Abschluss der Biathlon WM: Biathlon-WM: Poiree sichert sich sein drittes Gold
zuletzt aktualisiert: 15.02.2004 - 15:46Oberhof (rpo). Die Biathlon-WM in Oberhof endete am Sonntag mit dem mit den Massenstartrennen der Herren. Mit seinem dritten WM-Titel gewann Raphael Poiree das 15 Kilometer lange Schlussspektakel. Bester Deutscher wurde Sven Fischer auf Platz elf.
Mit einem deutschen Sturz-Festival und noch zwei Triumphen des Biathlon-Traumpaares Poiree endete am Sonntag die WM in Oberhof mit den Massenstartrennen. Katrin Apel rettete mit Silber den Abschluss der Gastgeber, die mit insgesamt sieben Medaillen die 200.000 Fans in der Rennsteig-Arena und Millionen an den TV-Geräten verwöhnten. Einen Tag, nachdem sich die Norwegerin Liv Grete Poiree über 12,5 km mit dem vierten Titelgewinn zur "Königin von Oberhof" krönte, zog ihr franzöischer Ehemann Raphael über 15 km nach und gewann seinen dritten WM-Titel. Beide kassierten zusammen knapp 200.000 Euro Prämien von Sponsoren und Verbänden.
"Heute ging wirklich alles daneben. Erst gestürzt, dann den Ski gewechselt, der war bodenlos schlecht, dann nochmal gewechselt. Ein schönes Schaulaufen", sagte Ricco Groß nach seiner Pannenserie zum WM-Abschluss. Der Ruhpoldinger stürzte wie tags zuvor Uschi Disl in der ersten Abfahrt und wurde Vorletzter. Nach Gold im Jagdrennen und mit der Staffel sowie Rang zwei im Sprint meinte der erfolgreichste deutsche WM-Teilnehmer: "Der Abschluss ging daneben, aber ich fahre trotzdem als sehr zufriedener Biathlet heim."
Sven Fischer: "Vier Fehler beim Schießen waren eindeutig zu viel"
Ähnlich sah es Sven Fischer, der als Elfter bester deutscher Massenstarter war und sich umgehend zu Partnerin Doreen und der eine Woche alten Tochter Emilia Sophie auf den Weg ins Krankenhaus machte: "Vier Fehler beim Schießen waren eindeutig zu viel. Aber die Euphorie nach unserem Staffelsieg war zu groß. Wir haben eine tolle WM abgeliefert und können es verschmerzen." Fischer war in der vorletzten Runde auf der Abfahrt in die Wolfsschlucht gestürzt, als ihm der Weißrusse Oleg Ryschenkow über die Skienden fuhr.
Selbst der ansonsten beinharte Coach Frank Ullrich zeigte sich gnädig: "Wir haben sehr unkonzentriert am Schießstand gearbeitet. Aber diesmal muss man verzeihen. Der Rummel nach dem Staffelsieg hat sicher zum heutigen Abschneiden beigetragen."
Apel: "Größter persönlicher Erfolg meiner Laufbahn"
Ganz anders fiel der Abschluss-Kommentar von Katrin Apel aus, die tags zuvor Zweite im Massenstart der Damen wurde. "Bei meiner Heim-WM habe ich den größten persönlichen Erfolg meiner Laufbahn errungen. Das ist die Krönung. Ein Traum ist für mich in Erfüllung gegangen", meinte Katrin Apel. "Die WM hat für mich durchwachsen begonnen, aber ich habe mich gesteigert." Die 30-Jährige vom SV Eintracht Frankenhain kassierte für ihre zweite WM-Silbermedaille als Solistin (2000 Sprint-Zweite) Prämien von 20.000 Euro.
Hinter der achtmaligen Weltmeisterin Poiree und Apel sicherte sich die Französin Sandrine Bailly Bronze vor der erneut stark laufenden Simone Denkinger. Die gute deutsche Teamleistung im letzten WM-Damenrennen komplettierten die Staffel-Olympiasiegerinnen Uschi Disl (Moosham) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) auf den Rängen neun und zehn.
Großes Pech hatte Uschi Disl
Großes Pech hatte Uschi Disl in ihrem ersten Rennen nach überstandenem fiebrigen Infekt. Die 33-Jährige vom SC Moosham stürzte in der ersten Abfahrt, leistete sich danach beim ersten Schießen noch drei Fehler und fiel auf den drittletzten Platz zurück. "Am Ende war ich Neunte, das war besser als erwartet. Aber mich hat es schon ganz schön geschmissen."
Vor dem letzten WM-Rennen erhielt Lokalmatador Frank Luck das Sportehrenzeichen in Gold, die höchste Auszeichnung des Deutschen Skiverbandes und bedankte sich per Mikrofon bei den Fans für die Unterstützung in den 15 Jahren seiner Karriere. Am 12. Juni erhält Luck als erster Biathlet in der Geschichte ein Abschiedsrennen, für das sich schon zahlreiche Weltklasse-Athleten angesagt haben.
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