Nach 81:67-Sieg gegen Athen: Basketball: Tel Aviv wieder auf Europas Thron
zuletzt aktualisiert: 14.05.2001 - 14:21Tel Aviv/Paris (rpo). Maccabi Tel Aviv gewann erstmals seit 20 Jahren wieder die Krone des europäischen Basketballs und stürzte ein ganzes Land in einen Freudentaumel.
Wenige Minuten, nachdem die Schlusssirene in Paris den 81:67 (37:23)-Erfolg im Endspiel des Final Four der SuproLeague über Titelverteidiger Panathinaikos Athen besiegelt hatte, strömten Zehntausende auf die Straßen der israelischen Hauptstadt.
Einer der ersten Gratulanten war per Telefon der neue Premierminister Ariel Sharon. Maccabi-Coach Pini Gershon dankte im Gegenzug den israelischen Politikern für die Unterstützung in der Vergangenheit und ließ sich im Gegenzug zu der vor dem aktuellen Hintergrund des Landes eher geschmacklosen Aussage hinreißen: "Wir haben diesen Krieg gewonnen und werden auch noch andere Kriege gewinnen."
In Tel Aviv schienen zumindest in der Nacht zum Montag die Leiden des seit über sieben Monaten dauernden Krieges mit den Palästinensern vergessen zu sein. Aus den Fenstern der Häuser wehten die gelben Vereinsfahnen von Maccabi, auf und um den Rabin Square tanzten und sangen zigtausende Fans bis in den frühen Morgen. In den Radio- und Fernsehsendern war der Triumph von Maccabi die Top-Meldung des Abends.
"Das ist mehr als ein sportlicher Sieg, wir haben die Menschen in unserem Land glücklich gemacht", sagte Gershon. "Es ist in Israel nicht möglich, den Sieg in der SuproLeague zu ignorieren. Das ist eine Quelle des nationalen Stolzes", schrieb die Maariv Daily und unterstrich die Bedeutung des Renommierklubs, der seit drei Jahrzehnten die Liga dominiert und 1977 erstmals den Europapokal gewann.
Im Sportpalast von Paris-Bercy wurde vor 13.200 Zuschauern mit der gelungenen Revanche für die Niederlage gegen den griechischen Meister im Vorjahresfinale in Saloniki (67:73) ein neues Kapitel der glorreichen Maccabi-Geschichte geschrieben. Mit jeweils 21 Punkten im Finale hatten der gebürtige Amerikaner Natel Huffmann und Aufbauspieler Arriel McDonald daran den größten Anteil.
Panathinaikos, Tabellenführer und Titelaspirant in Griechenland, konnte der Favoritenrolle nicht gerecht werden. Athen mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Michael Koch, der neun Punkte erzielte, hatte sich in der Zwischenrunde unter anderem gegen den deutschen Titelträger Alba Berlin durchgesetzt.
Für negative Schlagzeilen sorgten am Rande des Basketball-Spektakels in der französischen Hauptstadt einige so genannte Fans. Bereits vor den Spiel war es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen israelischen und griechischen Zuschauern gekommen. Dabei bewarfen griechische Rowdies Ordner unter anderem mit Wasserflaschen. Erst die Polzei konnte die rivalisierenden Gruppen auseinandertreiben.
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