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Bittere Pleite gegen Serbien
Deutsche Basketballer schrammen an Sensation vorbei

Deutschland - Serbien
Deutschland - Serbien FOTO: afp, jd/apr
Berlin. Schnurstracks verschwand Dirk Nowitzki mit seinen Mannschaftskollegen in den Katakomben. Einfach nur noch weg wollten die bitter enttäuschten deutschen Basketballer nach der haarscharf verpassten Sensation gegen den haushohen Favoriten Serbien. 0,9 Sekunden vor Schluss kassierten die Gastgeber die entscheidenden Punkte zur 66:68 (38:39)-Niederlage im zweiten EM-Gruppenspiel, die couragierte Vorstellung im Duell mit dem Vizeweltmeister in Berlin wurde nicht belohnt.

"Ich bin natürlich enttäuscht, frustriert. Es war ein toller Basketball-Nachmittag. Am Schluss hat halt leider ein Quäntchen gefehlt", sagte Nowitzki: "Es ist schade, aber es hat echt Spaß gemacht. Das Publikum war wahnsinnig laut. Heute müssen wir uns davon erholen, morgen müssen wir wieder nach vorne blicken."

Über die gesamten 40 Minuten verkaufte sich die Mannschaft von Bundestrainer Chris Fleming mehr als teuer. Anders als am Vortag beim mühsam erkämpften Pflichtsieg gegen Außenseiter Island (71:65) überzeugte das Kollektiv, und Nowitzki zeigte sein bestes Spiel in diesem Sommer. Der Star der Dallas Mavericks und sein zukünftiger NBA-Kollege Tibor Pleiß (Utah Jazz) waren mit jeweils 15 Punkten die besten Werfer, dazu holte sich Nowitzki zehn Rebounds.

Pressestimmen: "Deutschland schrammt 0,9 Sekunden an Sensation vorbei" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

K.o durch Bjelica

"Wir haben viel gegeben. Das ist ganz bitter, auf diese Art und Weise zu verlieren", sagte Bundestrainer Chris Fleming im ZDF. Alle hatten sich in der Arena am Ostbahnhof auf eine Verlängerung eingestellt, dann setzte sich Nemanja Bjelica von den Minnesota Timberwolves an der Grundlinie gegen Pleiß durch und traf die Deutschen auf dem Spielfeld und auf den Tribünen ins Herz.

Bilder: Jürgen Klopp sieht Niederlage gegen Serbien FOTO: dpa, lus hak

Fleming war entsprechend geknickt. "Am Ende hätte es auch für uns ausgehen können", sagte der US-Amerikaner, blickte aber direkt auf das wichtige dritte Gruppenspiel gegen die Türkei am Dienstag (17.45 Uhr/Liveblog): "Wir werden das abarbeiten. Wir haben einen Tag, um uns vorzubereiten."

Auch der dritte NBA-Profi Dennis Schröder von den Atlanta Hawks, der auf elf Punkte kam, dachte schnell an die kommenden Aufgaben. "Was wir hier für eine Leistung gebracht haben, ist unglaublich", sagte der Point Guard: "Wir können auf jeden Fall noch mehrere Siege holen."

Robin Benzing verletzt sich am Fuß FOTO: afp, jd/apr

Vor 13.500 Zuschauern begann die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) furchtlos. Gegen die unkonzentrierten Serben führten die Gastgeber überraschend 15:10 und konnten dabei den bitteren Ausfall von Nowitzkis Ersatzmann Robin Benzing kompensieren. Der 26-Jährige hatte sich gegen Island am Knöchel verletzt, soll am Dienstag jedoch wieder auf dem Parkett stehen.

Nowitzki wie in den besten Zeiten

Nowitzki war durch den Ausfall noch mehr gefordert - und hielt dem Druck stand. Der Power Forward war mit zwölf Zählern in der ersten Halbzeit der überragende Mann und präsentierte sich phasenweise wie in alten Zeiten, als er die Nationalmannschaft fast alleine trug.

Doch auch die Unterstützung stimmte. Schröder und Pleiß trugen mit durchdachten Aktionen ihren Teil dazu bei, dass das Spiel zur Pause völlig offen war. Das lag allerdings auch an den schwachen Wurfquoten der Serben. Der Favorit tat sich 24 Stunden nach dem Sieg gegen den zweimaligen Europameister Spanien (80:70) schwer.

Obwohl die deutsche Mannschaft große Schwächen bei den Rebounds zeigte, konnten die Serben das nicht für sich nutzen. Das Spiel blieb offen, Heiko Schaffartzik sorgte 23,4 Sekunden vor Schluss für den Ausgleich (66:66), doch am Ende behielt Bjelica die Nerven.

Auf die deutschen Korbjäger wartet nun am Montag der einzige spielfreie Tag der Vorrunde. Nach dem Vergleich mit der Türkei geht es am Mittwoch gegen Italien und am Donnerstag gegen Spanien (alle 17.45 Uhr/ARD) um den Einzug in die K.o.-Runde. Nur die besten Vier dürfen im französischen Lille um die Olympia-Tickets spielen.

(sid)
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