Zwei Morddrohungen: Bernadis gibt vage Täterbeschreibung ab
zuletzt aktualisiert: 30.03.2000 - 15:54Nizza (dpa). Der französische Paarläufer Stephane Bernadis und die Polizei tappen bei der Suche nach dem Attentäter weiter im Dunkeln. "Ich habe keine Idee von der Identität der Person und ich hoffe natürlich, dass es kein Eisläufer war", sagte der Bronzemedaillen-Gewinner bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Rande der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Nizza, wo er sich erstmals zu dem Vorfall äußerte. Bernadis bestätigte, dass er daheim in Paris zwei Mal eine anonyme Morddrohung erhalten habe. "Bald wirst du sterben", habe auf zwei Zetteln gestanden, die an seinem Wagen befestigt gewesen seien.
Gleich vier Leibwächter begleiteten Bernadis und seine Partnerin Sarah Abitbol am Donnerstag in das Palais des Expositions. Dem 26- Jährigen war am Dienstag von einem Unbekannten mit einer Rasierklinge ein 20 Zentimeter langer Schnitt am linken Unterarm zugefügt worden. "Ich habe gerade in meinem Hotelzimmer Fernsehen geschaut, als es drei Mal an der Tür klopfte", beschrieb er die Situation. Da die Tür keinen Spion hatte, öffnete er und ließ sie sofort wieder zufallen, als er den Schmerz verspürte. Deshalb habe er nur erkennen können, dass der Täter eine schwarze Bomberjacke, einen Hut oder eine Kappe sowie Jeans trug und etwas Gelbes in der Hand hatte. "Als ich das Blut gesehen habe, habe ich total panisch reagiert." Nachdem Bernadis etwa eineinhalb Minuten auf dem Boden saß, rief er die Rezeption an. Innerhalb einer Minute sei sein Bodyguard da gewesen.
Die Drohbriefe hatte der Eisläufer nicht ernst genommen, weil sie eine kindliche Handschrift trugen. Vor drei Wochen sei er auch zwei Mal angerufen worden, habe aber nur jemanden atmen hören. "Ich denke nicht, dass ich spezielle Feinde habe. Und ich habe auch mit niemandem Streit", sagte Bernadis. Die WM-Organisatoren hatten den französischen Teilnehmern von Anfang an Sicherheitskräfte zugewiesen, da Eistanz-Europameister Gwendal Peizerat bei der WM 1998 in Minneapolis/USA ebenfalls eine anonyme Drohung erhalten hatte.
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