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Vom Jäger zum Gejagten
Meister Bamberg schaut auf "die Freunde im Süden"

Bamberg schlägt Bayern und holt Titel
Bamberg schlägt Bayern und holt Titel FOTO: dpa, dka hak
Die Brose Baskets Bamberg gehen in alter Rolle in die neue Saison. Nach einem Jahr als Jäger ist der Meister nun wieder der Gejagte, die Konkurrenten in der Basketball-Bundesliga sind die gleichen geblieben.

Angst vor großen Aufgaben kennt Andrea Trinchieri nicht. "Wenn du in der Hölle bist, dann bleib nicht stehen. Lauf! Lauf!", sagt der Trainer der Brose Baskets Bamberg in seiner typischen, bildhaften Sprache. Immer dran bleiben, niemals nachlassen lautet die Devise des Italieners. Gerade in diesem Jahr ist das besonders wichtig, die Rolle seiner Mannschaft hat sich vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison verändert.

Gleich im ersten Anlauf holte Trinchieri mit den Bambergern den Titel. Nach nur einer Spielzeit als Jäger ist der frühere Serienmeister wieder der Gejagte. Auf wen es zu achten gilt, ist allen Beteiligten klar. "Die Meisterschaft geht nur über unsere Freunde im Süden", sagt Geschäftsführer Rolf Beyer und spricht natürlich von Bayern München.

Die Meistertipps der Trainer

Im entscheidenden fünften Finalspiel hatte sich Bamberg im Frühsommer knapp gegen den Titelverteidiger durchgesetzt. Es war bitter für die Bayern, entsprechend groß sind die Animositäten. Als Beyer zuletzt erklärte, der neue Kader der Münchner bringe ihn nicht aus der Ruhe, folgte der Konter sofort.

"Wenn er erklärt, wie unsere Mannschaft funktioniert, welche Probleme wir hätten, über basketballtechnische Sachen redet, dann muss ich schmunzeln. Das wäre ja so, als würde ich über Autoteile reden", sagte Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic der SZ. Beyer kommt nicht wie der frühere Nationalspieler Pesic aus dem Basketball, sondern hat früher für Automobilzulieferer Brose gearbeitet.

Beyer hat gute Gründe, selbstbewusst zu sein. Bamberg hat die starke Mannschaft weitestgehend zusammengehalten, aber an einigen Stellen noch einmal verbessert. Wie viel im Team steckt, wurde im ersten Pflichtspiel deutlich. Im Champions Cup ließ der Meister dem Pokalsieger EWE Baskets Oldenburg nicht den Hauch einer Chance (87:66).

Homogen, gut eingespielt und eiskalt traten die Brose Baskets auf. Beste Werfer waren die Neuzugänge Nicolo Melli (17 Punkte) und Nikos Zisis (14), dabei war der Grieche erst drei Tage zuvor zum Team gestoßen. "Wir haben viel Energie, viel Talent und eine gute Atmosphäre", sagte der EM-Teilnehmer nach seinem Debüt: "Wir können ein gefährliches Team sein."

Zisis (32), einst Meister in Griechenland, Italien und Russland, hat viel Routine. Der Guard ist eine Bereicherung für Bamberg - und für die Liga. Dass er direkt funktionierte, konnte Trinchieri nicht überraschen. "Ich mache mir keine Sorgen darüber, ob die Spieler gut reinfinden. Gerade im Hinblick auf Zisis ist es uns gelungen, eine Menge Basketballexpertise und Erfahrung zu verpflichten", hatte der Coach schon vor dem ersten Pflichtspiel gesagt.

Neben Zisis und Melli kam Center Gabriel Olaseni als Ersatz für den abgewanderten Trevor Mbakwe. Dazu von den Bayern in Yassin Idbihi und Lucca Staiger zwei ehemalige deutsche Nationalspieler. "Wir haben einen sehr tiefen Kader", sagt Idbihi und gibt sein Ziel vor: "Ich will nochmal Meister werden."

Ganz so offensiv ist Beyer nicht, bevor es am Sonntag (17.00 Uhr) bei den Löwen Braunschweig losgeht: "Für die Bundesliga muss es das Ziel sein, über das Halbfinale hinauszukommen."

(sid)
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