Ullrich 32 Sekunden hinter dem Tagessieger: Belli gewinnt dritte Etappe der Tour de Suisse
zuletzt aktualisiert: 15.06.2000 - 18:07Freiburg (sid). Beim Tagessieg des Italieners Wladimir Belli auf der dritten Etappe der Tour de Suisse hat das Telekom-Team mit Kapitän Jan Ullrich die selbst gesetzte Norm erfüllt, während der Niederländer Michael Boogerd das Goldtrikot übernahm. Im Hauptfeld 32 Sekunden hinter einer siebenköpfigen Spitzengruppe erreichten Ullrich und Co. über 182,5 Kilometer von Rheinfelden nach Freiburg das Ziel und hielten sich damit an die Linie von Telekom-Teamleiter Rudy Pevenage.
"Unser Ziel war es, jemanden vorne mit dabei zu haben, das hat bis zum Ende des schweren Finales geklappt. Heute mussten die anderen etwas machen, unsere Tage kommen noch auf den schweren Bergwertungen. Wir sind genau im Plan", sagte Pevenage.
Für den Belgier war der Sieg von Belli vor dem Schweizer Marcel Strauss und Giro-Sieger Stefano Garzelli (Italien) nur logisch. "Die Italiener kommen frisch vom Giro und sind im Moment voll im Zenit. Zu dieser Form haben wir noch zehn Prozent Differenz. Das sieht in zwei Wochen anders aus", äußerte sich Pevenage sehr zufrieden über den Leistungsstand seines Team.
Gemeinsam mit dem Spitzentrio hatten sich der fast 100 Kilometer an der Spitze fahrende Boogerd sowie die Italiener Francesco Casagrande, Marco Fincato und Eddy Mazzoleni auf dem engen Rundkurs in Freiburg mit der 18-prozentigen Steigung auf dem Kopfsteinpflaster am Chemine de Lorette abgesetzt und waren 14 Kilometer vor dem Ziel dem Peloton davongefahren.
Die Ausreißer wurden nicht ernsthaft attackiert, Versuche des deutschen Teams Gerolsteiner scheiterten. "Im Vergleich zu den ersten Tagen lief es heute weniger gut. Wir konnten mit der Spitze nicht mithalten, waren aber in der zweiten Gruppe. Das ist für unser Team nicht schlecht", sagte Teamchef Rolf Gölz.
In der ersten Phase des Tagesrennens mit einer Bergwertung der dritten und auf den letzten 31 Kilometern drei Prüfungen der vierten Kategorie war die 134-köpfige Fahrerkolone um 12.25 Uhr bei gutem Wetter gemächlich gestartet. Erst nach der vom Cottbuser "Bergkönig" Stephan Gottschling vor Nicki Aebersold (Schweiz) und Torsten Schmidt (Schwelm) gewonnen ersten Bergwertung gab es bei Kilometer 36 Ausreißversuche.
Alle Attacken schlugen zunächst fehl, mehr Glück hatte ab Kilometer 88 eine sechsköpfige Gruppe mit dem niederländischen Ex-Meister Boogerd. Mit dabei war auch Christian Heule, obwohl der Schweizer auf den ersten 80 Kilometern gleich viermal sein defektes Hinterrad wechseln musste.
Das Sextett fuhr auf den nächsten 70 Kilometern bis zu 3:20 Minuten Vorsprung heraus, ehe 20 Kilometer vor Ziel nur noch Heule und Boogerd an der Spitze übrigblieben. Auf der Schlusssteigung war dann auch für Heule alles gelaufen.
Auf der vierten Etappe am Freitag über 156,1 Kilometer von Freiburg nach Verbier sind erstmals die Bergspezialisten gefragt. Nach einem Anstieg der dritten und einem der vierten Kategorie im Schlussdrittel des Renntages endet die Etappe mit der 1.522 Meter hohen Bergankunft, einer Steigung der zweiten Kategorie.
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