Sie ist müde - Er: Noch keine Entscheidung gefallen: Aufhören oder nicht? Winkler/Lohse uneins
zuletzt aktualisiert: 06.04.2004 - 12:48Hamburg (rpo). Aufhören oder nicht? Die Bronzemedaillengewinner der Eiskunstlauf-EM von Dortumnd, Kati Winkler und Rene Lohse, sind sich offenbar uneins.
Während die 30 Jahre alte Sportsoldatin in einem vorab veröffentlichten Interview der Illustrierten Bunte bereits das Ende des Paares verkündete, ist laut Lohse eine Entscheidung noch nicht gefallen: "Wir haben so viele Termine, dass wir uns noch gar nicht zusammensetzen konnten."
"Wir haben mehr als die Hälfte unseres Weges auf dem Eis gelebt. Dieser jahrelange Kampf macht müde. Wir haben auch noch ein anderes Leben verdient", erklärte indes Winkler. Noch in der vergangenen Woche hatten sich die sechsmaligen deutschen Eistanz-Meister bei einem gemeinsamen Auftritt in Bad Liebenzell vorstellen können, zumindest bei Shows noch auf dem Eis zu stehen.
"Vielleicht lassen sich Sponsoren ins Boot holen"
Lohse, der die neue Begeisterung um den Eiskunstlauf in Deutschland genießt, könnte sich jedoch vorstellen, dank neuer Sponsoren weiter in der Weltspitze mitzutanzen: "Vielleicht lassen sich durch die erfolgreiche WM Firmen ins Boot holen."
Trainer Martin Skotnicky reagierte zurückhaltend auf die für ihn ungewisse Situation: "Ich habe Kati und Rene immer gesagt, dass ich jede Entscheidung von ihnen respektieren würde. Eingemischt habe ich mich dabei nie, sie sind schließlich alt genug und sehr erfahren. Sie werden so oder so immer als große Eistänzer in meiner Erinnerung bleiben."
Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) stünde ohne ihr Vorzeigepaar knapp zwei Jahre vor den olympischen Winterspielen in Turin vor einem Neubeginn. Der Verband müsste dann seine Hoffnungen auf die deutschen Vize-Meister Christina und William Beier setzen. Das Geschwisterpaar ist schon zum Jahreswechsel nach Oberstdorf zu Erfolgscoach Skotnicky umgezogen, bei den Welttitelkämpfen in der Westfalenhalle waren die ehemaligen Dortmunder noch nicht startberechtigt.
"Es wäre für die Beiers leichter, zusammen mit Winkler/Lohse die ersten internationalen Erfahrungen zu sammeln. Aber auch wir akzeptieren jede Entscheidung, denn Kati und Rene haben viel für uns geleistet", sagte dazu DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf.
Wie weit im Eistanz der Weg an die internationale Spitze ist, haben die Olympia-Achten von Salt Lake City am eigenen Leibe erfahren müssen. Vom ersten internationalen Einsatz bei den Europameisterschaften 1993 in Helsinki bis zur Bronzemedaille in Dortmund vergingen mehr als elf Jahre, besonders in der jüngeren Vergangenheit überschatteten zudem schwere Verletzungen den Erfolgsweg von Winkler/Lohse, die 1990 als letzte Eistanz-Meister der DDR in die Sportgeschichte eingingen.
Sie würden unterschiedliche Wege gehen
Ein Kreuzbandanriss bei Lohse hätte beinahe die Olympia-Teilnahme 2002 gekostet, weitere schmerzhafte Rückschläge für den gebürtigen Berliner waren eine schwere Schulteroperation nach einem Unfall auf dem Mountain-Bike sowie ein Innenband-Teilabriss im Knie, der den Start be den diesjährigen europäischen Titelkämpfen in Budapest verhinderte. "Wie werden eben auch nicht jünger", hatte Lohse schon am Rande der WM in Dortmund gescherzt.
Sollte die Karriere in Kürze zu Ende gehen, würden Winkler und Lohse beruflich und privat sehr unterschiedliche Wege einschlagen. Kati plant in Kempten ein Studium im Fach Tourismus-Management, Rene zöge es zu seiner Freundin nach Kanada, nicht ausgeschlossen wäre eine Trainerkarriere in Nordamerika.
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