Finanzmetropole verspricht "Spiele der kurzen Wege": Auch Frankfurt will die Spiele
zuletzt aktualisiert: 23.10.2001 - 22:18Frankfurt/Main (rpo). Auch die deutsche Finanzmetropole Frankfurt mit der Region Rhein-Main bewirbt sich nun um eine Austragung der Olympischen Spiele 2012. Eine Machbarkeitsstudie hat der Region gute Chancen auf finanzielle Gewinne in Aussicht gestellt.
Der Startschuss für die Olympia-Bewerbung ist im Magistratssaal des Rathauses gefallen. Zum zweiten Mal nach 1989 bewirbt sich die Wirtschafts- und Bankenmetropole für Olympia mit einer bis in Details ausgetüftelten Machbarkeitsstudie, die Hessens Ministerpräsident Roland Koch, Oberbürgermeisterin Petra Roth sowie Innenminister Volker Bouffier und Landrat Karl Eyerkaufer im Römer feierlich präsentierten. Am 3. November entscheidet in Hamburg das Nationale Olympische Komitee für Deutschland (NOK), ob sich das NOK für die Spiele bewerben wird.
"Spiele der kurzen Wege" heißt das Motto, unter dem sich die Stadt Frankfurt und die Region Rhein-Main dem nationalen Wettbewerb mit vier Konkurrenten stellen. "Wir haben ein schlüssiges Konzept, das uns in der Kürze der Zeit keiner zugetraut hätte. Wir liegen mit unseren Wettbewerbern gleich auf und wollen gewinnen", erklärte Koch vor der Presse. "Auf dieser Grundlage ist eine Olympia-Bewerbung nicht nur möglich, sondern geradezu Pflicht", lobte Petra Roth die gemeinsame Studie des Architekten und Stadtplaners Jochem Jourdan sowie des Unternehmensberaters Heinz-Jürgen Weiss (Arthur Andersen).
Hessens Innenminister Volker Bouffier kündigte einen zügigen Fortgang der Arbeiten an, damit die Bewerbung fristgerecht bis zum 15. Dezember beim NOK angemeldet werden kann. Die "Olympia Frankfurt Rhein-Main GmbH" wird die Arbeit aufnehmen. Als Gesellschafter engagieren sind das Land Hessen, die Stadt Frankfurt, die Region mit Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Wirtschafts-Initiative Rhein-Main in der GmbH, die Weiss ehrenamtlich leiten soll.
Das Land, die Stadt Frankfurt, die Region und die Wirtschafts- Initiative stellen bis zur nationalen Entscheidung im April 2003 etwa 10 bis 12 Millionen Mark (bis zu 6,135 Mio Euro) zur Verfügung. Sollten Frankfurt und die Region Rhein-Main vom NOK den Zuschlag erhalten, rechnet Weiss bis zur Wahl der Olympiastadt 2012 durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit notwendigen Mitteln in Höhe von 30 Millionen Euro (58,7 Millionen Mark). Das Olympiastadion steht als zentraler Punkt der Spiele im Rebstockpark an der Messe.
Die Olympischen Spiele sollen sich für Frankfurt und die Region rechnen. Die Machbarkeitsstudie erwartet Einnahmen von 1,688 Milliarden Euro, denen Ausgaben von 1,553 Milliarden Euro gegenüber stehen. Für die Kosten sollen neben der Stadt Frankfurt, die Region und das Land Hessen auch der Bund in Anspruch genommen werden.
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