Vielseitigkeitsreiten:: Beide Goldmedaillen pfutsch
zuletzt aktualisiert: 21.08.2004 - 16:12Athen (rpo). Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat entschieden: Die deutschen Vielseitigkeitsreiter müssen beide Goldmedaillen zurückgeben. In der Teamwertung fallen die Reiter auf Rang vier zurück, die Einzelwertung schließt Bettina Hoy als Neunte ab.
Damit steht Frankreich als Gewinner der Teamwertung fest, Deutschland fällt auf Platz vier zurück. Einzelsiegerin Bettina Hoy muss ihr Gold der Britin Leslie Law überlassen und wird nur als Neunte in die Annalen eingehen. In der Medaillenwertung von Athen fällt Deutschland hinter Frankreich vom fünften auf den sechsten Platz zurück.
Basis der Kontroverse war eine Verkettung von Fehlern beim Ritt der 41 Jahre alten Bettina Hoy in der Mannschafts-Entscheidung. Zunächst überquerte sie beim Springreiten während eines 45 Sekunden dauernden Countdowns die Startlinie ohne den ersten Sprung anzureiten. Bei Durchreiten der Lichtschranke sprang die Uhr jedoch nicht wie üblich auf Null und begann zu laufen, sondern es wurde von einem Zeitnehmer Sekunden später erneut der Countdown gestartet. Beim zweiten Überqueren der Startlinie lief alles planmäßig, Hoy gewann mit einem fehlerfreien Ritt die Team-Goldmedaille und behauptete ihren zweiten Platz in der Einzelwertung.
Hin und Her mit schlimmem Ende
Wenige Minuten nach dem Wettkampf kontrollierte die Ground Jury unter Vorsitz des deutschen Präsidenten Christoph Hess die Resultate und entschied auf einen Regelverstoß von Hoy. Die Zeit wurde vom ersten Überqueren der Linie an gemessen und resultierte in nachträglich aufgebürdeten 14 Zeitfehlerpunkten. Dadurch fielen das Team und Hoy in beiden Wertungen aus den Medaillen.
Nach einem Protest der deutschen Teamleitung unter Führung des Ausschussvorsitzenden Jens Adolphsen, der an der Universität Halle eine Professur für Sportrecht hat, entschied daraufhin das Appeal Committee als Berufungsinstanz zu Gunsten der Reiterin. "Das Missmanagement des Wettkampf durch die Jury darf die Athletin nicht benachteiligen", hatte Komitee-Mitglied Hugh Thomas begründet.
Am Samstag erklärte der griechische Komitee-Vorsitzende Freddy Serpieri auf Anfrage des sid, warum man den Protest am Mittwochabend angenommen hatte: "Unserer Meinung nach ging es nicht um einen technischen Fehler, sondern um die Interpretationen von Regeln. Deshalb waren wir der Überzeugung, dass wir zuständig sind."
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