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Zurück als Anführer
Nowitzki: In Berlin warten "drei Hammerspiele"

Deutschland - Serbien
Deutschland - Serbien FOTO: afp, jd/apr
Dirk Nowitzki absolvierte bei der EM in Berlin am Sonntag sein 150. Länderspiel. Phasenweise glänzt der Altmeister bei der EuroBasket wie in besten Zeiten.

Am einzigen spielfreien Tag der EM-Vorrunde ließ es Dirk Nowitzki ganz ruhig angehen. Nur "ein bisschen Taktik" und "locker werfen" standen beim Basketball-Superstar am Montag auf dem Programm, nach dem kräftezehrenden Auftakt-Wochenende in Berlin stand die Regeneration im Mittelpunkt. "Dann heißt es sich mental auf drei Hammerspiele einzustellen", sagte Nowitzki.

Gegen die Türkei will der Würzburger mit der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) am Dienstag (17.45 Uhr/im Liveblog) einen großen Schritt in Richtung Finalrunde machen. Die bittere Pleite in letzter Sekunde gegen Serbien (66:68) soll dabei schon vergessen sein. "Wir werden uns davon erholen, wir müssen nach vorne blicken", sagte der Power Forward der Dallas Mavericks: "Wir müssen jetzt rausgehen und die Spiele gewinnen."

Auch wenn Nowitzki die Niederlage gegen den Vizeweltmeister wurmte, so gab das Spiel Grund zur Hoffnung auf ein erfolgreiches Turnier. Auch im Alter von 37 Jahren kann Nowitzki noch glänzen, nach der holprigen Vorbereitung hatte es daran berechtigte Zweifel gegeben. Doch mit 15 Punkten und zehn Rebounds machte er den Gegenspielern das Leben schwer - und spielte phasenweise überragend.

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150 Mal trug "Dirkules" das DBB-Trikot mittlerweile, die Fans feiern ihn beim ersten großen Heim-Turnier seiner Karriere trotzdem wie am ersten Tag. "Es hat echt Spaß gemacht, das Publikum war wahnsinnig laut", sagte Nowitzki. Und natürlich erfüllte der NBA-Champion von 2011 wie schon nach dem Sieg gegen Island am Samstag (71:65) wieder Foto- und Autogrammwünsche.

Mit 30 Zählern und 17 Rebounds in zwei Spielen ist Nowitzki nach zuvor vierjähriger Pause auf Anhieb wieder deutscher Topspieler in beiden Kategorien. Bei der Einsatzzeit (29,5 Minuten pro Spiel) hat er gemeinsam mit Dennis Schröder die Nase vorn. Soll der Einzug in die K.o.-Phase im französischen Lille gelingen, muss Nowitzki diese Leistungen nun bestätigen.

Nach dem Duell mit der Türkei ("Eine sehr, sehr gute Mannschaft") warten bis Donnerstag noch die Topteams Italien und Spanien. "In dieser Gruppe wird dir nichts geschenkt", sagte Nowitzki: "Das sind noch drei schwere, schwere Spiele. Wir haben gezeigt, dass wir mit allen Mannschaften mithalten können, aber an einem schlechten Tag kannst du auch gegen jeden verlieren."

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Nowitzki weiß, wovon er spricht. Auf mehr als 18 Jahre im Nationalteam blickt er mittlerweile zurück, war alleine bei sechs Europameisterschaften dabei, holte vor 13 Jahren WM-Bronze und spielte 2008 bei Olympia in Peking. Und auch wenn er selbst die Führungsrolle schon an den erst 21-jährigen Schröder weiterreichen wollte, so ist es doch er, der auf dem Parkett den Ton angibt.

Nowitzki legt sich mit den Schiedsrichtern an, stellt sich schützend vor seine jungen Mitspieler, brüllt, flucht und jubelt. Er fühle sich nicht wie 37, sagte Nowitzki kurz vor dem Turnierstart. Tatsächlich wirkt er wesentlich jünger, wenn er zu seinem unnachahmlichen "Flamingo Shot" ansetzt und gestandene Gegner wie blutige Anfänger aussehen lässt.

Der große Traum bleibt weiterhin die zweite Olympia-Teilnahme 2016 in Rio de Janeiro. Auf dem Weg dorthin ist zunächst mindestens Platz vier in Berlin nötig, in Lille muss insgesamt EM-Rang sieben her, um im nächsten Sommer bei einem Qualifikationsturnier antreten zu können.

(sid)
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