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Start der EuroLeague
Beginn einer neuen Zeitrechnung im europäischen Basketball

Fragen und Antworten zum Europapokal-Chaos
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Düsseldorf. Die Basketball-EuroLeague startet mit vielen Neuerungen in die Spielzeit 2016/2017. Mit dabei ist in diesem Jahr mit Meister Bamberg nur eine deutsche Mannschaft. Die Franken möchten einen der acht Play-off-Plätze erreichen. Von Moritz Thienen

Zum ersten Mal startet die EuroLeague in diesem Jahr in einem Liga-System. Die 16 besten europäischen Mannschaften spielen zunächst zweimal gegeneinander. Anschließend gibt es Play-offs (Best of five) mit den Top acht und das abschließende Final-Four in Istanbul. Der Wettbewerb hat sich zwar um acht Mannschaften verkleinert, dennoch kommt wegen des neuen Modus auf die teilnehmenden Teams eine deutlich höhere Belastung als in den Vorjahren zu (30 statt vorher 24 Spiele vor den Play-offs).

Besonders pikant ist die Verteilung der 16 Startplätze: Denn elf der 16 Teams sind als sogenannte A-Lizenz-Inhaber automatisch in jedem Jahr dabei. In Zukunft soll diese Zahl vielleicht noch einmal größer werden, sodass sich die EuroLeague zu einer europäischen NBA, also einer geschlossenen Gesellschaft entwickeln könnte. Bereits auf NBA-Niveau ist der Trailer zur neuen Saison, indem die europäischen Stars im Stile des Films "Ocean's Eleven" versuchen, die begehrte Trophäe zu stehlen.

Insgesamt kommen die EuroLeague-Mannschaften aus neun Nationen. Am Start sind die elf A-Lizenz-Inhaber Anadolu Efes Istanbul, ZSKA Moskau, Emporio Armani Mailand, FC Barcelona, Fenerbahce Istanbul, Baskonia Vitoria Gasteiz, Maccabi Tel Aviv, Olympiakos Piräus, Panathinaikos Athen, Real Madrid und Zalgiris Kaunas. Zusätzlich spielen der deutsche Meister Brose Baskets Bamberg, der russische Vizemeister Unics Kasan, der serbische Meister Roter Stern Belgrad, Euro-Cup-Sieger Galatasaray Istanbul und per Wild Card der neureiche Verein Darüssafaka Istanbul mit.

Wer sind die Favoriten auf den Titel ? 

Vor dem Start der Saison ist es schwierig, sich auf einen absoluten Top-Favoriten festzulegen. Die vergangene Spielzeit zeigt, dass auch Überraschungs-Teams bis ins Final-Four vordringen können. In der vergangenen Saison zogen der von Point Guard Malcome Delaney, ehemals Bayern München, angeführte russiche Verein Lokomotive Kuban Krasnodar und die baskische Mannschaft Laboral Kuxar Vitoria sensationell ins Tunier der besten vier Mannschaften ein.

Besonders im Fokus stehen neben den beiden letztjährigen Finalisten ZSKA Moskau (Titelverteidiger) und Fenerbahce Istanbul, die beide ihren erfolgreichen Kader fast komplett zusammenhalten konnten, die beiden spanischen Spitzenklubs Real Madrid und FC Barcelona. Beide wollen nach einer schwache Saison mit neuem Personal ein Wörtchen um den Titel mitsprechen.

Wie stehen die Play-off-Chancen von Bamberg? 

Der deutsche Meister macht sich große Hoffnungen, einen der Play-off-Plätze der letzten Acht zu erreichen. In der vergangen Saison fehlte dem Team von Andrea Trinchieri nur ein einziger Sieg zum Einzug ins Viertelfinale. Die Franken wollen auch in diesem Jahr wieder für Furore sorgen und die Großen mehr als nur ärgern.

Besonders bauen die Bamberger dabei auf ihre Heimstärke. 2015/16 wurde im Top-16 der EuroLeague daheim nur ein einziges Spiel verloren. Besagtes Spiel fand dabei nicht einmal in Bamberg, sondern als Event-Game in Nürnberg statt. Schafft es Bamberg trotz des Abgangs von Bundesliga-MVP Brad Wanamaker weiter, seinen schnellen und in Europa gefürchteten Team-Basketball erfolgreich aufzuziehen, haben die Franken realistische Chancen auf eine Play-off-Teilnahme.

Wer sind die anderen Play-off-Aspiranten?

Hinter den vier Top-Favoriten wird es ein enges Rennen um die verbleibenden vier Play-off-Plätze geben. Favorisiert sind dabei die beiden griechischen Teams Olympiakos und Panathinaikos Athen, das runderneuerte Maccabi Tel Aviv, EuroCup-Champion Galatasaray mit dem deutschen Nationalspieler Tibor Pleiß und dem von David Blatt, ehemalige Coach der Clevland Caveliers, trainierten Darüssafaka Istanbul.

Blatt, der bis Mitte der vergangene Saison den amtierenden NBA-Champion trainierte, ist in Europa kein Unbekannter. Vor seinem Engagement in den USA führte er bereits Maccabi Tel Aviv 2014 zum EuroLeague-Sieg. Ähnliche Ansprüche hat das Team, bei dem seit dieser Saison der Ex-Bamberger Wanamaker spielt, auch in dieser Saison. Das Final-Four in der eigenen Stadt ist das Ziel.

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