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Kolumne Gegenpressing
Beim Niesen Schienbeinschoner nicht vergessen

Kolumne Gegenpressing: Beim Niesen Schienbeinschoner nicht vergessen
Kevin Pillar von den Toronto Blue Jays wurde auf perfide Art außer Gefecht gesetzt. FOTO: ap
Immer wieder kommt es zu kuriosen Sportverletzungen. Ganz weit vorne ist ein Baseballspieler aus den USA. Ihm wurde nun ein kleiner Schnupfen zum Verhängnis. Von Gianni Costa

Holen Sie schon einmal ein Taschentuch heraus, denn diese Geschichte ist verdammt schniefig. In der Welt des Sports hat man sich schon in großen Teilen an die Verrohung der Sitten gewöhnt. Es ist sicherlich nicht das Netteste, die Beine von hinten weggetreten zu bekommen. Immerhin kann man sich der Empörung von weiten Teilen der Zuschauer über den Übeltäter gewiss sein.

Deutlich perfider ist es, wenn der Angreifer sozusagen aus den eigenen Reihen kommt. Diese Erfahrung musste unlängst der nordamerikanische Baseball-Profi Kevin Pillar machen. Herr Pillar, ein ganzer Kerl mit breitem Kiefer und noch breiteren Schultern, musste jedenfalls eines sonnigen Tages in Toronto kräftig niesen.

Man könnte nun zurecht bemängeln, dass die Geschichte nur langsam Fahrt aufnimmt. Schnallen Sie sich an, jetzt geht's rasant abwärts. Kevin Pillar, ein tadelloser Sportsmann, hat alles gegeben und musste sich nach seiner Niesattacke erstmal krankmelden. Ein Testspiel vor der im April beginnenden Saison musste er ausfallen lassen wegen einer ausgewachsenen Bauchmuskelzerrung.

Andere Sportler haben vorgemacht, was der Körper noch so alles an Verletzungen hergibt. In Mönchengladbach gab es mal einen Torhüter namens Logan Bailly. Der Belgier mochte es gerne kühl. Im Sommer 2009 wurde ihm diese Vorliebe zum Verhängnis, als ihm eine mobile Klimaanlage auf den Fuß fiel. Die Folge: Mittelfußbruch, zwei Monate Pause. Oder Jerome Boateng. Eine Stewardess rammte dem deutschen Nationalverteidiger auf engem Raum einen Getränkewagen gegen dessen ohnehin schon lädiertes Knie. Seine Zwangspause verlängerte sich dadurch um mehrere Wochen.

Oder Markus Pröll. Er stolperte auf der Flucht vor Autogrammjägern über ein kleines Mädchen. Der damalige Eintracht-Keeper stürzte so unglücklich, dass er sich eine Schultereckgelenk-Sprengung zuzog. Oder Charles Akonnor. In seiner Zeit beim VfL Wolfsburg musste er vier Wochen aussetzen, weil er sich die Antenne seines Autos in die Nase gerammt hatte. Es wurde nie aufgeklärt, wie das genau geschehen konnte.

Da ist Kevin Pillar glimpflich davongekommen. Bleibt nur ein Wunsch von Herzen: Gesundheit!

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Quelle: RP
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