Haas trifft auf Stoljarow: Australian Open: Gute Lose für deutsche Profis
zuletzt aktualisiert: 11.01.2002 - 12:46Melbourne (rpo). Die bisher qualifizierten zwölf deutschen Tennisprofis treffen zum Auftakt der Australian Open noch nicht auf die Topstars. Der Hamburger Tommy Haas, auf Platz sieben bei den Herren als einziger Deutscher gesetzt, bekam am Freitag in Melbourne den 25-jährigen Russen Andrej Stoljarow zugelost. Bei einem Sieg träfe der Hamburger danach auf einen Qualifikanten.
Rainer Schüttler beginnt gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu, der dank einer Wild Card im 128 Profis umfassenden Feld steht. Schwerer wird es für Nicolas Kiefer, der Daviscup-Spieler hat es mit dem an Nummer 26 gesetzten Tschechen Jiri Novak zu tun.
Eine keinesfalls leichte Aufgabe haben auch Lars Burgsmüller (Essen) gegen den Slowaken Dominik Hrbaty und Axel Pretzsch (Berlin) gegen den an Nummer 23 gesetzten Nicolas Lapentti (Ekuador) zu bewältigen. Fünf deutsche Herren und sieben Damen haben sich über ihre Ranglistenpositionen direkt für die 128-köpfigen Hauptfelder qualifiziert.
Bei den Damen gibt es unter anderem drei deutsch-spanische Vergleiche. Barbara Rittner (Leverkusen) spielt gegen Eva Bes, Marlene Weingärtner (Leimen) gegen die an Nummer 19 gesetzte Angeles Montolio und Jana Kandarr (München) gegen Nuria Llagostera. Andrea Glass (Düsseldorf) muss gegen die an Nummer 17 gesetzte Österreicherin Barbara Schett antreten, die beiden Fed-Cup-Spielerinnen Martina Müller (Hannover) und Bianka Lamade (Mannheim) treffen auf Paola Suarez (Argentinien) bzw. Celine Beigbeder (Frankreich), und Anca Barna (Leimen) muss sich mit der Ungarin Petra Mandula auseinander setzen.
Derweil arbeitet Nicolas Kiefer weiterhin verbissen an seinem Comeback. "Ich bin im Moment nicht in einer Situation, in der ich alles einfach abrufen kann", sagte er dem sid am Freitag: "Ich muss mir alles wieder von vorne erarbeiten, und weil ich sehr ehrgeizig bin, will ich manchmal zu viel auf einmal." Im Training mit seinem algerischen Coach Farid Bentaous läuft es "von Tag zu Tag besser, aber manchmal sind die Schmerzen im Handgelenk plötzlich wieder da". Was fehlt, sind Matchpraxis und das Selbstvertrauen, das nur Siege mit sich bringen.
Kiefer übt sich in Geduld
"Ich muss Geduld haben", sagt Kiefer, der vor der 2:6, 2: 6-Auftaktniederlage gegen Rainer Schüttler in Sydney "total nervös und unsicher" war: "Ich habe fast drei Monate lang kein Turnier mehr gespielt, da muss man wieder ganz von vorne anfangen." Dass Schüttler nach den zuletzt gezeigten Leistungen vehement Kiefers Platz als zweiter Daviscup-Einzelspieler gegen Kroatien einfordert, lässt diesen kalt: "Ich halte mich aus dem ganzen Theater raus, auch aus den finanziellen Streitereien. Ich spiele Tennis, um die Verträge kümmert sich mein Manager Ulf Dahlström. Außerdem sind jetzt Australian Open, Daviscup ist in einem Monat."
Bis dahin hat auch Tommy Haas möglicherweise seine Jahresbilanz 2002 ein bisschen verbessert. Die steht nach der Dreisatz-Niederlage gegen den Spanier Alex Corretja beim "Colonial Classic" bei 0:3, ist für Haas aber noch kein Anlass zur Sorge: "Das waren Trainingsmatches. Am Montag geht es richtig los."
Vorher wollen sich die Schweizer aber noch in Sydney als Tennis-Großmacht etablieren. Martina Hingis trifft bei ihrer Titelverteidigung nach zweieinhalb Monaten Verletzungspause im Finale auf Meghann Shaughnessy aus den USA. Roger Federer muss sich nach seinem Triumph gegen Andy Roddick (USA) mit Juan Ignacio Chela (Argentinien) auseinander setzen.
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