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Solingen
Bergische Handballer bei Pokal-Premiere Außenseiter

Solingen. Viktor Szilágyi ist weltweit der einzige Handballer, der alle wichtigen europäischen Klubtitel (Champions League, EHF-Pokal, Pokal der Pokalsieger) gewonnen hat. Der Österreicher ist mehrfacher deutscher Meister und Pokalsieger. Letzteres kann er rein theoretisch am Wochenende erneut werden, denn er führt den Bergischen HC beim "Final Four" um den nationalen Pokal aufs Feld. Im Halbfinale wartet morgen der SC Magdeburg. Das ist das Duell der Außenseiter, während zwei Bundesliga-Top-Teams den zweiten Finalisten ermitteln. Da die Rhein-Neckar Löwen und Flensburg-Handewitt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der nächsten Saison in der Champions League vertreten sein werden, darf der Sieger des anderen Halbfinales im EHF-Pokal starten. Von Georg Amend

Für den in der Liga als Tabellen-15. um den Klassenerhalt kämpfenden BHC ist das alles weit weg - im Duell der Außenseiter sind die Bergischen noch einmal der größere Außenseiter. "Beide Mannschaften kennen sich sehr, sehr gut", sagt Trainer Sebastian Hinze. "Zu Hause haben wir immer gut gegen Magdeburg gespielt, auswärts teilweise auch, aber wir haben immer verloren. Jetzt treffen wir uns auf neutralem Boden und hoffen, dass wir das für uns nutzen können. Wenn wir unser System auf die Platte bringen, haben wir auch eine Chance." Aus dem 17-Mann-Kader fehlt der Österreicher Alexander Hermann (Frakturen im Gesicht).

Sein Landsmann Szilágyi ist dagegen dabei. Nach einer schwierigen Saison mit zwei schweren Verletzungen fährt er zum neunten Mal zum Finalturnier nach Hamburg, als einziger Spieler hat er das mit fünf verschiedenen Vereinen (TuSEM Essen, THW Kiel, VfL Gummersbach, Flensburg, BHC) geschafft. "Das ist schon eine interessante Zahl", sagt der 37-Jährige, der in Hamburg der älteste Feldspieler sein wird, mit einem Schmunzeln. Ernst erklärt der Spielgestalter dann: "Wir sind aufgrund der Tabellensituation Außenseiter, aber wir sind nicht unverdient dabei. Wir haben auch unsere Spiele vor dem Final Four gewonnen."

Dramatisch war das Viertelfinale gegen Minden. Kurz vor dem Ende vergab der Zweitligist per Strafwurf das mögliche 24:23, im Gegenzug gelang Christian Hoße eben dieser Siegtreffer für den BHC, der so im zehnten Jahr seines Bestehens seine Final-Four-Premiere feiert. Szilágyi: "Mit der Zeit ist uns bewusst geworden, was wir erreicht haben. Wir sind Monate vor dem Final Four immer wieder darauf angesprochen worden, dadurch bekommt das eine besondere Dimension."

Die kennen die anderen Teams besser, denn bis auf Szilágyi war noch kein BHC-Akteur in Hamburg dabei. "Das müssen wir für uns nutzen", fordert der Österreicher. "Je länger wir ein Spiel offenhalten, desto mehr steigern wir den Druck auf den Favoriten. Wir müssen die Magdeburger dahin bringen, dass sie nervös werden." Sein Trainer ergänzt: "Das ist ein Mega-Event, aber wir sind aufgrund der Situation, dass außer Viktor keiner weiß, was uns erwartet, stressresistent."

Szilágyi ist zuversichtlich: "Es gibt viele Faktoren, die auf dem Papier gegen uns sprechen, aber auch einige, gerade im mentalen Bereich, die für uns sprechen. Wir müssen das mit einer gewissen Unbekümmertheit angehen. Natürlich haben alle Spieler gefragt, was sie erwartet, aber wenn man zu viel weiß, macht man sich zu viele Gedanken. Mit dem Anpfiff des ersten Spiels zählt die Tabellensituation nicht mehr", sagt der 37-Jährige.

Quelle: RP
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