Tennis: Favoritensterben geht weiter: Aus für Hingis - Clijsters im Viertelfinale von Filderstadt
zuletzt aktualisiert: 10.10.2002 - 16:03Filderstadt (rpo). Beim WTA-Turnier in Filderstadt hat sich mit Kim Clijsters eine Favoritin für das Viertelfinale qualifiziert. Weniger Glück hatte Martina Hingis. Die Schweizerin musste am Donnerstag nach zwei glatten Sätzen die Segel streichen.
Die 22-Jährige unterlag beim WTA-Turnier in Filderstadt bereits im Achtelfinale der Russin Jelena Dementjewa mit 3:6 und 1:6. "Im Moment ist es für mich einfach wichtig, mit den Besten mitzuhalten und mitzuspielen. Wenn das geht, wenn es wieder gut läuft, dann denke ich auch mal wieder an die Nummer eins", sagte Hingis im Gespräch mit dem DSF.
Seit ihrem Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause im August war es die fünfte vorzeitige Niederlage der einstigen Nummer eins. In New Haven (gegen Anastasia Myskina) und Montreal (gegen Jelena Dokic) war jeweils das Viertelfinale Endstation, bei den US Open scheiterte sie im Achtelfinale an Monica Seles und in Moskau bereits in der ersten Runde an Nadja Petrowa. "Nach so einer langen Pause fehlt es eben manchmal noch an der nötigen Kraft", sagte Martina Hingis dem DSF: "Aber ich bin gesund, alles ist in Ordnung. Da muss man halt mal auf die Zähne beißen, um wieder an die Weltspitze heranzukommen."
Das Turnier in Filderstadt, das sie seit 1996 viermal gewann, scheint ihr seit dem vergangenen Jahr kein Glück mehr zu bringen. 2001 erlitt sie im Halbfinale gegen Lindsay Davenport einen Bänderriss im rechten Knöchel - der Beginn einer langen Leidensgeschichte. Zwei Tage später verlor sie die Nummer eins der Weltrangliste an Jennifer Capriati (USA) und bekam sie bis heute nicht zurück.
Es folgten eine lange Verletzungspause, ein viel versprechendes Comeback Anfang 2002 mit Turniersiegen in Sydney und Tokio und ein erneuter Rückschlag im April am Hamburger Rothenbaum: Bänderriss im linken Knöchel, erneut drei Monate Pause. "Ich freue mich nach den letzten zwölf Monaten jedes Mal, wenn ich wieder irgendwo beschwerdefrei auf den Platz gehen und spielen darf", sagte Hingis im DSF: "Ich liebe Tennis, ich könnte mir kein Leben ohne meinen Sport vorstellen."
Bereits am Donnerstagmittag hatte die an Nummer sechs gesetzte Belgierin Kim Clijsters das Viertelfinale erreicht. Sie besiegte die Kroatin Iva Majoli mit 6:1 und 6:2. Auf der Tribüne saßen Clijsters' Vater Lei und ihr Dauerfreund Lleyton Hewitt, der mindestens ebensoviel Aufmerksamkeit auf sich lenkte wie die Spielerinnen auf dem Platz. Seit drei Jahren sind die 19-jährige Belgierin und der zwei Jahre ältere Australier ein Paar. "Wir sind mal zum Essen gegangen, er hat mich eingeladen, und danach ist es einfach so passiert", erinnert sich Clijsters: "Alles ist ganz prima, ich hoffe, es bleibt so."
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