Finalsieg gegen Daniela Hantuchova: Belgierin Kim Clijsters erstmals Turniersiegerin in Filderstadt
zuletzt aktualisiert: 13.10.2002 - 17:34Filderstadt (rpo). Die belgische Tennisspielerin Kim Clijsters hat sich zum ersten Mal in die Siegerliste des WTA-Turniers von Filderstadt eingetragen. In einem umkämpften Endspiel besiegte die 19-Jährige Daniela Hantuchova aus der Slowakei in drei Sätzen.
Nach 1:55 Stunden und einem 4:6, 6:3, 6:4- Sieg konnte die Belgierin gemeinsam mit ihrem australischen Lebensgefährten Lleyton Hewitt jubeln. Für ihren insgesamt achten Grand-Prix-Erfolg erhielt Clijsters einen Porsche Boxster im Wert von 97 000 Dollar. Hantuchova kassierte 51 500 Dollar und wird nächste Woche zum ersten Mal unter den Top Ten auftauchen.
Bei ihrer ersten Endspiel-Teilnahme in Filderstadt vor zwei Jahren hatte Clijsters noch eine Lehrstunde von der Schweizerin Martina Hingis erhalten und war mit 0:6, 3:6 untergegangen. Dieses Mal war die Tochter des früheren belgischen Fußball-Nationalspielers Leo Clijsters die dominierende Spielerin.
Kraftvolll aber zu ungeduldig
Vor 3000 Zuschauern agierte die Favoritin mit ihrem kraftvollen Spiel zunächst jedoch zu ungeduldig gegen die schlaksige Hantuchova (56 Kilo/1,81 Meter). Die Frau mit den längsten Beinen auf der Tour glänzte immer wieder mit ihrer blitzsauberen Schlagtechnik, hatte jedoch im zweiten Satz große Probleme bei ihren Aufschlagspielen und musste im dritten Durchgang dem Power-Tennis von Clijsters Tribut zollen.
In einem hochklassigen Halbfinale bei der mit 565 000 Dollar dotierten Veranstaltung hatte Clijsters am Samstag Amelie Mauresmo mit 3:6, 6:3, 7:5 ausgeschaltet. Dabei hatte die Französin im dritten Satz bereits mit 5:2 geführt und beim Stande von 5:3 sogar einen Matchball. Die an Nummer acht gesetzte Hantuchova kam über ein 6:3, 6:2 gegen die Russin Elena Dementiewa ins Finale. Trotz der bitteren Niederlage scheint die aufstrebende Mauresmo eine der wenigen Spielerinnen zu sein, die irgendwann die in der Welt dominierenden Schwestern Serena und Venus Williams gefährden kann. "Ich will die Nummer eins werden", kündigte die derzeitige Nummer vier auch selbstbewusst an.
Clijsters wird sich nach ihrem Triumph beim schwäbischen Traditionsturnier unter die besten Fünf verbessern. Von Filderstadt reist sie weiter nach Zürich - mit ihrem Freund im Schlepptau. Hewitt ließ extra das Turnier in Madrid sausen, um bei seiner Kim zu sein. "Er ist wie so viele Tennisspieler zum Jahresende müde, ein bisschen verletzt und nimmt sich eine Woche Auszeit", erklärte Clijsters. Von einer Traumhochzeit zwischen Aufschlag und Matchball will sie allerdings noch nichts wissen. "Es ist schwierig zu heiraten, so lange man noch aktiv ist. Und wir sind ja noch so jung."
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