Russland mit einem Sechs-Stunden-Match: Australien gerettet - Russland und Frankreich zittern
zuletzt aktualisiert: 21.09.2002 - 21:50Adelaide (rpo). Das Daviscup-Team von Australien wird auch im nächsten Jahr in der Weltgruppe aufschlagen. Am Samstag gewannen Lleyton Hewitt und Todd Woodbridge das Doppel und brachten ihre Mannschaft uneinholbar in Führung.
In einem der längsten Daviscup-Matches aller Zeiten hat Russland am Samstag ebenso wie Titelverteidiger Frankreich den vorzeitigen Final-Einzug verpasst. Marat Safin und Jewgeni Kafelnikow unterlagen Argentiniens Wimbledon-Finalist David Nalbandian und Lucas Arnold nach mehr als sechs Stunden 4:6, 4:6, 7:5, 6:3, 17:19. Damit verkürzten die Südamerikaner ebenso auf 1:2 wie Rekordgewinner USA in Paris. Dort siegten Todd Martin und James Blake im Doppel 2:6, 7:6 (7:2), 2:6, 6:4, 6:4 gegen Mickael Llodra und Fabrice Santoro.
Safin und Olympiasieger Kafelnikow träumten nach einer tollen Aufholjagd im Luschniki-Sportpalast schon vom Sieg, als sie im drei Stunden langen fünften Durchgang zunächst das erste Break zum 17:16 schafften. Der ehemalige US-Open-Gewinner und der Olympiasieger von Sydney vergaben danach jedoch zwei Matchbälle bei eigenem Aufschlag, Nalbandian und Arnold nutzten wenig später ihre erste Chance.
Für die Russen wird die Begegnung nun eine Kraftfrage, nachdem das Duo am Freitag auch bei den Einzelsiegen hart kämpfen musste. Kafelnikow hatte in seinem Vier-Stunden-Match gegen Gaston Gaudio den fünften Satz erst nach Abwehr von zwei Matchbällen und einem 2:5- Rückstand mit 8:6 gewonnen. Am Sonntag kann aber zunächst Safin gegen Gaudio alles klar machen, ehe Kafelnikow gegen Juan Ignacio Chela antreten müsste. Russland stand 1994 und 1995 im Finale, vor sieben Jahren gelang im Halbfinale ein Triumph gegen Boris Becker und Michael Stich, der im letzten Einzel mehrere Matchbälle zur Entscheidung nicht nutzen konnte.
Im Stade Roland Garros von Paris schienen Mickael Llodra und Fabrice Santoro ebenfalls schon auf Siegkurs zu liegen, nachdem sie auch im zweiten Satz bereits ein Break gegen Todd Martin und James Blake geschafft hatten. Die französischen Hoffnungen ruhen nun auf Sébastian Grosjean, der am Sonntag gegen Andy Roddick für die Entscheidung sorgen kann. Danach spielt Arnaud Clément gegen Blake.
Wie Deutschland sicherte sich auch der 27-malige Cupsieger Australien erwartungsgemäß vorzeitig den Klassenerhalt. Der Weltranglisten-Erste Lleyton Hewitt und Todd Woodbridge gewannen am Samstag im Doppel 6:3, 7:6 (7:5), 6:1 gegen Leander Paes und Vishal Uppal und sorgten für den uneinholbaren 3:0-Vorsprung gegen Indien. Auch die Niederlande stehen in Finnland schon vor den Abschlusseinzeln als erneuter Teilnehmer der Weltgruppe fest.
Bereits entschieden sind zudem die Playoff-Partien in Turkku und Rio de Janeiro. Australien führt nach dem Doppel ebenso uneinholbar 3:0 gegen Indien wie die Niederlande in Finnland und Brasilien gegen Kanada. Alle drei haben damit wie Deutschland (3:0 gegen Venezuela) den Verbleib in der Weltgruppe gesichert.
