Bonn begeistert: Basketball-Bundesliga: Berlin bleibt Tabellenführer
zuletzt aktualisiert: 03.12.2000 - 21:51Frankfurt/Main (dpa). ALBA Berlin bleibt der unangefochtene Branchenführer in der Basketball-Bundesliga und der Maßstab für die Meisterschaft. In souveräner Manier entschied der allein unbesiegte Titelverteidiger die Spitzenpartie des zehnten Spieltags beim Rekord- Meister Bayer 04 Leverkusen mit 84:68 für sich und entledigte sich mit 20:0 Punkten vorerst seines hartnäckigsten Verfolgers (16:4). In nicht minder imponierender Weise gewannen die Telekom Baskets Bonn das zweite Schlagerspiel gegen "Geheimtipp" Brandt Hagen mit 111:100 und verdrängten die spielfreien Opel Skyliners aus Frankfurt (12:6) mit 14:6 Punkten von Rang drei.
Hinter dem Spitzenquartett rangierte mit dem Mitteldeutschen BC, BCJ Hamburg Tigers und metabox Braunschweig ein punktgleiches (10:10) Trio. Die Hamburger erreichten ihr ausgeglichenes Punktekonto dank des 75:73 über den MBC, Braunschweig büßte eine bessere Platzierung durch die 82:88-Niederlage bei HERZOGtel Trier ein. Für Trier war es erst der dritte Saisonsieg. Am Sonntagabend rutschte TSK universa Bamberg mit dem 76:80 (35:42) gegen den SSV ratiopharm Ulm auf Rang 13 - einen Platz vor Ulm - ab.
Beim geplanten Thronsturz des Tabellenführers hatte sich Bayer offensichtlich zu sehr unter Druck gesetzt, dem das Team von Trainer Calvin Oldham nicht standhielt. Vor 4 000 Zuschauern in der fast aufverkauften Wilhelm-Dopatka-Halle waren die "Albatrosse" in der Neuauflage des letztjährigen Finals von Anfang an "Chef im Ring". Vor allem Nationalspieler Marko Pesic sprühte vor Tatendrang und gab der Bayer-Abwehr manches Rätsel auf. Mit 16 seiner 20 Punkte legte der Sohn des Berliner "Meistermachers" Svetislav Pesic in der ersten Halbzeit den Grundstein zur komfortablen 47:32-Pausenführung. Dank der bärenstarken Deckung kontrollierte Berlin fortan die Körbe, auch wenn Leverkusen im dritten Viertel den Rückstand auf fünf Punkte (46:51/24.) verkürzen konnte.
Strotzend vor Selbstbewusstsein, prognostizierte Pesic einen drohenden ALBA-Alleingang: "Wenn wir immer so hundertprozentig spielen, kann uns keiner schlagen." Bayer-Coach Oldham gestand: "Leider erlebten wir heute nur ein Spitzenteam, nämlich ALBA. Wir waren einfach nicht clever genug." Ein Schlüssel zum ALBA-Sieg war auch die Neutralisation des besten Bundesliga-Korbjägers, John Best. Der Amerikaner, der bisher durchschnittlich 24 Punkte pro Spiel erzielte, wurde auf 13 Zähler gehalten. "Peinlich, einfach nur peinlich", lautete Bests Kommentar. Hinter Mike Hansen (19) war Best dennoch zweitbester Bayer-Werfer.
Beste Werbung für Bundesliga-Basketball betrieben Bonn und Hagen im live im Fernsehen übertragenen korbreichen West-Schlager. Vor 3 100 Zuschauern hielten die Hagener dank ihrer Top-Werfer Queenan (25) und Braun (21) bis zum 71:70 (28.) mit. Zwei "Dreier" des nach dem überragenden Miller (31 Punkte) zweitbesten Bonner Werfers, Beechum (22), stellten dann die Weichen zum Sieg der Gastgeber. Während Bonns Coach Bruno Soce "Herz und Willen" seiner Mannschaft lobte, kündigte Hagens Trainer Dirk Bauermann nach der guten Vorstellung an: "Ich bin überzeugt, dass ich aus unseren Individualisten noch ein starkes Team forme."
Beim Trierer Sieg über Braunschweig imponierten zwei Routiniers: Brown erzielte die meisten Punkte (25), der 37-jährige Thompson (18) verwandelte in der Schlussphase vier Freiwürfe. Bei Braunschweig überragte Lightfoot (32). Den Hamburger Zittersieg über den MBC (Harrison/18, Frisch/18) stellte Woodward (21) eine Sekunde vor Schluss sicher.
Basketball, Bundesliga Herren, 10. Spieltag:
BCJ Hamburg - Mitteldeutscher Basketball Club 75:73 (40:38) TSV Bayer Leverkusen - Alba Berlin 68:84 (32:47) HERZOGtel Trier - Metabox Braunschweig 88:82 (44:38) Telekom Baskets Bonn - Brandt Hagen 111:100 (54:51) TSK Universa Bamberg - SSV ratiopharm Ulm 76:80 (35:42) Oldenburger TB - DJK S. Oliver Würzburg 84:78 (37:35)
Die Tabelle:
1. ( 1.) Alba Berlin 10 10 0 880:699 20:0 2. ( 2.) TSV Bayer Leverkusen 10 8 2 967:779 16:4 3. ( 3.) Telekom Baskets Bonn 10 7 3 871:819 14:6 4. ( 4.) Skyliners Frankfurt 9 6 3 721:684 12:6 5. ( 5.) Mitteldeutscher BC 10 5 5 772:780 10:10 6. (10.) BCJ Hamburg 10 5 5 743:774 10:10 7. ( 6.) Metabox Braunschweig 10 5 5 824:893 10:10 8. ( 7.) Avitos Gießen 8 4 4 678:586 8:8 9. ( 8.) Brandt Hagen 10 4 6 846:832 8:12 10. ( 9.) DJK s. Oliver Würzburg 10 4 6 747:777 8:12 11. (12.) HERZOGtel Trier 10 3 7 769:803 6:14 12. (13.) Oldenburger TB 10 3 7 804:946 6:14 13. (11.) TSK Universa Bamberg 9 2 7 734:889 4:14 14. (14.) SSV ratiopharm Ulm 10 2 8 781:876 4:16
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