| 16.33 Uhr

College-Basketball in den USA
"March Madness" erreicht ihren Höhepunkt

Fotos: Gavin Schilling – Basketball-Talent von Michigan State
Fotos: Gavin Schilling – Basketball-Talent von Michigan State FOTO: afp, jh
Hamburg. Die Fans in den USA drehen durch: Mit dem Finale im College-Basketball erreicht die sogenannte "March Madness" ihren Höhepunkt.

Präsident Barack Obama sitzt wie Millionen vor dem Fernseher, 70.000 Fans fluten das Stadion, und eine ganze Nation flippt regelrecht aus: Die heiße Phase der sogenannten "March Madness" zieht die USA in ihren Bann. Das Final-Turnier der besten College-Basketballer des Landes bewegt die Massen, auf den Sportseiten der Zeitungen werden Nachrichten aus den Profiligen NBA, NHL oder MLB in den Hintergrund gerückt.

"Jedes Jahr spielt sich der ganz normale Wahnsinn ab", sagt Basketball-Legende Larry Bird, der sich genau wie Magic Johnson oder Michael Jordan bei der "March Madness" erstmals einem ganz großen Publikum präsentierte: "Hier lässt sich schon sehen, wer später mal ein Großer werden kann."

Wenn bis zum Ostermontag im Lucas Oil Stadium, der Heimstätte des NFL-Football-Teams Indianapolis Colts, vor rund 70.000 Zuschauern der neue Champion gekürt wird, ist in Gavin Schilling auch wieder ein Deutscher dabei. Der 19 Jahre alte Junioren-Nationalspieler trifft im Halbfinale (4. April) mit den Michigan State Spartans auf die Duke Blue Devils. Allerdings darf sich Schilling wohl kaum Hoffnung machen, die abgeschnittenen Netze der Körbe als traditionelle Trophäe mit nach Hause zu bringen.

Unter Fans und Experten gelten die in der regulären Saison ungeschlagenen Kentucky Wildcats, die gegen Wisconsin spielen, als Favoriten. Aber "bei der March Madness ist alles möglich", sagen die Amerikaner. Schließlich gibt es nur ein einziges K.o.-Spiel. Schilling freut sich einfach nur, bei dem Spektakel mitzumischen. "Wow. Surreal", twitterte er.

Das Finale der Basketball-College-Liga NCAA ist in den USA nicht einfach irgend ein Sportevent. Immer dann, wenn die Football-Saison in der NFL vorbei ist, die Baseball-Saison in der MLB noch nicht begonnen hat und die NBA-Basketballer sowie NHL-Eishockeyprofis kurz vor der heißen Phase stehen, dominieren die noch namenlosen Basketball-Talente die US-Sportwelt.

Schon das Ausfüllen des Bracket, des Turnierbaums mit den letzten 68 Teams, wird geradezu zelebriert. Auch Obama beteiligte sich an dem feierlichen Ritual - wie rund 70 Millionen Amerikaner. Der basketballbegeisterte Präsident tippte auch auf Kentucky, aber sein vermuteter Finalgegner Villanova ist längst ausgeschieden. Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit, den Bracket richtig durchzutippen auch bei 1 zu 9.223.372.036.854.775.808.

Seit 1939 gibt es die College-Meisterschaft, sie hat sich den vergangenen Jahrzehnten immer mehr zu einem Milliarden-Business entwickelt. Jedes Spiel wird live übertragen, im Vorjahr sollen die TV-Werbeeinnahmen über einer Milliarde Dollar gelegen haben, Tickets für das Finale am Ostermontag kosten bis zu 8000 Dollar (etwa 7400 Euro). "Das ist in jeder Hinsicht der teuerste Final-Four-Markt der vergangenen Jahre", sagt ein Tickethändler. Der ganz normale Wahnsinn eben.

(sid)
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