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Fleming kritisiert Absagenflut
"Muss eine Ehre sein, das Trikot seines Landes tragen zu dürfen"

EM-Quali: Basketball-Bundestrainer Chris Fleming kritisiert Absagenflut
Chris Fleming ist sauer aufgrund der vielen Absagen. FOTO: dpa, a pil hak
Düsseldorf. Chris Fleming hat vor allem die Abreise von Center Tibor Pleiß während der EM-Qualifikation getroffen. Von Eckhard Czekalla

Österreich, die Niederlande, Dänemark – im Basketball nicht gerade die ersten Adressen. "Das wird jetzt nicht so eine Herausforderung. Die müssten das eigentlich auch ohne mich schaffen", sagte Dennis Schröder. Letztlich löste die Nationalmannschaft das Ticket für die EM 2017, doch weil dies, nicht wie von Schröder und vielen anderen wohl erwartet, souverän geschah, herrscht Gesprächsbedarf.

Seit Beginn der Vorbereitung am 21. Juli hatte Chris Fleming kaum ein Wort über jene Spieler verloren, die abgesagt hatten. Schon bald nach der EM im September 2015 betonten Heiko Schaffartzik und Anton Gavel, eine Auszeit nehmen zu wollen. Anfang Juli verzichteten Karsten Tadda, Per Günther und Maik Zirbes. Es folgten Lucca Staiger, Maxi Kleber und Ende Juli Schröder. Zwei Tage nach dem 82:51 im Gruppen-Finale in den Niederlanden, dem mit Abstand besten Auftritt der zuvor schwächelnden Auswahl mit der Niederlage beim krassen Außenseiter Dänemark als Tiefpunkt, machte Fleming seinem Herzen Luft.

"Wenn man eine Einladung hat und keine besonderen Probleme, dann hat man aus Verantwortung dem deutschen Basketball gegenüber zu kommen", sagte der 46-Jährige. "Es muss eine Ehre sein, das Trikot seines Landes tragen zu dürfen", betonte der US-Amerikaner. "Alle haben zugesagt zu spielen, wenn sie gesund sind." Abgesehen von Kleber hätten die Rückzieher aber "keine medizinische Basis".

NBA-Profi Schröder war bei den Atlanta Hawks zur Nummer eins auf der Spielmacherposition aufgestiegen und sollte die komplette Vorbereitung mitmachen. Auch Center Zirbes hatte wohl im rund 1,2 Millionen-Euro-Vertrag mit Maccabi Tel Aviv die Klausel stehen, dass er beim Team sein muss. Besonders enttäuscht war Fleming von Pleiß, der während der Qualifikation seinen Arbeitsplatz in der NBA verloren hatte. Vor den drei Rückrundenspielen verließ der 26-Jährige, der weit von seiner Bestform entfernt war, die Auswahl, um sich in den USA für einen Vertrag zu empfehlen. Wenige Tage später unterschrieb er bei Galatasaray Istanbul.

"Diese Generation hat die Chance, um Medaillen zu spielen und nicht nur dabei zu sein", sagte Fleming. Er will auf Pleiß verzichten und sich "auf die Jungs konzentrieren, die uns geholfen haben". Im Juli 2017 beginnt die nächste Vorbereitung - hoffentlich mit den Besten.

Quelle: RP
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