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Ausnahmespieler im Porträt
Nowitzki im Nationalteam: Fahnenträger und Zugpferd

Nowitzki verkündet bei Sponsoren-Termin seine EM-Teilnahme
Nowitzki verkündet bei Sponsoren-Termin seine EM-Teilnahme FOTO: dpa, aar jai
Würzburg. Beim Gedanken an einen der emotionalsten Momente seiner Karriere bekommt Dirk Nowitzki noch heute Gänsehaut. Als Fahnenträger führt der Superstar das deutsche Team bei Olympia  2008 ins Vogelnest-Stadion von Peking und wirkt ausgelassen wie ein kleiner Junge, für den sich ein großer Traum erfüllt hat.

Als die deutschen Basketballer kurz zuvor in Athen mit einem Sieg über Puerto Rico die letzte Chance zur Qualifikation für die Sommerspiele nutzen, zieht sich Nowitzki im ersten Moment überwältigt in die Kabine zurück. Endlich darf er "mit meinen Kumpels aus der Nationalmannschaft" das Flair des Olympischen Dorfes erleben. Wer Nowitzki im Kreise seiner Teamkollegen erlebt, fühlt sich häufig eher an eine Klassenfahrt als an eine Gruppe von Profisportlern erinnert.

Auch wegen dieses Gemeinschaftsgefühls kehrte Nowitzki nach den strapaziösen Saisons mit den Dallas Mavericks in der nordamerikanischen Profiliga NBA immer wieder ins Team des Deutschen Basketball Bundes zurück. Von 1999 an nimmt der Flügelspieler an acht Turnieren nacheinander teil, ist sich auch nach dem verpassten Sprung zu Olympia 2004 für den Gang durch die EM-Qualifikation nicht zu schade. "Dirk ist Schirmherr und Zugpferd für den deutschen Basketball", beschreibt ihn Teamkollege Ademola Okulaja auf dem Höhepunkt seines Könnens.

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2002 führt Nowitzki die DBB-Auswahl in den USA mit Bronze zum größten Erfolg ihrer WM-Geschichte, erzielt die meisten Punkte des Turniers und wird als wertvollster Spieler ausgezeichnet. Drei Jahre später ist bei der Europameisterschaft in Serbien nur Griechenland im Finale zu stark. Erst nach seiner ersten und bislang einzigen Olympia-Teilnahme gönnt sich Nowitzki drei Jahre Pause in der Nationalmannschaft, kehrt allerdings für die EuroBasket in Litauen zurück.

Doch nach der langen NBA-Spielzeit mit dem krönenden Premieren-Titel kommt der damals 33-Jährige ausgelaugt zum Turnier, wird von den Gegnern hart attackiert, hadert mit seinem eigenen Zustand und der Qualität der Teamkollegen. Nach dem enttäuschenden Scheitern in der Zwischenrunde und dem Aus für Olympia in London steht die folgenden Sommer seine junge Familie mit Ehefrau Jessica und Tochter Malaika, zu der inzwischen auch Sohn Max gehört, im Vordergrund. Für die große Bühne zum ersten Turnier mit Spielen vor heimischen Publikum erfolgt nun die erneute Rückkehr - zweiter Olympia-Traum nicht ausgeschlossen.

(dpa)
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