Weltcup in Lake Placid: Bob demoliert: Langen verzichtet im Vierer
zuletzt aktualisiert: 28.11.2003 - 15:27Lake Placid (rpo). Nachdem sein Bob im Training auf der Chaosbahn demoliert wurde, wird Olympiasieger Christoph Langen beim Weltcup in Lake Placid nicht im Vierer starten.
Der 41 Jahre alte Routinier sagte seinem Start für den Weltcup am Sonntag (17.45 Uhr MEZ) ab, weil sein Gefährt auf der lebensgefährlichen Holperpiste demoliert worden war. Das erste Training im großen Schlitten musste mehrmals abgebrochen werden, weil die Kufen das Eis durchschlagen hatten und der Beton zu sehen war. Der Grund für den schlechten Pistenzustand: Die Bahnarbeiter brechen auf Anweisung der Gewerkschaft ihren Job pünktlich 15.30 Uhr ab.
"Das ist ein Wahnsinn hier. Das ist nicht Bobfahren, das ist gefahren werden. Unser größtes Ziel ist, diesen Weltcup gesund zu überstehen", sagte Raimund Bethge. Der Bundestrainer entschied sich nach Rücksprache mit seinen Sportlern aber gegen einen generellen Startverzicht, um den avisierten Gesamtweltcupsieg nicht zu gefährden. Der würde für die Heim-WM am Königssee vom 16. bis 29. Februar 2004 einen zusätzlichen Startplatz garantieren.
Aus diesem Grund will sich Langen im Zweier auch in den "Dienst der Nationalmannschaft" stellen, nachdem er auch für den Weltcup im kleinen Schlitten am Samstag (18 Uhr MEZ/live in Eurosport) einen Startverzicht erwogen hatte.
Als wahrer "Betonspezialist" entpuppte sich eisenharte Doppel-Weltmeister Andre Lange (Oberhof), der den zweiten Trainingslauf im Vierer in 56,50 Sekunden gewann. In Lauf eins hatte er zuvor in 56,08 Sekunden Platz zwei hinter Lokalmatador Todd Hays (USA/55,99 Sekunden) belegt. Der WM-Sechste Matthias Höpfner (Riesa) im Bob Deutschland 3 lag auf Rang fünf und sechs. Der 41 Jahre alte Routinier Langen schaute da nur zu. "Die Probleme an seinem Vierer sind vor Ort in Lake Placid nicht zu beheben. Uns fehlen Ersatzteile", erklärte Bethge.
Langen schimpfte über die Bedingungen an der erst 2000 für 30 Millionen Dollar erbauten Piste: "Die Eisqualität hat mit modernem Bobsport nichts mehr zu tun. Derartiges Eis konnte man vielleicht vor 20 Jahren anbieten. Du siehst beim Fahren wegen der Vibrationen kein reelles Bild." Beim Zweier-Training am Dienstag waren drei Schlitten umgekippt. Ralph Rüegg (Schweiz), Alexander Zubkow (Russland) und Wolfgang Stampfer (Österreich) blieben dabei mit ihren Bremsern glücklicherweise unverletzt.
Schon in den Vorjahren hatte es in Lake Placid schwere Crashs gegeben. Vor zwei Jahren war der Winterberger Rene Spies nach einem Unfall mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus gelandet. Trotzdem konnten sich die Teams auch nach den skandalösen Vorkommnissen dieser Woche nicht auf einen generellen Startverzicht einigen.
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