Weltfestes des Pferdesports: Beerbaum eine Klasse für sich
zuletzt aktualisiert: 10.06.2001 - 20:14Modena/Cannes (rpo). 48 Stunden vor Beginn des "Weltfestes des Pferdesports" in Aachen haben die deutschen Springreiter ihre Vormachtstellung in der Welt untermauert - allen voran Ludger Beerbaum. Acht Tage nach seinem Erfolg beim Offiziellen Turnier (CSIO) der Schweiz in St.Gallen sicherte er sich beim "Millionenturnier" in Cannes zum Abschluss ebenfalls den Großen Preis und gleichzeitig 230.000 Mark an Preisgeld.
Im Stechen bezwang Beerbaum auf dem Hengst Goldfever in 48,43 Sekunden den für Österreich startenden und ebenfalls fehlerfreien Hugo Simon auf E.T. um 18 Hundertstelsekunden. Dritter wurde der Holländer Jan Tops auf Roofs, der ebenfalls tadellos den Parcours meisterte, aber 51,04 Sekunden benötigte. Als Vierter mit Bestzeit von 47,37 aber mit einem Abwurf kam Weltmeister Rodrigo Pessoa (Brasilien) auf Baloubet du Rouet zur Lichtschranke zurück. Als Fünfte vor Lars Nieberg (Homberg/Ohm) auf Giorgio platzierte sich die viermalige deutsche Meisterin Helena Weinberg (Herzogenrath) auf Little Gun.
Zum Abschluss des CSIO in Modena glänzten die Deutschen nochmals im Großen Preis am Sonntagabend. Hinter dem irischen Überraschungssieger Dermod Lennon auf Liscalgot (Prämie 135.000 DM) belegten Markus Merschformann (Münster) auf Camirez, Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf Concetto und Sören von Rönne (Neuendeich) auf Chandra die Plätze dahinter. Ludger Beerbaum hatte auf Champion du Lys im ersten von zwei Umläufen diesmal einen Abwurf und verpasste das Stechen.
Am Tag zuvor hatte Beerbaum, der eigens zum Team-Wettbewerb von Cannes herübergeflogen war, beim Offiziellen Turnier auf der Anlage von Startenor Luciano Pavarotti noch brilliert. Als Schlussreiter flog der Weltranglisten-Erste auf dem Schimmelhengst Champion du Lys förmlich über die Hürden und sicherte dank eines Rittes fast acht Sekunden unter der geforderten Zeit sich und seinen Kollegen Sören von Rönne, Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum und Markus Merschformann den ersten Rang vor Irland, das ebenfalls acht Fehlerpunkte aus zwei Umläufen aufgewiesen hatte.
Nach dem neuen Reglement wird bei Fehlergleichheit nicht mehr um Sieg oder Platz gestochen, dafür entscheidet nun die bessere Zeit. Dritter wurde Holland (26) vor Vizeweltmeister Frankreich (27). Beerbaum ritt das 77. Mal für Deutschland und ist weiterhin Zweiter auf der Einsatzliste hinter Hans Günter Winkler (107).
Den Großen Preis des CSIO von Portugal in Lissabon gewann der Ire David O"Brien auf Clover, bester Deutscher war als Zehnter Manfred Marschall ( Altheim) auf Outsider. Im Preis der Nationen verpasste die deutsche Equipe mit Uwe Volmer (Legden) auf Leon, Heino Knorr (Bedburg) auf Samir, Uwe Deyle (Stuttgart) auf Fahrenheit und Manfred Marschall (Altheim) auf Outsider die zweite Runde der besten sechs Teams.
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