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Vogts arbeitet für Klinsmann
Nicht ohne meinen Berti

Berti Vogts arbeitet weiter für Jürgen Klinsmann
Aus dem Intermezzo bei der WM 2014 ist für Berti Vogts nun eine Festanstellung geworden. FOTO: dpa, nic
Mönchengladbach. Berti Vogts war während der WM Berater von US-Coach Jürgen Klinsmann. Nun macht der frühere Bundestrainer den Job erneut. Von Karsten Kellermann

Berti Vogts hat einen neuen Job. Einen, den er schon während der Weltmeisterschaft in Brasilien hatte. Der 68-Jährige ist wieder Berater von US-Trainer Jürgen Klinsmann. Dieses Mal jedoch nicht projektbezogen, sondern fest. Das gab der US-Fußballverband gestern bekannt. "Wir haben fantastische Erfahrungen mit Berti bei der Weltmeisterschaft gemacht. Sein Wissen und seine Erfahrung sind von enormem Wert für uns", sagte Klinsmann.

Ihn und Vogts verbindet eine lange, von gegenseitigem Respekt geprägte Freundschaft. 1996 war Klinsmann bei der Europameisterschaft in England Kapitän des deutschen Teams, das Vogts als Bundestrainer zum Titel führte. "Wir kennen uns sehr lange und haben die gleiche Idee vom Fußball: Wir wollen beide aus jeder Position nach vorn spielen", sagte Vogts gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor zwei Monaten hatte er sich einer Herzklappen-Operation unterzogen, nun ist er bereit für "die interessante Herausforderung" als Berater. "Ich will Jürgen und dem US-Fußball helfen", sagte Vogts

Wie Klinsmann gilt er als Querdenker. Das hat er einst vom Gladbacher Meistertrainer Hennes Weisweiler gelernt, der nicht nur sportlich sein Ziehvater war. Vogts sagt auch – das hat er ebenfalls mit Klinsmann gemein – offen seine Meinung, auch wenn er damit aneckt. Und er ist ein Entwickler. All diese Qualitäten will der US-Verband nun für sich nutzen.

Vogts selbst versteht sich als Berater im Hintergrund. "Ich bin da ja jetzt nicht der große Zampano. Jürgen ist der Chef, und ich bin sein Berater. Wenn Jürgen mich fragt, bekommt er eine ehrliche Antwort. Und wenn mir etwas auffällt, werde ich ihm das mitteilen", sagte Vogts.

In Brasilien hatte er viel Spaß an der Arbeit mit dem US-Team. "Die Jungs sind wiss- und lernbegierig. Das gefällt mir. Ihre Fitness ist gut, aber technisch und taktisch gibt es Nachholbedarf", sagte Vogts, der im Oktober seinen Job als Trainer von Aserbaidschan aufgab, weil ihm die Einstellung der Spieler nicht gefiel.

Das US-Team lebt vom Teamwork, die Art und Weise, wie das gelebt wird, imponiert Vogts. "Es ist unglaublich, wie die Mannschaft zusammensteht - das ist Jürgens Handschrift", sagte Vogts. 1996 war sein Mantra beim EM-Triumph: "Der Star ist die Mannschaft." Es passt also mit ihm und dem amerikanischen "Way of Soccer".

Zuletzt hat sich Vogts das 2:3 der USA in Dänemark angesehen. Sein Hauptauftrag wird es sein, die amerikanischen Spieler in den europäischen Ligen zu beobachten. "Jürgen wohnt in den USA, ich bin hier in Europa. Es ist wichtig, gerade die jungen Spieler und ihre Entwicklung zu verfolgen", sagte Vogts. Er wird aber auch öfter in die USA reisen, um sich dort die Länderspiele und Ligapartien anzusehen. "Die US-Liga hat sich gut entwickelt, aber mir sind die Unterschiede zum europäischen Fußball noch zu groß. Jürgen will dort etwas bewegen, und ich freue mich darauf, ihm dabei zu helfen", sagte Vogts.

Quelle: RP
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