroli bieten.
Ohne Olympiasieger Jan Ullrich blieb das Team Telekom bei dem Einzelzeitfahren über 7,9 Kilometer im Bereich seiner Möglichkeiten. Als Teamkapitän schlug sich Sprintstar Erik Zabel in 10:40,73 Minuten im Rahmen seiner Möglichkeiten, schneller waren jedoch seine Kollegen Rolf Aldag (Ahlen) und Alexander Winokurow. Straßenmeister Aldag wurde in 10:08 Minuten gestoppt, in ausgezeichneten 9:54,18 Minuten fuhr der Olympiazweite Winokurow auf den elften Platz. Auf Winokurow hatte Telekom-Teamdirektor Walter Godefroot schon vor dem Start gesetzt: "Unser Ziel sind ein oder zwei Etappensiege. Aber vielleicht ist ja auch im Gesamtklassement was drin".
Niermann als Achter bester Deutscher
Bester deutscher Fahrer auf dem anspruchvollen Kurs war Grischa Niermann. Der Hannoveraner vom niederländischen Rabobank-Rennstall benötigte 9:53,58 Minuten und wurde damit Achter. Im deutschen Coast-Team dominierte auf dem 17. Platz erwartungsgemäß der Lokalfavorit Alex Zülle (9:57:47). Im Team Gerolsteiner überraschte der Allgäuer Uwe Peschel (Scheidegg) mit 9: 57:58 Minuten und Rang 18.
Die erste Richtzeit hatte der Belgier Marc Wauters (9:53:90) vorgelegt, 45 Minuten später begann die US-Postal-Gala, an deren Ende Armstrong triumphierte. "Es war sehr windig und der kurvenreiche Kurs mit seinen kurzen Geraden schwierig. Aber der Sieg heute ist ein gutes Zeichen für die Tour de France. Es wird kaum möglich sein, das Goldene Trikot zehn Tage zu verteidigen. Aber mal sehen wie es läuft", sagte der Texaner, nachdem zwischenzeitlich drei Postal-Fahrer an der Spitze lagen.
US-Postal-Orkan
Zunächst legte George Hincapie (USA) 9:53,33 Minuten vor, dann verbesserte Zeitfahr-Olympiasieger Wjatscheslaw Jekimow (Russland) die Team-Bilanz auf 9:49,57, die Tyler Hamilton (USA) in 9:49,49 dann noch einmal toppen konnte. Nur Jalabert verhinderte den Dreifach-Triumph für US-Postal und verwies Hamilton und Jekimow auf die nächsten Plätze. Hinter dem Schweizer Beat Zberg (9:51,24) und Servais Knaven (9:52) aus den Niederlanden wurde Hincapie Siebter vor Niermann.
Während Giro-Sieger Gilberto Simoni in 10:12 Minuten gestoppt wure, kam Stefano Garzelli als Gewinner der Italien-Rundfahrt 2000 auf 9:56,91 Minuten. Titelverteidiger Oscar Camenzind (Schweiz) benötigte 10:08,93 Minuten.
Die zweite von zehn Etappen über insgesamt 1412,9 Kilometer ist am Mittwoch auf die Sprinter zugeschnitten. Das Teilstück führt über 178,8 Kilometer von Rust nach Basel.
ERGEBNISÜBERSICHT
Prolog, Einzelzeitfahren über 7, 5 km in Rust:
1. Lance Armstrong (USA) 9:44,22 Minuten 2. Laurent Jalabert (Frankreich) 5,14 Sekunden zurück 3. Tyler Hamilton (USA) 5,27 4. Wjatscheslaw Jekimow (Russland) 5,35 5. Beat Zberg (Schweiz) 7,02 6. Servais Knaven (Niederlande) 7,66 7. George Hincapie (USA) 9,11 8. Grischa Niermann (Hannover/Rabobank) 9,36 9. Marc Wauters (Belgien) 9,68 10. Nicolas Jalabert (Frankreich) 9,85 11. Alexander Winokurow (Kasachstan/Telekom) 9,96 ... 17. Alex Zülle (Schweiz/Coast) 13,25 18. Uwe Peschel (Scheidegg/Gerolsteiner) 13,36 26. Georg Totschnig (Österreich/Gerolsteiner) 20,03 28. Andreas Klier (B-Denderhouten) 21,61 33. Rolf Aldag (Ahlen/beide Telekom) 23, 57 50. Steffen Wesemann (CH-Küttigen/Telekom) 27,14 52. Ronny Scholz (Groß-Gaglow/Gerolsteiner) 28,14 59. Sascha Henrix (Köln) 28,86 73. Udo Bölts (Heltersberg/Telekom) 31,82 93. Bert Grabsch (Seegrehna/Phonak) 38,06 95. Volker Ordowski (Weilen) 38,77 112. Jan Schaffrath (Berlin/Telekom) 47,13 127. Erik Zabel (Unna/Telekom) 56,51
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