Knapp vier Monate vor der Eröffnung: Australier verlieren Interesse an Olympia
zuletzt aktualisiert: 19.05.2000 - 12:43Sydney (sid). Die Liebe der Australier zu Olympia in Sydney scheint verblüht. Weniger als vier Monate vor der Eröffnungszeremonie am 15. September erklärten nur 49 Prozent der befragten Personen über 14 Jahre, überhaupt ein Interesse an den Spielen zu haben. Das Ergebnis der am Freitag veröffentlichten Umfrage eines Meinungsforschungs-Instituts unter 2.000 Australiern lag damit sechs Prozentpunkte unter einer Studie vom Februar und sogar 17 unter dem Resultat einer vergleichbaren Umfrage vor zwei Jahren.
Auch das Interesse, Olympia im Fernsehen zu verfolgen, hat spürbar nachgelassen. Nur noch 41 Prozent der Bevölkerung will sich die Eröffnungszeremonie ansehen, 33 Prozent die Schlussfeier. Die Umfrageergebnisse erschienen weniger als einen Monat, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) sich zuversichtlich geäußert hatte, die Spiele in Sydney würden zu einem großen Erfolg werden und damit die Korruptionsaffäre um die Winterspiele 2002 in Salt Lake City vergessen machen.
Die Ursachen der Missstimmung liegen nicht zuletzt in zahlreichen Organisationspannen. Vor allem der Eintrittskarten-Skandal hat viele Sympathien gekostet. Olympiaminister Michael Knight hatte zugeben müssen, dass die besten Tickets für Reiche und Firmen reserviert worden seien. Auch die Tatsache, dass die elfjährige Tochter von Australiens IOC-Vizepräsident Kevan Gosper in Griechenland als Fackelträgerin des Olympischen Feuers auserwählt wurde, stieß in "down under" auf große Empörung.
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