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London/Düsseldorf
Auseinandersetzungen überschatten britisches Duell

London/Düsseldorf. Im ersten Pflichtspiel der britischen Nachbarn seit 17 Jahren siegte England gegen Schottland mit 3:0. Doch aufgrund der Vorfälle auf den Tribünen und vor dem Stadion geriet das Ergebnis in der WM-Qualifikation schnell zur Nebensache. Während des Spiels kam es auf den Rängen zu einer wilden Schlägerei, Fotos zeigen einen Fan blutüberströmt. Anstatt medizinische Hilfe aufzusuchen, machte der Anhänger einfach weiter.

Bereits vor dem Spiel war es in der Innenstadt laut englischen Medien zu Auseinandersetzungen zwischen den Fanlagern gekommen. Demnach wurden mindestens zwei Männer verhaftet und mehrere ins Krankenhaus eingeliefert.

Sportlich spielte der Sieg vor allem Gareth Southgate in die Karten. Für Wayne Rooney ist der Fall klar: "Er hat alles getan, was er tun konnte. Meiner Meinung nach hat er die Pole Position inne", betonte der englische Nationalmannschaftskapitän, nachdem die Three Lions den brisanten Battle of Britain im Wembley-Stadion für sich entschieden hatten.

Für Rooney ist damit so gut wie sicher, dass Interims-Teammanager Southgate nun zur Dauerlösung im Fußball-Mutterland England befördert wird. "Der Job ist deiner, Gareth", titelte der "Daily Telegraph". Noch ist es allerdings nicht offiziell, die Anzeichen sprechen aber eindeutig dafür. Morgen steht die Standortbestimmung gegen Spanien in Wembley an. "Ich habe den Posten in einer schwierigen Situation übernommen", äußerte Southgate, "und ich glaube, wir haben das Team gut auf die Spiele vorbereitet. Nun steht die nächste Herausforderung gegen Spanien bevor. Alles weitere liegt nicht in meinen Händen."

Immerhin hat der Coach jetzt zwei Siege in drei Spielen in der WM-Qualifikation eingefahren, und England führt die Tabelle der Gruppe F an. Southgate hatte bereits betont, er liebe den Job und die Arbeit mit dem Team. Southgate hatte die Nachfolge von Sam Allardyce angetreten, der Ende September nur 68 Tage nach dem Beginn seiner Amtszeit vom Verband FA entlassen worden war.

Southgate profitierte gegen die Bravehearts auch von der glänzenden Form der Stars vom Premier-League-Tabellenführer FC Liverpool. Die Schützlinge von Liverpool-Coach Jürgen Klopp, Daniel Sturridge (24.) und Adam Lallana (50.), sowie Gary Cahill (61.) trafen im 113. Duell der Erzrivalen für die Engländer vor 87.258 Zuschauern.

Mit zehn Punkten wurde die Tabellenführung in Gruppe F vor Slowenien (8) und der Slowakei (6) gefestigt. Schottland hat dagegen nur vier Zähler auf dem Konto, Teammanager Gordon Strachan gerät zunehmend unter Druck. "Wenn ihr denkt, dass ich in diesem Augenblick an mich selbst denke, dann kennt ihr mich nicht wirklich. Da liegt ihr komplett falsch", sagte Strachan .

(seeg/sid)
 
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