Aus für Knippschild und Kandarr - Hewitt weiter: Australian Open: Kiefer und Haas nehmen erste Hürde
zuletzt aktualisiert: 16.01.2001 - 14:49Melbourne (dpa). Nach erfolgreichem Aufgalopp geht es für Nicolas Kiefer und Thomas Haas in spektakulären Zweitrunden-Duellen mit Weltklassegegnern um Alles oder Nichts. Die beiden besten deutschen Tennis-Profis erledigten ihre Pflichtaufgaben bei den Australian Open in Melbourne am Dienstag souverän und gaben in ihren Auftaktmatches keinen einzigen Satz ab. Kiefer hatte beim 6:3, 7:5, 6:2 gegen die nie erlahmende "Ballmaschine" Wayne Black aus Simbabwe das härtere Stück Arbeit zu leisten. Der 23-Jährige aus Holzminden trifft nun auf Olympiasieger Jewgeni Kafelnikow (Russland).
Haas setzte sich gegen den überforderten Chilenen Nicolas Massu mit 6:3, 6:1, 6:1 durch und wird nun vom australischen Hoffnungsträger Lleyton Hewitt gefordert. Der 19-Jährige behielt in einem begeisternden Fünf-Satz-Krimi mit 7:5, 4:6, 2:6, 6:3, 6:2 gegen den Schweden Jonas Björkman die Oberhand. Die 15 000 Zuschauer am Center Court bekamen bei dem 222 Minuten langen Spektakel ein Gala-Menü der Tennis-Extraklasse serviert. Beide Gegner schenkten sich nichts und waren praktisch gleichwertig. In dieser Form muss Hewitt endgültig zu den großen Turnierfavoriten gezählt werden.
Von den 17 deutschen Profis, die beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres an den Start gingen, erreichten zehn die zweite Runde - drei mehr als im Januar 2000. Kiefer sieht es sogar als "Vorteil, jetzt schon gegen Kafelnikow zu spielen. Ich bin vielleicht der Underdog in der Partie, aber ich weiß, wie ich gegen ihn spielen muss", meinte der 23-jährige Niedersachse nach dem Kraftakt über 2:21 Stunden gegen den spielerisch klar unterlegenen Black. "Ich wusste, dass er jeden Ball zurückbringt", sagte Kiefer, "ich musste immer wieder draufhauen, draufhauen, draufhauen." Gegen Kafelnikow hat er seine letzten beiden Matches gewonnen, insgesamt steht es 3:4. Um den "Ausgleich" zu schaffen, würde Kiefer sogar über sich hinaus wachsen: "Zur Not gebe ich 110 Prozent."
Haas hatte Massu zuletzt vor neun Tagen im Finale des ATP-Turniers von Adelaide bezwungen. "Es ist heute gut für mich gelaufen. Man muss sich in jedes Turnier reinspielen", erklärte der 22-Jährige. Haas hat sich schon ganz auf "Rocky"-Fan Hewitt eingestellt, den er sogar in Australien schon zwei Mal schlagen konnte. "Jedes Match ist neu", warnte der in Florida lebende Hanseat, "Lleyton wird sich gegen mich voll reinhängen, und ich muss mein bestes Tennis spielen, um ihn zu besiegen."
Wie im Vorjahr schlug Kafelnikow den Deutschen Jens Knippschild. Diesmal war für den Oberhausener noch weniger zu holen als 2000, als er zumindest den ersten Satz gewann. Knippschild verlor 1:6, 4:6, 2:6. Daviscupspieler Rainer Schüttler (Bad Homburg) kämpfte sich mit einem 7:5, 4:6, 7:6 (7:4), 6:4 gegen den Slowaken Ladislav Svarc in die zweite Runde.
Marlene Weingärtner (Heidelberg) zeigte beim überraschend deutlichen 6:3, 6:4 gegen die routinierte Lisa Raymond (USA) eine ansprechende Leistung und sollte auch in der nächsten Runde gegen Tina Pisnik aus Slowenien eine Chance haben. Andrea Glass (Düsseldorf) bezwang die Kroatin Jelena Kostanic 7:6 (7:3), 6:4 und trifft nun auf die an Nummer neun gesetzte Russin Elena Dementjewa. In der zweiten Runde stehen auch Qualifikant Lars Burgsmüller (Essen), der seinen Landsmann Daniel Elsner (Mannheim) nach 0:2- Satzrückstand noch mit 5:7, 6:7 (7:9), 6:3, 7:5, 6:4 niederrang, und der Mannheimer Alexander Popp nach einem 3:6, 6:4, 6:1 3:6, 6:2 gegen Paradorn Srichaphan aus Thailand.
Überraschungen blieben an den ersten beiden Turniertagen aus. Von den insgesamt 32 gesetzten Herren und Damen schied bisher nur die Amerikanerin Chanda Rubin aus.
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