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Basketball-Bundesliga
Phoenix Hagen stellt Insolvenzantrag

Phoenix Hagen stellt Insolvenzantrag in Basketball-Bundesliga
Phoenix Hagen hat finanzielle Probleme. FOTO: dpa, loeb nic fux
Hagen . Phoenix Hagen will diese Woche nach Angaben der Basketball-Bundesliga einen Antrag auf Planinsolvenz stellen. Damit stehen die sportlich schwach gestarteten Westfalen vor einem Punktabzug. Die Liga zeigt sich vom Verhalten des Klubs irritiert.

Dem Traditions-Standort Hagen droht zum zweiten Mal das Aus in der Basketball-Bundesliga. 13 Jahre nach dem Kollaps von Brandt Hagen steckt auch Phoenix Hagen in schweren finanziellen Turbulenzen. Die Westfalen wollen nach Angaben der Liga bereits diese Woche einen Antrag auf Planinsolvenz stellen und stehen damit vor einem empfindlichen Punktabzug. Ein Abstieg des sportlich schwach gestarteten Klubs wäre kaum noch zu verhindern.

Der Klub teilte am Dienstag mit, dass der Spielbetrieb ohne Einschränkung aufrechterhalten werde. Man beabsichtige, sich auf dem Weg eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zu sanieren. Dafür bereite man einen Antrag vor, den man kurzfristig beim zuständigen Amtsgericht in Hagen einreichen wolle. "Zu diesem Zweck stellen wir momentan alle erforderlichen Unterlagen zusammen", heißt es in der Mitteilung von Phoenix Hagen.

Die Liga zeigte sich vom Verhalten und Handeln der Klub-Verantwortlichen irritiert. "Die Zahlen, die uns im Oktober fristgerecht vorgelegt wurden, haben sich im Vergleich zu denen aus dem Juli erheblich negativ verändert", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. "Wie es dazu kommen konnte, werden wir nun mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter aufarbeiten." Die Geschäftsführung des Clubs war am Dienstag zunächst nicht zu erreichen.

Schon in der vergangenen Saison hatte Hagen gegen Mitteilungspflichten verstoßen und daraufhin der Liga einen Sanierungsplan vorgelegt. Dass es nun zu einer großen Lücke zu den bisherigen Finanzplänen für die laufende Saison komme, sei "nicht nachvollziehbar und nicht mit dem Fair-Play-Gedanken vereinbar", kritisierte Holz. Der Gutachter- und Lizenzligaausschuss soll nun zeitnah die neuen Planzahlen bewerten - sollte Hagen die Lizenz entzogen werden, würden alle Ergebnisse Hagens gestrichen, der Klub stünde als erster Absteiger fest.

Sobald Hagen einen Insolvenzantrag stellt, werden dem Klub gemäß Regularien automatisch vier Punkte abgezogen. Damit verschärft sich die sportlich prekäre Lage weiter. Die Westfalen haben ihre ersten fünf Partien in der Bundesliga verloren und sind bislang als einziges Team noch sieglos.

Phoenix hatte immer wieder mit Schulden zu kämpfen. Zuletzt sanken auch noch die Zuschauerzahlen in der basketballbegeisterten Stadt. Beim bitteren 76:95 gegen Gießen kamen am vergangenen Samstag nur noch 2412 Besucher in die Arena am Ischeland.

Vor 13 Jahren spielte Bundesliga-Gründungsmitglied Brandt Hagen in der Saison 2003/2004 in Dortmund - die damalige Ischelandhalle genügte nicht mehr den Anforderungen. Der zeitliche begrenzte Umzug brachte nicht den erhofften Erfolg, kurz vor Silvester stellte der Klub den Spielbetrieb ein. Seit 2009 spielt Phoenix, das nicht der Nachfolgeverein ist, in der Bundesliga.

(dpa/sid)
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