Titelverteidigerin Capriati in Runde zwei: Australian Open: Haas und Schüttler weiter
zuletzt aktualisiert: 15.01.2002 - 12:24Melbourne (rpo). Als einzige deutsche Herren haben Tommy Haas und Rainer Schüttler die zweite Runde bei den Australian Open der Tennisprofis in Melbourne erreicht.
Ungeachtet des verbalen Muskelspiels mit dem Präsidenten des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Georg von Waldenfels, stürmte der Haas in 79 Minuten durch ein 6:1, 6:3, 6:1 gegen den Russen Andrej Stoljarow in die zweite Runde. Dort steht er gegen den französischen Qualifikanten Jean-Francois Bachelot erneut vor einer lösbaren Aufgabe. "Ich fühle mich noch nicht ganz so, wie ich möchte. Es fehlt noch ein bisschen das Selbstvertrauen in den Schlägen", sagte der Daviscupspieler.
Der Bad Homburger Schüttler quälte sich fast drei Stunden lang gegen den rund 100 Weltranglistenplätze schlechter notierten Franzosen Paul-Henri Mathieu, siegte dann aber mit 2:6, 6:1, 4:6, 6:1, 6:4. "Ich hatte schon einmal bei einem Showmatch in Paris gegen ihn verloren. Deshalb war ich gewarnt", meinte der 25-Jährige nach der Achterbahnfahrt. Sein zweiter Gegner bei dem mit 8,6 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier ist der einstige Weltranglisten- Erste Carlos Moya aus Spanien, dem Schüttler im vorigen Jahr im Achtelfinale unterlag. Moya hatte Becker in Melbourne einst in der ersten Runde geschockt. 1990 in Paris war der Leimener gegen Goran Ivanisevic ausgeschieden.
Von den 15 deutschen Tennisprofis überstanden sieben den Auftakt. Für Tomas Behrend und Axel Pretzsch kam das Aus. Behrend unterlag dem Belgier Xavier Malisse 4:6, 4:6, 5:7, Pretzsch erhielt nach gutem Beginn eine Lektion und verlor 5:7, 6:4, 0:6, 0:6 gegen Nicolas Lapentti aus Ecuador. Bereits am Vortag waren Nicolas Kiefer, Michael Kohlmann und Lars Burgsmüller gescheitert.
Immerhin fünf der acht gestarteten deutschen Damen stehen unter den letzten 64. Nach Barbara Rittner, Talent Bianka Lamade und Greta Arn folgten am zweiten Turniertag Marlene Weingärtner und die Nachwuchshoffnung Martina Müller. Beide bezwangen gesetzte Spielerinnen: Marlene Weingärtner siegte 6:3, 6:3 über Angeles Montolio, Martina Müller gewann 6:3, 6:4 gegen Paola Suarez aus Argentinien. Anca Barna schied beim 4:6, 4:6 gegen die Ungarin Petra Mandula dagegen ebenso aus wie zuvor Jana Kandarr und Andrea Glass.
Topgesetzte Kuerten und Hewitt schon raus
Boris Becker und Stefan Edberg lassen grüßen: Mit dem Erstrunden-Aus der Tennis-Größen Lleyton Hewitt und Gustavo Kuerten bei den Australian Open sind zum zweiten Mal seit den French Open 1990 die beiden topgesetzten Spieler zum Auftakt eines Grand- Slam-Turniers ausgeschieden.
Der gerade von Windpocken genesene Hewitt verlor mit 6:1, 1:6, 4:6, 6:7 (4:7) gegen den Spanier Alberto Martin und versetzte seinen australischen Landsleuten einen weiteren Schock. Die Gastgeber hatten sich nach den Absagen des an Nummer drei gesetzten Titelverteidigers Andre Agassi und Serena Williams sowie dem Aus von Kuerten schon am ersten Tag von gleich drei Topstars verabschieden müssen.
Tennis-Weltmeister Hewitt wollte sich trotz seiner angeschlagenen Gesundheit wenigstens einmal seinen Landsleuten zeigen. Schon am Ende des ersten Satzes hätten sich seine Beine gefühlt wie sonst gegen Ende eines vierten oder in einem fünften Satz, sagte der müde Lokalmatador. "Ein normales Turnier hätte ich auf keinen Fall gespielt. Ich wusste, dass ich nicht zu 100 Prozent fit war, deswegen bin ich nicht so enttäuscht. Trotzdem hatte ich genug Chancen zum Sieg", fügte der 20-Jährige nach dem 3:33 Stunden langen Match hinzu, in dem er Sieger Martin anschließend unsauberer Mittel bezichtigte.
Im entscheidenden Tiebreak verwandelte Martin einen Schmetterball zum 5:4 und ließ sich dann vor 15 000 Fans in der Rod-Laver-Arena mit Zustimmung des Schiedsrichters wegen Krämpfen behandeln. "Die Regeln sind die Regeln. Beim nächsten Punkt wäre ich zusammengebrochen", rechtfertigte sich die Nummer 39 der Welt. Hewitt giftete dagegen: "Ich hätte eine bessere Chance gehabt, wenn er fair gespielt hätte. Den ganzen Tiebreak lang sah er gut aus, und dann macht er so etwas."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











