| 09.21 Uhr

Bayer Leverkusen
Leno hält Leverkusens Sieg fest

Einzelkritik: Bestnote für Leno
Einzelkritik: Bestnote für Leno FOTO: dpa, gki hak
Leverkusen. Das 1:0 gegen Hamburg resultiert aus einem Eigentor von Albin Ekdal. Von Stefanie Sandmeier

Roger Schmidt wurde gestern 49 Jahre alt. Irgendwann am Abend nach dem 1:0-Erfolg gegen den Hamburger SV wird er einen Moment zum Anstoßen gefunden haben. Vielleicht auch ein bisschen Zeit zum Innehalten. Es ist viel passiert in Leverkusen. Nur ein Punkt aus vier Partien lautete die Bilanz, mit der Bayers Trainer in das Heimspiel gegen den HSV ging, das mal wieder drei Punkte brachte. Im Bestreben, die eigenen Saisonziele zu retten, war dieser Erfolg aber zumindest ein kleiner Schritt.

Schmidt durchlebt als Coach in Leverkusen derzeit seine schwerste Zeit. Der erste Erfolg nach vier sieglosen Ligaspielen lässt Trainer und Spieler nun ein wenig durchatmen und stärkt die Zuversicht auf das Erreichen eines Europacup-Platzes. Ebenso die Hoffnung, nach dem 0:2 in der Europa League in Villarreal im Rückspiel am Donnerstag vielleicht für eine Überraschung sorgen zu können. "Wir haben uns den Sieg durch große Leidenschaft und eine große Willensleistung verdient. Wir sind froh, dass wir den Negativtrend stoppen konnten", sagte Schmidt.

Mit der Art und Weise des Zustandekommens wollte sich unmittelbar nach der Partie dann auch niemand lange aufhalten. Dass die Werkself von einem Eigentor der Hamburger profitierte und erneut keinen eigenen Treffer aus dem Spiel heraus erzielte, wird in der Nachbetrachtung indes sicher noch einmal Thema werden. Gestern verhalf der Treffer durch Albin Ekdal (18.) den Leverkusenern zu einem etwas glücklichen Sieg, zu dessen Gelingen Bernd Leno einen entscheidenden Beitrag lieferte. In der hitzigen Schlussphase sah Tin Jedvaj wegen unsportlichen Verhaltens noch die Gelb-Rote Karte. Bayers Keeper, den Bundestorwarttrainer Andreas Köpke zum Kreis der vier Anwärter auf einen Platz im EM-Kader hinter Manuel Neuer zählt, war schon nach fünf Minuten zum ersten Mal gefordert, als Rudnevs unbedrängt zum Schuss kam. Danach kamen weitere solcher Situationen hinzu - gegen Hunt (17.) oder dreimal gegen Rudnevs (57./70./81.). "Da war viel Chaos, aber das interessiert am Ende keinen", sagte Leno. "Wir standen mit dem Rücken zur Wand, deshalb mussten wir heute gewinnen." Beim HSV ärgerte sich Aaron Hunt wegen vieler vergebenen Chancen: "Da war mehr drin."

Roger Schmidt war das egal. Der Trainer, der nach seiner Sperre in der Liga auf die Bank zurückkehrte, hob das Positive bei seiner Mannschaft heraus. Die ließ sich auch von den Wechselgerüchten um Wendell (Real Madrid soll seine Bemühungen intensiviert haben) nicht ablenken. Das Team legte trotz vieler Verletzter - zuletzt kamen Christoph Kramer und Sebastian Boenisch hinzu - mit Elan und Tempo los. Schon nach 41 Sekunden hatte Chicharito eine gute Kopfballchance. Danach gab es weitere hochkarätige Gelegenheiten auf beiden Seiten, zunächst scheiterte der wiedergenesene Abwehrchef Ömer Toprak (10.) an HSV-Torwart René Adler. Nach dem Eigentor von Ekdal nach einem Schuss von Julian Brandt, prallte kurz vor der Pause noch ein weiterer Kopfball Chicharitos an die Latte. Sportdirektor Rudi Völler war erleichtert. "Am Ende war es ein Zittersieg, aber das gehört auch dazu. Für uns war es die fünfte englische Woche hintereinander."

Quelle: RP
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