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Rio De Janeiro
Australien boykottiert Olympia-Dorf

Rio De Janeiro. Gasgeruch und nasse Wände machen die Appartements unbewohnbar.

Bei der Eröffnung des Olympischen Dorfes in Rio de Janeiro hat es einen Eklat wegen des desaströsen Zustands der Unterkünfte gegeben. Die Delegation Australiens weigerte sich, ihr Quartier zu beziehen. Das Australische Olympische Komitee beschwerte sich über defekte Wasserleitungen, verstopfte Toiletten und Gasgeruch. Die "Vila dos Atletas" war am Sonntag offiziell eröffnet worden - weniger als zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele.

Das Organisationskomitee von Rio 2016 versprach Lösungen. "Arbeiter werden 24 Stunden am Tag arbeiten, bis die Probleme beseitigt sind", hieß es. Laut Medienberichten sollen bis zu 500 Personen zusätzlich in dem Dorf arbeiten. Nach einem Bericht des Portals "Folha de S. Paulo" haben unter anderem die Delegationen der USA, Niederlande, Italien und Brasilien aus eigener Tasche zusätzliche Spezialtrupps bezahlt, um die Probleme zu lösen. Die australische Delegationschefin Kitty Chiller beschrieb erbärmliche Zustände. Es gebe Lecks an den Leitungen, an einigen Stellen tropfe Wasser von der Decke, auf dem Boden würden sich Lachen neben Stromkabeln bilden. Auch die Delegationen Neuseelands und Großbritanniens meldeten Probleme.

Für zusätzlichen Ärger sorgten ironische Anmerkungen des Bürgermeisters von Rio. Damit sich die Australier wohl fühlten, würden Kängurus besorgt, sagte Eduardo Paes. "Wir brauchen keine Kängurus, wir brauchen Klempner", entgegnete später laut dem Nachrichtenportal "UOL" ein australischer Sprecher. "Es ist nicht alles wirklich sauber und fertig, es ist halt etwas brasilianisch", sagte Michael Trummer, Chef-Bundestrainer der deutschen Kanuten. Von 99 Wohneinheiten der Mannschaft seien 40 bewohnbar. Die Außenanlagen etwa seien noch nicht olympiareif, aber das sei 2004 in Athen nicht anders gewesen, ergänzte Stefan Henze, der Disziplin-Bundestrainer der Kajak-Damen.

Am Samstag hatten die Delegation einen "Stresstest" in den Wohnungen durchgeführt. Dabei waren alle Wasserhähne und Toilettenspülungen auf mehreren Etagen gleichzeitig bedient worden. Danach sei Wasser die Wände herunter gelaufen und es habe einen starken Geruch von Gas in einigen Wohnungen gegeben, klagte Australien.

(sid/dpa)
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