Frühes Aus für Kuerten: Australian Open: Schon drei Deutsche draußen
zuletzt aktualisiert: 14.01.2002 - 13:26Melbourne (rpo). Zum Auftakt der Australian Open sind am Montag gleich drei der 15 gestarteten deutschen Profis ausgeschieden. Nicolas Kiefer, Michael Kohlmann und Jana Kandarr kassierten jeweils klare Niederlagen.
Als Andre Agassi unverrichteter Dinge schon wieder im Flieger saß, musste auch Nicolas Kiefer bei den Australian Open am Montag seinen frühzeitigen Heimflug buchen. Mit dem blamablen 1:6, 0:6, 4:6 gegen den Tschechen Jiri Novak verabschiedete sich der total verunsicherte Kiefer als einer von fünf deutschen Tennisprofis schon am Eröffnungstag des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison aus dem Feld der weltbesten Spieler.
Agassis Hiobsbotschaft zum Start der mit 8,6 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung im Melbourne Park war nicht die einzige: Kaum hatte der Amerikaner eine Stunde vor Turnierbeginn zu seiner Handgelenksverletzung Stellung genommen, sagte Serena Williams wegen ihrer Knöchelverletzung ab. Kurz darauf scheiterte der angeschlagene dreimalige French-Open-Sieger Gustavo Kuerten nach einer 2:0- Satzführung noch am Franzosen Julien Boutter und setzte die Serie seiner misslungenen Australien-Auftritte fort.
Zumindest drei deutsche Damen überzeugten. Den Anfang machte Greta Arn, die sich mit dem 6:2, 4:6, 6:2 über die Australierin Samantha Stosur ein Duell gegen Martina Hingis verdiente. Die Schweizerin, seit drei Jahren ohne Grand-Slam-Titel, siegte immerhin drei Mal in Melbourne. Bianka Lamade rang die Französin Celine Beigbeder mit 5:7, 7:5, 6:2 nieder. Dagegen verlor Andrea Glass wie erwartet 2:6, 4:6 gegen die Österreicherin Barbara Schett. Als allererste Spielerin der Damen-Konkurrenz hatte sich Jana Kandarr mit einer peinlichen 0:6, 1:6-Pleite gegen die Spanierin Nuria Llogastera verabschiedet.
Zweitschnellster Verlierer bei den Herren war Kiefer. "Ich weiß, dass ich das nicht bin", sagte er über seine phasenweise bedauernswerte Vorstellung. Bei empfindlicher Kühle und verhangenem Himmel gab der einstige Weltranglisten-Vierte eine triste Figur ab. Nur fünf gewonnene Punkte im zweiten Satz, 45 unerzwungene Fehler und neun Aufschlag-Verluste wies die Statistik am Ende aus.
Beim Stand von 2:4 im dritten Satz gab es eine 90-minütige Regenunterbrechung und sogar etwas Hoffnung, als Kiefer von 2:5 auf 4:5 verkürzte. "Doch dann war mein Aufschlag wieder mal nicht da", musste Kiefer einräumen. "Und ohne Aufschlag ist es schwer, ein Match zu gewinnen."
Mit seiner Leistung dürfte der 24-Jährige endgültig seinen Einzelplatz im Daviscup an Rainer Schüttler verloren haben, der ihn in der vorigen Woche in Sydney klar bezwungen hatte. Der Holzmindener gibt sich selbst ein halbes Jahr, um sich wieder seiner alten Form zu nähern. "Ich brauche Spiele, Spiele, Spiele, aber ich darf nichts überstürzen. Ich kann mein Spiel von 1999 nicht auf Knopfdruck abrufen. Wenn ich das tue, ist es nicht da." Auf die Frage, wann er selbst in einem Match vollständig zufrieden mit sich gewesen sei, meinte Kiefer: "Vor anderthalb Jahren."
Lars Burgsmüller schien gegen den Slowaken Dominik Hrbaty auf dem Weg zu einer Überraschung, verlor nach zwei gewonnenen Sätzen und toller Aufholjagd im entscheidenden Durchgang aber noch 6:3, 6:2, 3:6, 3:6, 5:7. "Mit der Leistung bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht", sagte der Essener. Die knappe Niederlage würde ihn weniger schmerzen als eine Klatsche. "Dann müsste ich mich fragen, ob ich falsch trainiert habe."
Qualifikant Michael Kohlmann bekam gegen Olympiasieger Jewgeni Kafelnikow eine Lektion in Sachen Effektivität. Der Oberhausener nutzte beim 3:6, 3:6, 2:6 keinen einzigen seiner neun Breakbälle, während der 1999 in Melbourne siegreiche Russe fünf von sieben Möglichkeiten verwertete.
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