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Vorrunden-Aus
EM-Traum geplatzt: Bitterer Abschied für Nowitzki

Nowitzki verbeugt sich vor Berliner Publikum
Nowitzki verbeugt sich vor Berliner Publikum FOTO: dpa, lus kno
Berlin. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft verliert gegen Spanien mit 76:77. Dennis Schröder vergibt in letzter Sekunde den dritten Freiwurf. Von Eckhard Czekalla

Zweimal hatte Dennis Schröder, der beim Versuch eines Dreipunktewurfs gefoult worden war, dem Druck standgehalten. Wie an der Schnur gezogen landete der Ball bei seinen ersten beiden Freiwürfen im Korb. Für den 21-Jährigen waren es die Punkte 25 und 26. Das deutsche Basketballteam, das zu Beginn des vierten Viertels mit 48:60 wie der Verlierer aussah, hatte sich auf 76:77 herangekämpft. Doch der dritte Wurf verfehlte sein Ziel. Deutschland hatte wie zuvor gegen Serbioen (66:68) und Italien (82:89 nach Verlängerung) eine begeisternde Partie geboten. Es gab viel Applaus. Doch er war von der Sorte, den die Sportler nicht mögen. Er war Trost, denn zum Achtelfinale nach Lille fahren die Spanier. Für den Gastgeber, der in Berlin von seinen fünf Spielen nur gegen Außenseiter Island gewann, ist die EM damit beendet.

Als seine Teamkollegen schon längst in der Kabine waren, kehrte Dirk Nowitzki nach dem TV-Interview aufs Spielfeld zurück. Der 37-Jährige, gefeiert vorn den Fans, verbeugte sich nach allen Seiten, wischte sich durchs Gesicht. "Es war Schweiß", sagte er, dessen Karriere in der Nationalmannschaft mit dieser Partie wohl beendet ist - auch wenn er sagte: "Schau'n mer mal."

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"Was Dirk hier geleistet hat, ist beeindruckend. Ich bin dankbar, dass er uns geholfen hat. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein 37-Jähriger noch seine Knochen für Deutschland hinhält", sagte Bundestrainer Chris Fleming. Der 45 Jahre alte US-Amerikaner wird, obwohl auch das Ziel Olympia-Teilnahme sportlich verpasst ist, seinen bis 2016 datierten Vertrag erfüllen. Vielleicht bewirbt sich der Deutsche Basketball-Bund um die Ausrichtung eines der drei Qualifikationsturniere für Rio und erhält dann noch den Zuschlag.

Die Aufholjagd im Schlussviertel riss die Fans mit. Paolo Lo (22), der im August bei den Studentenspielen mit dem deutschen Team Platz zwei belegt hatte, versenkte cool zwei Dreier. Auch Paul Zipser zeigte, dass der deutsche Basketball optimistisch in die Zukunft blicken kann. Die muss aber ohne Dirk Nowitzki gestaltet werden, falls der DBB keine zweite Olympia-Chance erhält. 53 Sekunden vor Schluss versenkte der Profi der Dallas Mavericks einen Dreier. Es waren im 153. Länderspiel die letzten seiner 3045 Punkte.

Deutschland - Spanien FOTO: dpa, rje kno

Am Ende reichte es nicht gegen die Spanier, die in der Schlussphase ihre Sicherheit verloren hatten. Vier Freiwürfe von Sergio Llull (14 Punkte) in den Schlusssekunden retteten das Team ins Ziel. Stützen des Siegers waren die Center Pau Gasol (16) und Nikola Mirotic (14), die in der NBA für Chicago spielen und Playmaker Sergio Rodriguez (19).

Dennis Schröder hatte sich für die Kritik an der Taktik von Chris Fleming in der Schlussphase des Italien-Spieles entschuldigt und Besserung gelobt. Gegen Spanien überdrehte der 21-Jährige, der in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle spielen wird, zwar erneut einige Male. Dennoch war es eine starke Vorstellung des Braunschweigers, der der jüngste Spielgestalter der Endrunde ist. Und das nicht nur wegen seiner 26 Punkte. Immer wieder versuchte er seine Teamkollegen ins Spiel zu bringen. Besonders die Zusammenarbeit mit Center Tibor Pleiss (10 Punkte) war spektakulär und erfolgreich. "Ich freue mich auf die nächsten Jahre", sagte Schröder.

Doch wie 2013 in Slowenien ist für das deutsche Team nach der Vorrunde Schluss. Die Erwartungen waren groß, doch wer drei knappe Spiele verliert und gegen die Türkei die erste Halbzeit verpennt, muss damit leben.

Quelle: RP
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