Aschaffenburg in Finanznöten: Basketball: Wuppertal greift nach neuntem Titel
zuletzt aktualisiert: 26.04.2000 - 15:57Wuppertal (dpa/lnw). Seriensieger BTV Wuppertal steht in der deutschen Basketball-Meisterschaft der Frauen vor der Verlängerung seines Abonnements. Dem zehnten Pokalgewinn im März soll in der am Freitag startenden Playoff-Final-Serie "best of five" gegen DJK Aschaffenburg der neunte Meistertitel folgen. Weil der Herausforderer aus Unterfranken durch eine Finanzkrise personell stark geschwächt ist, liegt die Favoritenrolle klar bei den Wuppertalerinnen, die mit dem Titel auch den für den Verein existenziellen Europaliga- Startplatz verteidigen wollen.
"Wir haben in der Saison drei Mal gegen Aschaffenburg gewonnen. Wenn wir es schaffen, 40 Minuten konstant zu spielen, müssten klare Siege herausspringen", sagt BTV-Coach Olaf Lange selbstbewusst. Bei drei erforderlichen Siegen in den Spielen am Freitag (20.00 Uhr/Wuppertaler Unihalle), Sonntag (16.30/Unterfrankenhalle) und am 6. Mai (17.00/Unihalle) erübrigen sich die Finalspiele vier und fünf.
Erstmals seit fünf Jahren schien mit Aschaffenburg wieder ein ernsthafter nationaler Konkurrent für den BTV heranzuwachsen. Doch der Gipfel der beiden professionell arbeitenden Bundesliga- Ausnahmeteams hat durch Aschaffenburgs Nöte an Brisanz verloren. Die Probleme um monatelang ausbleibende Vergütungen waren in einem Streik und anschließender Suspendierung der Leistungsträgerinnen Olga Pfeifer und Zsuzsa Boksay eskaliert. Diese personelle Schwächung unmittelbar vor dem Pokal-Final-Four Mitte März konnte die Mannschaft nicht verkraften, zumal mit Andrea Harder (Ellenbogen-Operation) eine weitere Nationalspielerin verletzt ausfällt.
Inzwischen wurden nach Aussage von Trainer Bernd Motte aber vom Club nahezu alle Verpflichtungen gegenüber den Spielerinnen erfüllt. Auch die Zukunft erscheine ihm gesichert zu sein. Entsprechend zusammengeschweißt und mit neuer Motivation will er seinen Rumpfkader ins Rennen schicken. "Realistisch von einem Sieg ausgehen können wir nicht", weiß Motte. "Aber wir werden alles daran setzen, unsere minimale Chance zu nutzen." Seine Klasse bewies der Vizemeister trotz dünner Personaldecke durch einen klaren Halbfinalerfolg gegen den Bundesliga-Dritten BV Chemnitz (80:58/83:70).
Während beim Herausforderer, immerhin Halbfinalist im europäischen Ronchetti-Cup-Wettbewerb, die Wunden geleckt werden, demonstriert der wesentlich tiefer besetzte Titelverteidiger Stärke: Nach Centerin Marlies Askamp bekam mit Flügelspielerin Sophie von Saldern eine zweite Nationalspielerin einen Vertrag in der US-Profiliga WNBA. Die 27-Jährige wurde von den Cleveland Rockers verpflichtet und wird gleich nach der Finalserie zur Saisonvorbereitung in die USA fliegen.
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