Wesemann gestürzt: Belgischer Doppelsieg bei Flandern-Rundfahrt
zuletzt aktualisiert: 29.04.2003 - 14:07Meerbeke (rpo). Mit einem doppelten Heimsieg endete die diesjährige Flandern-Rundfahrt. Der Belgier Peter van Petegem gewann die 87. Ausgabe des Rad-Klassikers nach 255 km vor seinem Landsmann Franck Vandenbroucke. Der Deutsche Steffen Wesemann wurde von einem Sturz um alle Siegchancen gebracht.
Der mit großen Ambitionen gestartete Wahl-Schweizer Wesemann aus Wolmirstedt stürzte am Koppenberg und hatte mit der Entscheidung nichts zu tun. Kein deutscher Profi kam beim zweiten Weltcup-Rennen, das über eine halbe Million Zuschauer an der Strecke wieder zu einem Volksfest machten, unter die ersten Zehn.
"Nach dem Sturz ist Boogerd noch über ihn drübergefahren. Steffen wird gerade untersucht. Es besteht Verdacht auf Rippenbruch, so dass er wahrscheinlich auch am kommenden Sonntag bei Paris-Roubaix ausfällt. Er war heute in großer Form und hätte etwas ausrichten können", ärgerte sich Telekom-Team-Manager Walter Godefroot, den wie im Vorjahr bei den Frühjahrs-Klassikern wieder das Pech zu verfolgen scheint. Der Weltranglisten-Zweite Erik Zabel (Unna) spielte im Rennen ebenfalls keine Rolle.
Vandenbroucke, der in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Teamwechsel und Doping-Affären von sich reden gemacht hatte, feierte mit seinem zweiten Platz ein gelungenes Comeback. Die beiden Belgier hatten sich an der vorletzten Steigung, der berühmt-berüchtigten Mauer von Geerardsbergen, alleine von einer größeren Spitzengruppe abgesetzt. Im Schlussspurt ließ van Petegem, der die Flandern- Rundfahrt bereits vor vier Jahren gewonnen hatte, Vandenbroucke keine Chance. Beide retteten rund 25 Sekunden vor den von dem Australier Stuart O'Grady angeführten Verfolgern ins Ziel.
Die Entscheidung bahnte sich 28 km vor dem Ziel der mit 19 giftigen Anstiegen gespickten Strecke an. Am Beerenbries hatten mehrere Belgier, angeführt vom dreifachen Flandern-Sieger Johan Museeuw, attackiert. In ihrem Sog formierten sich zwei um wenige Sekunden getrennte Spitzengruppen. An der Mauer von Geerardsbergen setzten sich dann van Petegem und Vandenbroucke ab. Die letzten 18 km bildeten sie ein harmonierendes Tandem und fuhren erst im Endspurt wieder gegeneinander.
Vier Fahrer, darunter Thomas Liese vom Team Coast aus Leipzig und Michael Rich aus Emmendingen von Gerolsteiner, hatten sich bei kühler Witterung schon nach 6 km abgesetzt. Vize-Zeitfahr-Weltmeister Rich scheiterte 57 km vor dem Ziel, Liese hielt noch etwas länger stand. Dann übernahm die Spitze des Hauptfeldes wieder die Führung, nachdem die Solisten rund 200 km allein unterwegs waren.
Der Schweizer Oscar Camenzind zog sich bei einem schweren Sturz eine Stauchung des achten Rückenwirbels zu. Allerdings kam der Straßen-Weltmeister von 1998 noch relativ glimpflich davon. Die Verletzung zwingt ihn zu einer rund dreiwöchigen Pause.
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