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Düsseldorf
Nowitzki lässt EM-Träume reifen

Düsseldorf. Noch bereitet sich der Basketball-Superstar allein mit seinem Mentor Holger Geschwindner vor. Am kommenden Montag kehrt er nach vier Jahren ins Nationalteam zurück, das bei der EM im Rennen um Olympia bleiben will.

Für ein Foto-Shooting streifte Dirk Nowitzki das blütenweiße Trikot mit der Nummer 14 schon einmal kurz über, die er im Nationalteam trägt - im Gegensatz zur 41, die auf seinen Trikots bei den Dallas Mavericks steht. Ab Montag wird es der Basketball-Superstar wieder regelmäßig tragen. Im Trainingslager auf Mallorca kehrt der 37-Jährige erstmals seit vier Jahren in den Kreis der Nationalmannschaft zurück und startet die Endphase der Vorbereitung auf die EM (5. bis 20. September), bei der die deutsche Auswahl ihre fünf Vorrundenspiele in Berlin bestreitet und hofft, bei der Endrunde im französischen Lille (Frankreich) immer noch dabei zu sein.

"Ich mache jetzt hier noch diese Woche, dann bin ich auf Malle dabei - und dann müssen wir Gas geben, denn es sind dann nur noch drei Wochen", sagte Nowitzki in seiner Heimatstadt Würzburg in einem Interview mit dem Deutschen Basketball Bund (DBB). In Franken trainiert der Power Forward derzeit mit seinem Mentor Holger Geschwindner, während sich die DBB-Kollegen seit gestern erstmals auch mit den weiteren NBA-Profis Dennis Schröder (Atlanta Hawks) und Tibor Pleiß (Utah Jazz) zum Lehrgang in Rotenburg an der Fulda trafen.

"Das Schießen verlernt man nie - das läuft schon wieder ganz gut. Ich brauche ein bisschen Training, die Vorbereitungsspiele werden für mich auch wichtig sein, um mir den letzten Schliff und die letzte Kondition zu holen, um im September topfit zu sein", sagte Nowitzki.

Der Kapitän der Dallas Mavericks gönnte sich nach dem Ende der NBA-Saison im Juni keine wirkliche Pause, besuchte selbst im Urlaub mehrfach das Fitness-Studio, um in Form zu bleiben. "Wenn man in meinem Alter bei null anfängt, dann dauert es zwei oder drei Monate. Deswegen wollte ich ein gewisses Fitness-Level halten", sagte der Ausnahmekönner. Seit zwei Wochen trainiert er in einer Halle in Würzburg nun schon wieder mit dem Ball.

Offen ist allerdings noch, ob Nowitzki schon am Freitag in einer Woche in Zagreb gegen Kroatien sein Comeback geben wird. Als sicher gilt hingegen der Auftritt beim zweiten Vergleich mit den Kroaten zwei Tage später in Bremen (16. August).

Obwohl Nowitzki in seinen 17 Jahren in der stärksten Basketball-Liga der Welt eigentlich schon alles erlebt hat, so wird das Aufeinandertreffen mit seinen neuen - und überwiegend deutlich jüngeren - Teamkollegen ungewohnt. "Es wird eine neue Situation für alle. Früher kannte ich jeden", sagte Nowitzki: "Jetzt sind ein paar Spieler dabei, die habe ich noch nie getroffen." Ein Problem sei das für ihn aber keineswegs: "Ich bin ein lockerer Typ, mit mir kommt eigentlich jeder sofort klar."

Mit Freude nahm Nowitzki zur Kenntnis, dass das noch recht unerfahrene DBB-Team auch ohne ihn am vergangenen Wochenende das Vorbereitungsturnier im italienischen Trento gewonnen hat. "Es ist super fürs Selbstvertrauen, dass die Jungs jetzt schon knappe Spiele gewinnen", sagte Nowitzki, der letztmals bei der EM 2011 in Litauen für Deutschland spielte.

Sein Comeback feiert "Dirkules" nun, weil es bei der Europameisterschaft auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro geht. Die beiden Finalisten lösen das Rio-Ticket direkt, die nächsten vier Mannschaften erhalten die Chance der Olympia-Teilnahme über eine Qualifikationsrunde.

2008 erfüllte sich 2,13-m-Hüne Nowitzki einen seiner größten Lebensträume, als er in Peking bei den Sommerspielen dabei war und als deutscher Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier ins Stadion einlief.

(sid)
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