Ergebnisse
Daviscup, Weltgruppe, Halbfinale, Zwischenstände nach 2. Tag (Doppel):
In Paris: Frankreich - USA 2:1. - Arnaud Clement - Andy Roddick 4:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 6:1, Sebastien Grosjean - James Blake 6:4, 6:1, 6:7 (7:9), 7:5, Fabrice Santoro/Mickael Llodra - James Blake/Todd Martin 6:2, 6:7 (2:7), 6:2, 4:6, 4:6
In Moskau: Russland - Argentinien 2:1. - Marat Safin - Juan Ignacio Chela (Argentinien) 6:7 (1:7), 7:5, 7:5, 6:1, Jewgeni Kafelnikow - Gaston Gaudio 3:6, 7:5, 6:3, 2:6, 8:6, Marat Safin/Jewgeni Kafelnikow - Lucas Arnold/David Nalbandian 4:6, 4:6, 7:5, 6:3, 17:19
Playoffs, Zwischenstände nach 2. Tag (Doppel):
In Karlsruhe: Deutschland - Venezuela 3:0. - Rainer Schüttler (Bad Homburg) - Jose de Armas 6:1, 6:1, 6:1, Tommy Haas (Hamburg) - Jimy Szymanski 6:1, 6:2, 6:1, Nicolas Kiefer/David Prinosil (Hannover/Amberg) - Jose de Armas/Jimy Szymanski 6:1, 6:3, 6:0
In Adelaide: Australien - Indien 3:0. - Lleyton Hewitt - Harsh Mankad 6:1, 7:6 (7:2), 6:1, Wayne Arthurs - Leander Paes 6:4, 3:6, 6:3, 6:4, Lleyton Hewitt/Todd Woodbridge - Leander Paes/Vishal Uppal 6:3, 7:6 (7:5), 6:1
In Casablanca: Marokko - Schweiz 1:2. - Younes El Aynaoui - Michel Kratochvil 7:5, 6:2, 6:2, Hicham Arazi - Roger Federer 3:6, 2:6, 1:6, Younes El Aynaoui/Karim Alami - Roger Federer/George Bastl 4:6, 1:6, 4:6
In Birmingham: Großbritannien - Thailand 2:1. - Tim Henman - Danai Udomchoke 4:6, 6:3, 6:2, 6:2, Martin Lee - Paradorn Srichaphan 0:6, 6:7 (2:7), 2:6, Tim Henman/Miles Maclagan - Danai Udomchoke/Paradorn Srichaphan 6:7 (4:7), 6:4, 7:5, 6:2
In Turku: Finnland - Niederlande 0:3. - Jarkko Nieminen - Ramon Sluiter 6:4, 6:7 (5:7), 0:6, 6:7 (8:10), Tuomas Ketola - Sjeng Schalken 6:7 (11:13), 3:6, 3:6, Tuomas Ketola/Jarkko Nieminen - Paul Haarhuis/Sjeng Schalken 1:6, 4:6, 4:6
In Presov: Slowakei - Rumänien 1:2. - Dominik Hrbaty - Adrian Voinea 6:3, 6:4, 3:6, 6:3, Karol Kucera - Andrei Pavel 0:6, 3:6, 7: 6 (7:), 2:6, Dominik Hrbaty/Karol Beck - Andrei Pavel/Gabriel Trifu 7:6 (7:4), 6:7 (5:7), 6:4, 3:6, 6:8)
In Harare: Simbabwe - Belgien 1:2. - Wayne Black - Xavier Malisse 6:7 (1:7), 7:6 (7:3), 5:7, 3:6, Byron Black - Olivier Rochus 7:6 (7:4), 4:6, 2:6, 3:6, Kevin Ullyett/Wayne Black - Giles Elseneer/Tom Van Tondte 6:1, 2:6, 7:6 (8:6), 6:3
In Rio de Janeiro: Brasilien - Kanada 3:0. - Fernando Meligeni - Frank Dancevic 6:2, 7:5, 2:6, 7:5, Gustavo Kuerten - Daniel Nestor 6:4, 7:6 (12:10), 6:0, Gustavo Kuerten/Andre Sa - Daniel Nestor/Simon Delarose 4:6, 7:6 (7:5), 6:1, 4:6, 6:2
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