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Mason kämpft um Platz im deutschen Basketball-Team
Der Überraschungs-Gast

Makai Mason stößt zum Nationalteam: Der Überraschungs-Gast
Makai Mason will in der EM-Qualifikation für Deutschland auflaufen. FOTO: dpa
Düsseldorf. Makai Mason meldete sich beim Deutschen Basketball Bund. Nun versucht der Spielgestalter, der im Team der Yale-Universität eine starke Saison spielte, sich in der EM-Vorbereitung einen Platz im Nationalteam zu erkämpfen. Von Eckhard Czekalla

Mason wird leicht unterschätzt. "Ich bin ein zu klein geratenes, hellhäutiges Kind, das Basketball spielt", sagt der 20-Jährige. "Deshalb glauben manche, dass ich nicht der körperlich robuste Typ bin." Wer Makai das erste Mal trifft, mag an einen Chorknaben denken oder an den netten Jungen, der beim Nachbarn den Rasen mäht. Doch wenn er einen Basketball in den Händen hält, verschwinden rasch alle Zweifel. Dann unterschätzt ihn niemand mehr.

Mason hatte sich beim DBB gemeldet

Nun kämpft der 1,85 Meter große Student der Yale-Universität um einen Platz im Nationalteam. Mason hatte sich beim Deutschen Basketball Bund gemeldet und darauf hingewiesen, dass er auch einen deutschen Pass besitzt. Am 19. Juli kam er nach Deutschland. Zwei Tage später war er dabei, als Bundestrainer Chris Fleming in Würzburg mit der Vorbereitung auf die EM-Qualifikation begann.

Im Training deutete Mason bereits sein Potenzial an. Dank seiner Schnelligkeit, Spielintelligenz und Wurfsicherheit fügte er sich rasch ein. Schon am kommenden Samstag, wenn in Würzburg gegen die Ukraine das erste Testspiel auf dem Programm steht, könnte er sein Debüt feiern. Dann wird sich zeigen, wie der bislang nur den College-Basketball gewohnte Mason mit der Art zurechtkommt, wie in Europa gespielt wird.

"Er arbeitet härter als jeder andere, mit dem ich zu tun hatte. Er ist ein unglaublicher Wettkämpfer", betonte Tim Lane, der Mason an der Hotchkiss Highschool in Connecticut betreute, ehe sein Schüler vor zwei Jahren nach Yale wechselte. In den USA populär wurde der 20-Jährige vor rund vier Monaten. In der ersten Runde der Hochschulmeisterschaft (NCAA), für die sich 64 Teams qualifizierten, sorgte Mason mit seinen "Bulldogs" für eine Sensation. 31 Punkte erzielte er beim 79:75-Sieg gegen die an Nummer fünf gesetzte Baylor-Auswahl. Dass in der nächsten Runde das Aus kam, schmälerte nicht den Auftritt der Yale-Truppe, die auch dank Mason erstmals seit 54 Jahren wieder den Sprung in die Endrunde geschafft hatte.

NBA-Draft kam zu früh

Eigentlich wollte sich Mason beim NBA-Draft um einen Platz in der Profiliga bewerben. Doch er entschied sich dann doch dagegen und zog seine Anmeldung zurück. Er bleibt noch mindestens ein Jahr an seiner Universität. Für Chefcoach James Jones fast wie ein Hauptgewinn. "Mit ihm und den anderen Jungs haben wir die Chance, erneut richtig gut zu sein", betonte er.

Mason, in Greenfield aufgewachsen, lebt mit seinen Eltern Dan und Jody sowie seinen älteren Brüdern Sandino, Yukio und Akira in Meridan. Dass Makai (der Name kommt aus dem Hawaiianischen und bedeutet: dem Meer entgegen) nun auf dem Radar der NBA-Klubs aufgetaucht ist, verdankt er auch seinem Vater. "Das war zunächst nicht das, was ich wollte. Aber ich vertraute ihm", erzählte der Sprössling. Je besser Makai wurde, desto mehr suchte er den Vergleich mit Besseren. "Du wirst süchtig und willst es dann auch", sagte er. Dan, der Basketball während seiner Armeezeit spielte, gehörte zum Hotchkiss-Trainerstab. Nicht nur dort hatte er Makai unter seinen Fittichen. "Ich wusste früh, dass er ein außergewöhnlicher Spieler werden würde, wenn er entsprechend trainiert", sagte Papa Mason.

Noch immer spielt er eine wichtige Rolle für Makai. Doch etwas hat sich verändert. "Während er es früher war, der mich zum Training animierte, muss ich nun die Initiative ergreifen", sagt Mason junior. In seiner zweiten College-Saison sammelte Makai in 30 Spielen im Schnitt 16 Punkte. Dabei bekam er es in der "Ivy League" auch mit Mado Lo zu tun, den er nun bei der Nationalmannschaft wieder traf. Der 23-Jährige, der im vergangenen Herbst bei der EM-Vorrunde in Berlin erstmals auf sich aufmerksam gemacht hatte, hat seine vier Jahre an der Columbia Universität hinter sich. Nun wechselt er in die Bundesliga zum deutschen Meister Bamberg, bei dem er einen Dreijahresvertrag unterschrieb.

Mason ist Spielgestalter wie Lo und Dennis Schröder. Der Profi der Atlanta Hawks darf wie seine NBA-Kollegen Tibor Pleiß (Utah) und Paul Zipser (Chicago) erst ab 1. August ins Mannschaftstraining einsteigen. Eine große Herausforderung für Mason, der sich für den Tierschutz einsetzt und auch schon einige Zeit als Freiwilliger in einem Waisenhaus in der Dominikanischen Republik jobbte.

Bundestrainer Chris Fleming dürfte sich über den Überraschungs-Gast freuen. Der ehemalige Bundesliga-Coach, der nach einem Jahr als Trainer-Assistent bei den Denver Nuggets nun zu den Brooklyn Nets wechselt, musste einige Absagen verkraften. Heiko Schaffartzik, Karsten Tadda, Anton Gavel und Lucca Staiger hatten persönliche Gründe, Maik Zirbes, Per Günther und Konstantin Klein sind verletzt. Die Karten werden neu gemischt. Vielleicht ist Makai Mason ja ein Joker.

Quelle: RP
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