Australian Open: Arn und Lamade ausgeschieden: Blamage für Kafelnikow: "Ich schäme mich" - Rittner in Runde drei
zuletzt aktualisiert: 16.01.2002 - 14:04Melbourne (rpo). Als erste Deutsche hat Barbara Rittner die dritte Runde bei den Australian Open in Melbourne erreicht. Die 28 Jahre alte Leverkusenerin schlug am Mittwoch Anne Kremer aus Luxemburg mit 6:1, 6:4. Rittner trifft nun auf Martina Hingis.
Die besten Fünf haben sich unterdessen bereits vom fünften Kontinent verabschiedet. Nach Lleyton Hewitt, Gustavo Kuerten und Andre Agassi traf es am Mittwoch auch den an Nummer vier gesetzten Jewgeni Kafelnikow sowie Sebastien Grosjean aus Frankreich. Der Olympiasieger aus Russland, der zu den Topfavoriten auf die Nachfolge des handverletzten Agassi galt, unterlag dem amerikanischen Qualifikanten Alex Kim mit 3:6, 5:7, 3:6 und meinte: "Ich schäme mich."
Nicht besser erging es Wimbledonsieger Goran Ivanisevic. Der Kroate litt mal wieder unter starken Schmerzen im linken Schlagarm und schied durch ein 3:6, 6:7 (2:7), 7:5, 4:6 gegen den Franzosen Jerome Golmard aus.
Thomas Haas rückte an seinem spielfreien Tag hinter dem Briten Tim Henman auf Platz zwei der Setzliste. An diesem Donnerstag steht seine nächste lösbare Herausforderung gegen den weithin noch unbekannten Franzosen Jean-Francois Bachelot auf dem Terminplan. Gestrichen ist dagegen (vorerst) die Fortsetzung seines Schlagabtauschs mit dem DTB-Präsidenten. Im Hick-Hack um Daviscup-Rausschmiss, Betreuer-Honorar und faire Manieren hat Georg von Waldenfels eingelenkt. "Aus meiner Sicht ist die Sache ausgestanden", sagte der Chef des Deutschen Tennis Bundes.
Die 19 Jahre alte Nachwuchshoffnung Bianka Lamade scheiterte beim 3:6, 7:6 (7:4), 1:6 gegen die Französin Nathalie Dechy auch an ihrer mangelnden Routine. Qualifikantin Greta Arn wehrte sich beim 1:6, 2:6 gegen Martina Hingis nach besten Kräften.
Dort steht Barbara Rittner bei ihrer elften Teilnahme an den Australian Open zum mittlerweile vierten Mal. Von ihrer Erfahrung profitieren mittlerweile die Jüngeren. Das weiß auch Fedcup-Teamchef Markus Schur. "Er hat mich schon die Mutter der Kompanie genannt und gesagt, ich soll noch so lange wie möglich spielen", sagte eine entspannt wirkende Barbara Rittner, die nach zwei Siegen schon umgerechnet rund 23.000 Euro Preisgeld sicher hat. "Ich fühle mich wohl hier, mag die Atmosphäre und hatte auch keine Hammer-Auslosung. Gegen Martina habe ich auch nichts zu verlieren, auch wenn sie mich hier schon drei Mal geschlagen hat."
Martina Hingis, nächste Gegnerin von Rittner, hat das Turnier bereits drei Mal gewonnen, wartet seit ihrem Erfolg 1999 aber auf einen Grand-Slam-Titel. Die 21- Jährige verfolgte vor der Partie gegen Greta Arn die letzten Ballwechsel von Barbara Rittner und lobte später: "Sie hat sicher sehr gut gespielt. Bis jetzt habe ich aber eine positive Bilanz und hoffe, dass das auch so bleibt." Greta Arn verbuchte gegen die Favoritin mehr Gewinnschläge, aber auch wesentlich mehr Fehler.
Bianka Lamade schaffte es gegen Nathalie Dechy nicht, konstant und geduldig zu agieren. Nach einer 4:1-Führung musste die Nummer 72 der Welt gegen die 16 Ränge besser platzierte Französin selbst im zweiten Satz noch zittern. Zum Auftakt des dritten Durchganges ließ sie zwei Chancen zu einem Break ungenutzt. "Das hat mir das Genick gebrochen, danach war ich platt. Ich sollte sehr krass an der Fitness arbeiten. Manchmal bin auch noch zu hektisch und verkrampfe", gestand das Talent nach dem 2:13 Stunden langen Match bei angenehm sommerlichen Bedingungen. Nach der missglückten Vorbereitung mit zwei Erstrunden- Niederlagen bei Turnierin zog die Pforzheimerin, die sich in diesem Jahr unter den Top 30 der Welt etablieren möchte, aber dennoch eine positive Bilanz ihrer ersten Australian Open.
Die Enttäuschungen bei den Herren mehrten sich. Kafelnikow, der das Turnier 1999 gewonnen hat, blamierte sich gegen Kim, die Nummer 234 der Weltrangliste. "So schlecht habe ich bei einem Grand-Slam- Turnier noch nie gespielt. Ich hatte keine Energie, ich weiß nicht, warum", sagte der ratlose Russe. Grosjean unterlag 4:6, 6:3, 0:6, 7:5, 4:6 gegen den Spanier Francisco Clavet. Australiens Tennis-Fans verloren auch ihre letzte von insgesamt neun Hoffnungen. Im Duell der Gewalt-Aufschläger musste sich Mark Philipoussis dem britischen Linkshänder Greg Rusedski unerwartet glatt mit 6:7 (7:9), 3:6, 4:6 geschlagen geben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











