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EM-Qualifikation
Basketballer blamieren sich gegen Außenseiter Dänemark

Deutschland - Niederlande 71:75
Deutschland - Niederlande 71:75 FOTO: dpa, a sab
Naestved/Düsseldorf. Vor knapp zwei Wochen war die Basketballwelt in Deutschland noch in Ordnung. "Wir fangen jetzt damit an, uns Olympia 2020 in Tokio zu verdienen", sagte Bundestrainer Chris Fleming. Von Eckhard Czekalla

Das war vor dem Auftakt der EM-Qualifikation, in der seine Mannschaft angesichts der Gegner Niederlande, Österreich und Dänemark der Favorit war, auch wenn viele Stammspieler abgesagt hatten. "Diese Rolle nehmen wir gerne an", betonte der US-Amerikaner.

Vier Begegnungen später droht das Unfassbare. War das 71:75 in Oberhausen gegen die Niederlande bitter, so war das Ergebnis drei Tage später ein Debakel. 102:106 nach drei (!) Verlängerungen gegen Dänemark, das in Kiel mit 101:74 besiegt worden war und seine drei Spiele im Schnitt mit 22 Punkten Differenz verloren hatte. "An unserer Lage hat sich nicht viel verändert. Mit zwei Siegen kommen wir zur EM-Endrunde 2017", sagte der 46 Jahre alte Fleming.

Stimmt, aber dass seine völlig verunsicherte Mannschaft am Mittwoch in Bamberg gegen Österreich (1930 Uhr) und am Samstag in Leiden gegen die Niederlande gewinnt, glauben nur große Optimisten.

"Wir haben vor vier Jahren aus dem Nichts angefangen", erzählte Pieti Poikola. Der Finne musste erst einmal junge Spieler überzeugen, dass Basketball eine seriöse Berufsperspektive bieten kann, und Strukturen schaffen, die talentierten Jugendspielern den Weg zu leistungsstarken Nationalspielern ermöglichen. Und dann gelingt ein Sieg gegen Profis - der erste seit dem Triumph 2013 gegen Luxemburg (!).

Nach dem auf den letzten Drücker geschafften 61:59 in Österreich wehrte sich Fleming gegen den Begriff "Blamage". Dieser zeige fehlenden Respekt für den Gegner und seine Spieler, erklärte er. Doch die Begegnung mit Dänemark war ein Tiefpunkt. "Wir haben starke Spieler, die schaffen das auch ohne mich", hatte Spielgestalter Dennis Schröder gesagt.

Der NBA-Profi sollte das Team führen, verzichtete aber kurzfristig, um seinen Stammplatz bei den Atlanta Hawks nicht zu gefährden. Nach dem Holland-Spiel verließ Tibor Pleiß das Team. Er war Ende August von seinem Klub Utah Jazz an die Philadelphia 96ers abgegeben und dort wenige Tage später entlassen worden. Nun versucht er, sich in NBA-Trainingscamps für einen neuen Arbeitgeber zu empfehlen. Von Olympia 2020 spricht derzeit keiner.

Quelle: RP
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